Libyen-Affäre: Schiedsrichter kennen sich bereits
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Elizabeth Wilmshurst und Saad Jabbar waren am renommierten Royal Institute of International Affairs at Chatham House in London tätig. «Saad Jabbar hat für das Programm Naher Osten und Afrika gearbeitet», bestätigte Keith Burnet, Sprecher des Chatham House, am Donnerstag verschiedene Medienberichte. Jabbar sei vor allem als Libyen-Experte tätig gewesen.
So habe der am Mittwoch von Libyen ernannte Gerichts-Vertreter Berichte und Referate über Libyen verfasst und sei den Medien als Libyen-Experte zur Verfügung gestanden, sagte Burnet weiter.
Bekanntschaft ist Pluspunkt
Die frühere Zusammenarbeit der beiden Gerichts-Vertreter sei ein Vorteil für die Verhandlungen, sagte Libyen-Experte Hasni Abidi am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Jeder kennt die Denkweise des Anderen», erklärte der Präsident des Genfer «Centre d'études et de recherche du monde arabe et méditerranéen».
Der 56-jährige Saad Jabbar amtet als Direktor des Zentrums für Nordafrikanische Studien in Cambridge. Seit 33 Jahren lebt der Anwalt in Grossbritannien. Für Mario Sassòli, Direktor des Departements für Internationales öffentliches Recht an der Universität Genf, ist dies ein Pluspunkt: Es sei eine gute Idee Libyens, einen Vermittler einzusetzen, der in der westlichen Welt lebe.
«Nie militant für eine politische Partei»
Jabbar ist gemäss Abidi vor allem in der britischen und arabischen Öffentlichkeit als renommierter Anwalt bekannt. Bei den Arabern sei er wegen zahlreichen Fernsehauftritten als Rechtsexperte ein Begriff, sagte der Genfer Intellektuelle weiter.
Trotz den erwähnten Verbindungen betrachtet Abidi, der mit Jabbar für die Uno beim Schutz von irakischen Universitäten zusammengearbeitet hat, den Anwalt als neutrale Person. «Jabbar hat sich nie militant für eine politische Partei engagiert», betonte Abidi.
Wilmshurst verweigert Kommentar zu Jabbar
Die von der Schweiz ernannte Vertreterin im internationalen Schiedsgericht wollte sich nicht persönlich zu ihrem Gegenpart äussern. Ein Kommentar ihrerseits sei «unangebracht», schrieb Elizabeth Wilmshurst per E-Mail.
Schweizer Experten halten viel von Elizabeth Wilmshurst. Anne Peters, Professorin für Völker- und Staatsrecht an der Universität Basel, attestiert der Britin «langjährige Erfahrung», wie sie der Nachrichtenagentur SDA sagte.
Protest gegen den Irakkrieg
Zudem habe Wilmshurst im Jahr 2003 grosse Unabhängigkeit bewiesen, als sie aus Protest gegen den Irakkrieg als Beraterin der britischen Regierung zurückgetreten sei, betonte Peters.
Seit 2003 arbeitet Wilmshurst als Dozentin für Internationales Recht am Royal Institute of International Affairs at Chatham House in London. Zu den Spezialgebieten der Juristin zählen unter anderem diplomatisches Recht sowie staatliche und hoheitliche Immunität, wie das Londoner Institut auf seiner Homepage schreibt. (cpm/sda)
Erstellt: 03.09.2009, 18:00 Uhr
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