«Nicht auf Facebook surfen»
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 05.03.2010 22 Kommentare
«Nicht auf Facebook surfen»: Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer.
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«Helden mit Eiern», «ich kaufe dir einen Schleckstengel», «Blablabla» - so klingt es, wenn Politiker auf Facebook ( 31.91 -3.39%) Dampf ablassen. Dies tun sie offenbar auch während den Sitzungen.
Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer, die im Saal für Ordnung zu sorgen hat, weiss, dass viele Mitglieder - wie sie selbst auch – einen Account bei Facebook haben. «Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Ratsmitglieder während der Session auf ihre Aufgabe konzentrieren und nicht auf Facebook surfen», sagt die Politikerin entschieden. Kontrollieren lasse sich das aber nicht. «Das liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Parlamentariers.»
«Das ist nicht korrekt»
Auch Chiara Simoneschi-Cortesi, Nationalratspräsidentin von 2009, findet das Surfen auf Facebook nicht in Ordnung. «Mich persönlich stört das», so die CVP-Politikerin, die selbst nicht beim Community-Netzwerk dabei ist. Vor allem in den Kommissionen, wo Themen offen diskutiert werden können, sei das ärgerlich. «Wer die Nase die ganze Zeit in den Computer hält, mischt sich nicht ein», so Simoneschi. Dabei habe man ja gerade in den Kommissionen die Gelegenheit, sich einzubringen.
Dass zwischendurch Mails gecheckt werden, kann Simoneschi zwar verstehen, zumal die Redezeiten streng einzuhalten seien und es dadurch zu Längen komme, «korrekt ist das aber dennoch nicht». Es gelte, mit Internet-Aktivitäten Mass zu halten und nicht zu übertreiben. Bis jetzt seien aber die Facebook-Aktivitäten der Politiker im Rat noch nicht zum Thema geworden. «Politiker arbeiten trotzdem noch sehr viel», so Simoneschi.
Alternativer Meinungsaustausch
Ueli Leuenberger, Parteipräsident der Grünen, deren Mitglieder auf Facebook relativ aktiv sind, findet die Facebook-Präsenz von Politikern nicht ganz so problematisch. Es sei vielmehr eine alternative Form des Meinungsaustauschs: «Ob Parlamentarier nun auf dem Balkon beim Rauchen diskutieren oder digital via Facebook, macht keinen grossen Unterschied», so Leuenberger. Dafür, was genau geschrieben werde und wie oft, sei am Ende jeder selbst verantwortlich.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.03.2010, 15:11 Uhr
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22 Kommentare
Auch während den Sitzungen im Rat sollte das Internet gesperrt sein. Wie wollen sich die Parlamentarier auf Ihre Arbeit konzentrieren, wenn sie am Laptop arbeiten. Diese haben von uns allen Lohn und sollen sich für die Schweizerbevölkerung einsetzen und nicht für ihr Privatleben. Antworten
Aha... in den allermeisten Firmen ist der Zugang zu Facebook, Twitter usw. zu Recht gesperrt. Diese Regelung hat auch das Parlament sofort zu übernehmen! Die Damen und Herren dürfen sich gerne in ihrer Freizeit auf Social Networks austoben, wie alle anderen auch. Aber hier kommt wohl wieder das Motto zum Zug: Alle sind gleich, aber manche sind gleicher... Antworten
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