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Mit der Limousine durch die Alpen – Medwedew-Besuch als Spektakel

Aktualisiert am 22.09.2009

Per Heli zur Schöllenenschlucht, dann gepanzert nach Flüelen und schliesslich von Polizeibooten begleitet auf dem Dampfer ins Bundesbriefmuseum. Das hat die Schweiz noch nie gesehen.

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Skeptischer Blick aus der Limousine. Der Kreml-Chef unterwegs Richtung Altdorf und Flüelen.

   

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Medwedew sprache mit Andermatter Metzger

Der Urner Regierungsrat Josef Dittli hat sich nach dem Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in seinem Kanton begeistert gezeigt. Die Feier zu Ehren von General Suworow sei ein bewegender Moment gewesen. Dittli sagte nach der Feier, dass Suworow für die Russen offensichtlich eine grosse Bedeutung habe. Die Ehrfurcht der russischen Gäste bei der Kranzniederlegung und bei der Rede Medwedews sei eindrücklich gewesen.

Der Urner Sicherheitsdirektor, der selbst in die Planung des Sicherheitsdispositivs des Staatsbesuchs involviert war, ist aber auch begeistert von seiner persönlichen Begegnung mit dem russischen Präsidenten. Der habe sich, nachdem er in Andermatt gelandet war, auch kurz Zeit genommen, um mit den Vertretern der Urner Regierung einige Worte zu wechseln.

Auch mit dem Andermatter Metzger Ferdi Muheim, der sich um den Unterhalt des Suworow-Denkmals kümmert, habe Medwedew gesprochen. Das Gespräch mit Medwedew sei sehr angenehm und der Präsident selbst zuvorkommend gewesen, so Dittli. Die Urner Regierung schenkte dem Kremlchef einen Stich mit dem Sujet der Schöllenenschlucht und gab ihm zudem ein Foulard mit Uristieren für seine Frau mit.

Der zweite Tag in der Schweiz begann für Dmitri Medwedew mit einem Treffen. So kam er im Hotel Bellevue mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jaques Rogge, zusammen. Bei dem Gespräch unterstrich er den hohen Stellenwert, den Russland den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2014 in Sochi einräume. Kurz nach dem Treffen flog Medwedew in einem Super-Puma-Helikopter dann ohne seine Gattin nach Andermatt. Seine Maschine wurde dabei von weiteren drei Helikoptern begleitet. In Andermatt angekommen setzte sich der Wagentross in Richtung Schöllenenschlucht in Bewegung.

Medwedew wurde dabei auch von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz begleitet. Wie bereits am Vortag bei seiner Reise vom Zürcher Flughafen nach Bern und während seines Aufenthalts in Bern war wiederum ein riesiges Sicherheitsdispositiv auf die Beine gestellt worden.

Gotthardtunnel gesperrt

So standen Polizisten des Zentralschweizer Polizeikonkordats sowie von anderen Kantonen im Einsatz, wie der Urner Polizeisprecher Karl Egli auf Anfrage sagte. Zudem wurden mehrere Strassen vorübergehend gesperrt, darunter die Schöllenenstrasse und in Fahrtrichtung Nord der Gotthardstrassentunnel.

Am Suworow-Denkmal legte Medwedew kurz nach 11 Uhr einen Kranz nieder und sprach eine kurze Würdigung, wie Linda Shepard vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sagte. Die Alpenüberquerung durch den russischen General Alexander Suworow jährt sich in diesem Jahr zum 210. Mal. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie von den Suworow-Kadetten, welche traditionell in der Schweiz auftreten.

In Flüelen in die «DS - Schiller»

Nach der rund viertelstündigen Besichtigung setzte sich der Wagentross in Richtung Flüelen in Bewegung. Dort bestieg die Delegation das Dampfschiff «DS - Schiller». Auf dem Schiff, welches auf dem Vierwaldstädtersee nach Brunnen fuhr, wurde ein Mittagessen serviert.

Als nächstes Ziel stand das Bundesbriefmuseum in Schwyz auf dem Programm. Nach einer Einführung in die Geschichte des Bundesbriefes erhielt Medwedew von den lokalen Behörden einen gefundenen russischen Säbel aus dem 18. Jahrhundert sowie von Bundespräsident Merz ein Schweizer Sackmesser. Danach wurde Medwedew offiziell verabschiedet.

Wiedersehen mit Ehefrau Swetlana in Zürich

Am Flughafen in Zürich traf der von Merz begleitete russische Staatsgast seine Frau Swetlana Medwedewa wieder. Diese hatte der Stadt Bern am Dienstagmorgen offiziell die zwei jungen Bären «Mischa» und «Mascha» als Gastgeschenk überreicht. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät revanchierte sich mit einem goldenen Bären von einem Stadtberner Bijoutier und einem grossen Bären aus Schweizer Schokolade. Unter grossem Interesse von Medienschaffenden und der Öffentlichkeit enthüllte die Präsidentengattin eine kleine Gedenktafel am Geländer des Bärengrabens, welche die Besucher des Bärenparks künftig an das Gastgeschenk Russlands erinnert.

Die beiden in Ussurien gefundenen Waisen sind im vergangenen Januar geboren. Sie sollen im kommenden Oktober gemeinsam mit den beiden skandinavischen Braunbären «Björk» und «Finn» vom Tierpark Dählhölzli in den neu gebauten BärenPark umziehen.

Das wars

Um 15.10 Uhr flog das Präsidentenpaar in Richtung USA ab. Medwedew wird an der Uno-Generalversammlung in New York teilnehmen. (cpm/ap)

Erstellt: 22.09.2009, 17:00 Uhr


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