Maurer befürchtet Niederlage

Aktualisiert am 11.12.2008 119 Kommentare

Auf «unter 50 Prozent» schätzt SVP-Bundesratskandidat Ueli Maurer seine Chancen, zum Bundesrat gewählt zu werden. In der SVP signalisieren prominente Politiker, dass sie eine Wahl in die Landesregierung nicht ausschlagen würden.

«Das Parlament nimmt eine Radikalisierung in Kauf»: Bundesratskandidat Ueli Maurer.

«Das Parlament nimmt eine Radikalisierung in Kauf»: Bundesratskandidat Ueli Maurer. (Bild: Keystone)

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Mehrere SVP-Politiker wollen nicht definitiv ausschliessen, dass sie eine allfällige Wahl in den Bundesrat annehmen würden. Auf diese Weise senden sie Signale ans Parlament aus, sie nächsten Mittwoch als wilde Kandidaten zu wählen - statt den offiziellen SVP-Kandidaten Ueli Maurer. Unter anderen handelt es sich um die Nationalräte Bruno Zuppiger (ZH), Bauernpräsident Hansjörg Walter (TG) und den Berner Kantonalpräsident Rudolf Joder, wie Bernerzeitung.ch/Newsnet am Freitag aufgedeckt hat.

Der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann sagte gegenüber der «SonntagsZeitung» nun auf die Frage, was er bei einer Wahl tun würde: «Kein Kommentar». Bauernverbandspräsident Hansjörg Walter würde eine Wahl lediglich «zum jetzigen Zeitpunkt» ablehnen. Der Berner Kantonalpräsident Rudolf Joder behauptet: «Diese Frage stellt sich nicht.» Die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer sagt, sie würde eine Wahl «ohne Unterstützung der Fraktion nicht annehmen» - eine Einladung an die anderen Parteien, sie zu wählen und darauf zu hoffen, dass es sich die SVP danach nicht leisten kann, sie auszuschliessen. Nationalrat Bruno Zuppiger kalkuliert gleich.

Maurer ist pessimistisch

Inzwischen glaubt Ueli Maurer, dass er am Mittwoch verliert, wie er in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» erklärt. Auf «unter 50 Prozent» taxiert der offizielle SVP-Bundesratskandidat seine Wahlchancen. Er benötige noch 25 Stimmen aus der CVP und der Mitte. «Und die habe ich derzeit nicht.» Maurer warnt: Werde er nicht gewählt, «wäre das wohl das Aus für das Konkordanzsystem – auf viele Jahre hinaus». Die SVP-Wähler wären erst deprimiert, dann würden sie radikalisiert. «Das Parlament nimmt eine Radikalisierung in Kauf.»

Ähnlich äussert sich SVP-Präsident Toni Brunner. «Wenn die drei Bundesratsparteien die grösste Partei bewusst desavouieren, kann ich nur sagen: Ich wünsche Glück.» Am 10. Dezember stehe «ein historischer und epochaler Tag» an. Werde Maurer nicht gewählt, «stehen wir vor einem neuen Zeitalter», sagt der SVP-Präsident im Gespräch mit der Zeitung «Sonntag». (vin)

Erstellt: 11.12.2008, 08:42 Uhr

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119 Kommentare

Alois Brandenberg

07.12.2008, 01:23 Uhr
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Nun, Konkordanz kommt vom Lateinischen CONCORDIA, was Eintracht, Uebereinstimmung bedeudet. In Bern muss aber auch die Kollegialitaet stimmen. Wer auch immer gewaehlt wird, die neue Geluebde-, resp. Eidesformel sollte ab sofort lauten: ".........dem Volk und NICHT DER PARTEI zu dienen...... "etc. Wenn die SVP sich dazu nicht bereit erklaeren kann, dann soll sie in der Opposition bleiben. Antworten


Norbert Müller

07.12.2008, 01:25 Uhr
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Die SVP immer noch die grösste Partei? Lieber Herr Brunner Nach der Teilung der SVP denke ich nicht, dass die SVP immer noch die grösste Partei ist, resp. fast 30 % des Schweizervolkes Ihre Partei wählen würde. Deshalb stellt sich mir auch die Frage ob die SVP wirklich Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat hat? Hört doch auf mit dem *Kindergarten* und fangt an zu politisieren. Antworten



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