Libyen-Affäre: Ghadhafi ist bereit für eine Lösung

Aktualisiert am 11.03.2010 49 Kommentare

Libyen hat von der Schweiz erneut ein Ende der Visa-Sperre gefordert. Muammar Ghadhafi wolle eine Lösung der Krise, beteuert Libyens Uno-Botschafter Abdurrahman Mohamed Shalgham in New York.

Die Schweiz solle die Schwarze Liste aufheben. Uno-Botschafter Shalgam sprach von 188 Libyern, welchen die Schweiz kein Schengen- Visum erteile. In früheren Berichten war von 150 hochrangigen Persönlichkeiten die Rede.

Neben Machthaber Muammar Ghadhafi seien auch der derzeitige Vorsitzende der Uno-Vollversammlung, Ali Abdussalam Treki, sowie er selber und sein Sohn auf der Liste, sagte der libysche Diplomat gemäss Berichten der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters weiter.

Schiedsgericht

Libyen appelliere an die Schweiz, wieder auf das bereits früher vorgesehen Schiedsgericht zurückzukommen. «Wir wollen eine Lösung. Wir sind bereit, jedes Urteil einer Schiedskommission zu akzeptieren», sagte Shalgam vor den Medien weiter.

Die Einsetzung eines Schiedsgerichts war in dem Abkommen geregelt, welches der letztjährige Bundespräsident Hans-Rudolf Merz im August in Tripolis unterzeichnet hatte. Die Frist zur Benennung eines Gerichtsvorsitzenden verlief dann aber im September ungenutzt.

Bei den Schlichtungsbemühungen der EU in den vergangenen Wochen war die Idee eines Schiedsgerichts wieder aufgetaucht. Sie war Gegenstand einer Absichtserklärung, die allerdings nicht unterzeichnet wurde. Libyens Aussenminister Moussa Koussa hatte noch vor einer Woche ein solches Gericht angesprochen.

Hintergründe klären

Das Schiedsgericht sollte die Umstände der vorübergehenden Festnahme von Hannibal Ghadhafi und dessen Gattin in Genf wegen mutmasslicher Misshandlung von Bediensteten untersuchen und beurteilen.

Die Festnahme des Sohnes von Muammar Ghadhafi im Juli 2008 hatte eine schwere Krise ausgelöst zwischen der Schweiz und Libyen. In der Folge wurden zwei Schweizer, Max Göldi und Rachid Hamdani, an der Ausreise aus Libyen gehindert.

In Strafverfahren waren sie zu Haftstrafen verurteilt worden. Hamdani wurde später freigesprochen und kehrte Ende Februar in die Schweiz zurück. Göldi, der eine viermonatige Haftstrafe wegen illegalem Aufenthalt absitzt, legte Berufung ein. Jüngste Eskalation in der Krise war vergangene Woche die Verhängung eines Wirtschaftsembargos Libyens gegen die Schweiz (bru/sda)

Erstellt: 11.03.2010, 08:20 Uhr

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49 Kommentare

willi aerne

11.03.2010, 09:34 Uhr
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Die Schweiz sollte weiter hart bleiben und für die zu Unrecht Inhaftierten Geiseln eine Genugtuung verlangen. Die Aufhebung der Visumsperre vor einer verbindlichen Regelung wäre unklug. Antworten


Urs Mühlebach

11.03.2010, 08:24 Uhr
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Herr Ghadafi ist für eine Lösung bereit! wir sind es schon lange. Wenn Herr Göldi in der Schweiz gelandet ist, kann man über eine Auflösung der schwarzen Liste diskutieren, wie wir von Herr Ghadhafi gewohnt sind. Wir können es uns nicht erlauben weiterhin naiv zu sein, sonst wird die Schweiz von der ganzen Welt belächelt, wenn Sie Wissen was ich meine. Antworten



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