Schweiz

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Noch viermal schlafen: Zeit, im Kaffeesatz zu lesen

Von Fabian Schäfer. Aktualisiert am 19.10.2011 11 Kommentare

Die Prognose sei gewagt: Bei den Nationalratswahlen im Kanton Bern halten SVP und SP ihre Sitzzahl – die Neulinge Fuchs und Pardini bleiben aber auf der Strecke. Die BDP besorgt sich ihre zwei zusätzlichen Sitze bei der FDP. Und CVP-Mann Hochreutener kann seine Haut schon wieder retten. Vielleicht...

Wer wird die Stühle besetzten?

Wer wird die Stühle besetzten?
Bild: Keystone

Am Sonntag ist Wahltag. Vier Tage vor Einstellung der Wahlkampfhandlungen lehnen wir uns zum Fenster hinaus und wagen eine Prognose zum Ausgang der Nationalratswahlen im Kanton Bern. Die Redaktion stützt sich auf die Resultate der kantonalen Wahlen 2010 und der Nationalratswahlen 2007, auf die Prognosen der renommierten Parteikenner, die an unserer Wahlserie «Parteiencheck» mitgewirkt haben, sowie auf unser Bauchgefühl. Die Vorhersage geht davon aus, dass Werner Luginbühl (BDP) und Adrian Amstutz (SVP) die Wiederwahl in den Ständerat schaffen.

Die Bilanz: Die Grossen dürften ihren Besitzstand wahren, die SVP mit 8 und die SP mit 6 Sitzen. Die BDP verdoppelt ihre Präsenz in der grossen Kammer von 2 auf 4. Das geht auf Kosten der FDP, deren Vertretung sich im Gegenzug auf 2 halbiert. Die EDU verliert ihren Sitz, dafür ziehen neu die Grünliberalen für den Kanton Bern in den Nationalrat ein.

Zuerst zur SVP: 2007 erlangte sie mit einem historischen Spitzenergebnis 10 Sitze, wovon wenig später zwei (Hans Grunder, Ursula Haller) an die BDP fielen. Nun hat die BDP bisher zwar weniger der SVP geschadet als anderen, vorab der FDP. Dennoch ist unwahrscheinlich, dass die SVP wieder 10 Sitze holt; zumal einer davon schon 2007 ein wackliges Restmandat war. Das höchste der Gefühle für die Volkspartei scheinen 9 Sitze. In diesem Fall würde wohl auch Thomas Fuchs, der eben erst für Adrian Amstutz nachgerutscht ist, die Wiederwahl schaffen. In unserer Prognose hingegen muss Fuchs, der auch intern oft aneckt und als Stadtberner keine starke lokale Basis hat, über die Klinge springen. Neu gewählt würden anstelle von Fuchs und Simon Schenk, dessen Amtszeit abläuft, zwei prominente Neue: Nadja Pieren, Vizepräsidentin der Schweizer SVP, und Albert Rösti, Ex-Regierungsratskandidat und Milchbauernfunktionär mit entsprechend zuverlässiger Wahlbasis.

Eng wirds, wenn Amstutz in der Ständeratswahl scheitert. Er kandidiert sicherheitshalber auch als Nationalrat und wird als solcher zweifellos gewählt.

Rochade auch bei der SP?

Die SP dürfte sich auch dank des Calmy-Rey-Rücktritts vom Taucher bei den kantonalen Wahlen erholen und ihre 6 Sitze halten. Aktuell verfügt sie zwar nur über 5 Mandate, da Ricardo Lumengo die Partei wegen der Affäre um von ihm ausgefüllte Wahlzettel verlassen hat. Dass er wiedergewählt wird, ist aber nicht vorstellbar. Gut denkbar scheint hingegen eine Rochade. Gefährdet ist primär Corrado Pardini, der auch erst kürzlich nachgerutscht ist (für André Daguet). Ihn fordern ambitionierte, bekannte Neue heraus: Jacques de Haller, Ärztepräsident, und Ex-TV-Mann Matthias Aebischer. Wir tippen auf den ehrgeizigen Wahlkämpfer de Haller. Sowieso gesetzt ist der Berner Stadtpräsident: Es würde sehr erstaunen, wenn Alexander Tschäppät nicht ins Bundeshaus zurückkehren könnte.

BDP bedient sich bei der FDP

Angesichts der Verluste und der düsteren Prognosen muss die FDP fürchten, dass sie statt 4 nur noch 2 Sitze ergattert. Um sicher 3 Sitze zu holen, müsste sie besser abschneiden als bei den Grossratswahlen. Sowieso zittern muss Parteichef Peter Flück: Holt die FDP nur 2 Sitze, sind diese für Christa Markwalder und Christian Wasserfallen reserviert; holt sie 3, muss Flück fürchten, von einem der prominenten Konkurrenten – von Herzchirurg Thierry Carrel etwa – überholt zu werden.

Im Gegenzug darf sich die BDP auf 4 statt 2 Sitze freuen. Gesetzt sind BKW-Präsident und Alt-Regierungsrat Urs Gasche sowie die Bisherigen Hans Grunder und Ursula Haller. Darüber, wer lachender Vierter wird, lässt sich trefflich spekulieren. Infrage kommen diverse Grossräte: Enea Martinelli, Chefapotheker am Spital Interlaken, Ex-BLS-Chef Mathias Tromp, der Apotheker Peter Eberhart oder Vania Kohli, Berner Stadtratspräsidentin. Wir tippen auf Martinelli, der einen ambitionierten Wahlkampf führt und als Oberländer die BDP-Basis eher erreicht als die Städter Tromp und Kohli.

Bei den Grünen scheint der Fall klarer: Über 3 Sitze kommen sie kaum hinaus. Anstelle der abtretenden Therese Frösch dürfte die Berner Gemeinderätin Regula Rytz die Wahl schaffen.

Schaffts CVP wieder?

Bleiben die 3 Sitze der kleinen Parteien. Gewiss scheint, dass Marianne Streiff-Feller den EVP-Sitz verteidigt. Die Grünliberalen dürften gemessen am Ergebnis der kantonalen Wahlen ebenfalls 1 Sitz holen; wir tippen auf den Berner Stadtrat Michael Köpfli, der von seiner Bekanntheit in der Stadt Bern, dem «Hotspot» der GLP, profitiert. Am letzten Sitz vermag sich nach unserer Prognose erneut Norbert Hochreutener von der CVP festzuklammern: Er kann auf die Listenverbindung mit EVP und GLP hoffen, während Andreas Brönnimann den EDU-Sitz im Alleingang halten müsste. Interne Konkurrenz muss Hochreutener nicht fürchten, da er als Einziger seiner Liste vorkumuliert ist.

Zuletzt noch eine zuverlässigere Prognose: Dies ist das letzte Mal, dass Bern 26 Nationalratsmitglieder wählt. Wegen des unterdurchschnittlichen Bevölkerungswachstums werden es 2015 nur noch 25 sein.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 19.10.2011, 11:21 Uhr

11

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

11 Kommentare

Sonja Bremi

20.10.2011, 00:26 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Ich fände eine Wahl von Hr. Tschäppät stossend. Nicht nur, weil ich eine bürgerliche Politsicht habe, sondern weil ich es unseriös finde, gleich 2 politische Ämter gleichzeitig auszuüben. Im Falle von Tschäppät das Stadtpräsidendentamt und das Nationalratsmandat. Ich jedenfalls wähle keine Regierungsmitglieder in den Nationalrat. Antworten


Manuel C. Widmer

19.10.2011, 11:42 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Wozu gehen wir denn überhaupt noch wählen ;-) Antworten




Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!