Schweiz
Masernepidemie in Waadtländer Schulhaus: 40 Teenager krank
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In der Rudolf-Steiner-Schule in Crissier bei Lausanne sind seit letzter Woche rund 40 SchĂĽler erkrankt, wie es am Mittwoch auf Anfrage beim BAG hiess. Rund 250 SchĂĽler der 340 SchĂĽler wurden nach Hause geschickt.
Die 250 Schüler und Schülerinnen in Crissier, die meisten im Alter von zwölf bis 15 Jahren, wurden demnach sicherheitshalber für drei Wochen von der Schule ausgeschlossen. Der Ausbruch in der Schule war zunächst nicht entdeckt worden, weil ein Arzt einen Krankheitsfall nicht vorschriftsgemäss gemeldet hatte, wie Jean-Luc Richard vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagte.
Nach der Entdeckung besuchte ein Kantonsarzt die Schule. Von den rund 40 dort erkrankten Schülern mussten zwei Personen ins Spital gebracht werden, die eine mit Verdacht auf eine Lugenentzündung, die andere mit dem Verdacht auf eine Gehirnentzündung. Letzterer Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, wie Richard sagte. Die Epidemie hat sich mittlerweile auch auf andere Waadtländer Schulen ausgebreitet.
Masernepidemie neu aufgeflammt
Die Masernepidemie, die seit November 2006 in der Schweiz grassiert, ist vor Kurzem neu aufgeflammt. Laut dem BAG wurden seit Anfang 2009 bereits 64 neue Fälle gemeldet. Diese Zahl übersteigt bereits den Wert eines ganzen Jahres ohne Epidemie. Seit November 2006 wurden in der Schweiz mehr als 3.400 Masern-Fälle registriert, allein 2.200 davon traten im vergangenen Jahr auf. Insgesamt sei die Epidemie bisher in der Deutschschweiz viel gravierender gewesen, da dort weniger gegen Masern geimpft werde als in der Romandie, wie Richard sagte. Dies zeigten etwa die Zahlen zur Durchimpfung von zweijährigen Kindern in der Bevölkerung: Während in Romandie und Tessin 92 Prozent der Zweijährigen gegen Masern geimpft sind, sind es in der Deutschschweiz nur 84,5 Prozent. Laut BAG ist die Impfung der einzige Weg, sich vor Masern zu schützen.
Typische Symptome sind Fieber, Hals- und Bauchschmerzen, rote Augen, Husten und eine laufende Nase, gefolgt von einem Hautausschlag. Die Krankheit kann tödlich enden, wenn sich Komplikationen wie eine Lungen- oder eine Gehirnentzündung entwickeln. Am vergangenen 29. Januar starb in Genf ein zwölfjähriges Mädchen aus Frankreich an Masern. Ihr Fall steht aber laut Richard nicht in Zusammenhang mit der Epidemie in der Schweiz. (sam/ap)
Erstellt: 11.02.2009, 14:28 Uhr
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