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Lesermeinung: Rücktritt in Hildebrand-Affäre nicht zwingend

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 13.01.2012 228 Kommentare

Die SVP nimmt Schaden und Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat nicht vollends überzeugt: Lesen Sie, was die rekordhohe Beteiligung an der Umfrage zur Hildebrand-Affäre ergab.

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23480 User beantworteten unsere Fragen zum Fall Hildebrand. Das ist ein neuer Beteiligungsrekord für Umfragen auf Bernerzeitung.ch/Newsnet. Die Resultate sind nicht repräsentativ.

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Satte 72,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden sind der Meinung, dass der Fall von Hildebrands moralischer Verfehlung mit den Devisengeschäften auch ohne Rücktritt des SNB-Präsidenten zu lösen gewesen wäre. Die Umfrage zeigt auch, dass das Bankgeheimnis, selbst in Fällen von moralischen Verfehlungen wichtiger Entscheidungsträger, immer noch sehr hoch bewertet wird. Eine solide Mehrheit von 69,5 Prozent findet, dass das Bankgeheimnis zur Enthüllung von Hildebrands Devisengeschäften nicht hätte verletzt werden dürfen.

40 Prozent sehen Widmer-Schlumpfs Rolle kritisch

Weniger eindeutig ist die Meinung zur Frage über einen möglichen Schaden für die Schweiz und ihren Finanzplatz. 58,7 Prozent glauben, dass Schaden entstanden ist. Auch politisch hinterlässt die Affäre Spuren: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf bekommt Gegenwind zu spüren. Knapp 40 Prozent der Teilnehmenden sind nämlich der Meinung, dass sie in der Causa Hildebrand nicht überzeugt hat. Immerhin weiss sie 60 Prozent auf ihrer Seite.

Die Bündnerin hatte auch schon mehr Rückhalt in der Bevölkerung. Zum Vergleich: Eine Umfrage der «SonntagsZeitung» vom vergangenen September gab der Finanzministerin 73 Prozent der Stimmen. Die Frage war, ob sie im Bundesrat bleiben solle.

Schaden für die SVP

Nicht ganz unerwartet kommt der Bankrat schlecht weg. 78,6 Prozent finden, das Gremium habe in der Affäre Hildebrand einen «schlechten» Eindruck gemacht. Das trifft sich mit der Haltung vieler Politiker, wonach die Aufsicht über die Schweizerische Nationalbank verbessert werden müsse – vom Reglement her, möglicherweise aber auch mit personellen Wechseln.

Kritisch wird die Rolle der SVP gesehen – vom Whistleblower über den Anwalt Hermann Lei bis zu Christoph Blocher gehören alle der Rechtspartei an. 59,6 Prozent sind der Meinung, dass die Partei und ihr Chefstratege durch die Vorkommnisse Schaden nehmen. 15,7 Prozent glauben, die Partei profitiere, 24,7 Prozent sind in dieser Frage neutral. Die SVP inklusive die ihr nahestehende «Weltwoche» waren für die Kampagne gegen den Nationalbankpräsidenten kritisiert worden. Teilweise war gar von «Hetzjagd» die Rede.

Hildebrand soll klagen

Dass Hildebrand von der Wochenzeitung als «Gauner» bezeichnet wurde, ging für eine grosse Mehrheit offenbar zu weit. 71,9 Prozent finden, der zurückgetretene Notenbanker solle gegen das Blatt klagen. Mit 72,3 Prozent ebenso hoch ist die Ablehnung zur Frage, ob die Vorkommnisse mit einer parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) aufgearbeitet werden müsse. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.01.2012, 13:25 Uhr

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228 Kommentare

samuel wehrli

13.01.2012, 13:34 Uhr
Melden 138 Empfehlung

Für Einige wird diese traurige Geschichte zum Bumerang! Eigentlich hat niemand was davon. Allerhöchstens war es ein Ding für das persönliche Ego von Blocher. Antworten


Stefan Jost

13.01.2012, 14:09 Uhr
Melden 125 Empfehlung

Mein Vorschlag: Philip Hildebrand als Nachfolger von Philip Hildebrand! Antworten




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