«Kum Schatz, zaig mer di Minarett» – die besten Basler Schnitzelbängg
Von Maurice Thiriet und Iwan Städler. Aktualisiert am 22.02.2010 1 Kommentar
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Wer das Jahr über schlechte Zeiten erlebte, hat an der Basler Fasnacht erst recht nichts zu lachen. Dafür alle anderen. Die Schnitzelbänggler thematisieren während der «drey scheenschte Dääg» witzig und bissig, was das Volk bewegt hat. Zum Beispiel das Minarettverbot:
Mi Frau sait mir gescht z Nacht im Bett:
Kumm Schatz, zaig mir di Minarett!
Doo sag ych nai, denn wäg dr SVP
derfsch nur no mini Glogge gsee. (Käller-Assel)
Inspirieren liessen sich die Beppis auch von der Abstimmung über den biometrischen Pass – in Kombination mit ihrem Lieblingsfeind, dem Zürcher:
Am biometrische Schwyzerpass
hän Zircher iberhaupt kai Spass.
Will deert, wo sunscht e Foti stoht,
kriege die e ybaute Echolot.
So gsesch am Zoll, wenn ain duregoht,
wo's Hirni ufheert und d'Schnure aafoot. (D Wanderratte)
Ja, die Zürcher. Sie machen auch im Zusammenhang mit einem entschwundenen Vogel von sich reden:
Deert finf Fliigel, do nyyn Bai.
Fuffzäh Aier getailt duur zwai.
Sisch nit dr Fink bim Team uffstelle.
S sin Ziircher bim Flamingo zelle. (Alperöösli)
Weniger harmlos geht es bei einem anderen Zürcher zu und her – einem prominenten obendrein:
Dr Tiger Woods het Sex-Affäre,
dr Lehmaa gseet oft root.
D Paris het dr Kopf voll Schämpis,
d Winehouse ka kuum me stoo.
Ir meergged, daas sinn alles Lyt,
wo sich nit guet binämme.
Vyyl schlimmer isch:
bym Carli Hirschmaa kunnt
das alles zämme. (Rätschbääse)
Da fehlt gerade noch, dass der neue Basler Polizeikommandant von Zürcher Provenienz ist:
Als Schugger z'Basel heschs nit aifach.
Die Mainig muess jetz uff dr Disch.
Mir wurds au stingge, deert go z'schaffe,
wenn mi Chef – e Ziircher isch. (Mc Väärs)
Aber auch die Deutschen kriegen ihr Fett weg. Etwa jene nördlich von Basel:
Die Ditsche fyyre mit luutem Gnall
«20 Jahre Mauerfall».
Ych muess doo basse und fyyr nit mit,
dass es dopplet soo vyyl Schwoobe git. (Käller-Assle)
Und die bei uns:
Dr Steinbrück dä hett uuse glo,
mer syge alles Indianer do.
Komisch isch aber naime duure,
dass soviel Indianer hochditsch schnure. (Dypflischisser)
So viel zu den Deutschen. Überraschungen kann es bei Schwarzen geben:
My Noochber lacht sich e Peerle aa,
e schwaarzi uss Südafrikaa.
Sy Hochzytsreis isch wundervoll,
bis z Johannisburg am Flughaafezoll.
Dört gseet är denn im Bodyscanner:
Die sprintet s näggscht Joor bi de Männer.(Die Grobschlächtige)
Auch bei prominenten Baslern ist man vor ähnlichen Überraschungen nicht gefeit – wobei sich einem die Pointe nur erschliesst, wenn man über deren sexuelle Orientierung informiert ist:
My Frau han ych am Barfi unde
wäg dr Burka nimme gfunde.
Denn gseen ych si und nimm si hai
und dängg no, het die kurzi Bai.
Si rysst dr Schleyer ab im Nu:
«Ych haiss -minu, wär bisch du?»
(D'Staubwolgge)
Selbst ein Besuch im Basler Zolli kann unter Umständen zu Verwechslungen führen:
Göön Sy au so gäärn in Baasler Zolli?
Dört hetts gspässigi Dierli,
ganz wundervolli.
Gescht bin y dur s Vivaarium gloffe.
Denn han y das Chamäleon droffe.
Si, und blötzlig han y dr Yydrugg kaa,
es luegt my d Doris Leuthard aa.(Die Grobschlächtige)
Immerhin kam Doris Leuthard bei der Stiefelattacke glimpflich davon. Das ist nicht allen vergönnt:
Bim Bush het dr Schueh
dr Grind nid droffe.
Bi dr Leuthardt und em Stiifel
isch es äänlig gloffe.
Bim Berlusconi isch dr Doom
nid nääbe duure.
Isch au nid meeglig,
bi dääre grosse Schnure.(Nachtschwärmer)
Dafür hat Silvio Berlusconi andere Freuden:
Will är mit jungem Gmies kutschiert,
häns dr Polanski inhaftiert.
Ych weiss nit wirgglig, was die händ.
Z Italie wirsch soo Bresidänt.(Käller-Assle)
Um an die UBS-Spitze zu gelangen, braucht es etwas mehr – könnte man meinen:
D UBS – jä s isch e Hohn –
zaalt iire Lyt vyyl z weeni Lohn.
Me sott halt doch e mool brobiere,
d Laischtig richtig z honoriere.
Dr Grübel griegt e Frangge zää,
Dr Villiger miest no uuse gää.(Bebbi Buebe)
Auch die Post kommt bei den Schnitzelbängglern schlecht weg:
So schnäll wie dr Béglé isch koo,
muess är au scho wiider goo.
Kum ewägg, kunnt dr Hasler,
ganz unbefange.
So schnäll isch by dr Boscht
no nie ebbis gange.(Nachtschwärmer)
Den Basler Beamten ergeht es nicht besser:
S ganz Roothuus isch dunggel
y froog mi wieso?
My Frind klärt mi uff,
die wänn spaare esoo:
D'Liechschalter die het me
komplett demontiert.
Und nur no Bewegigsmälder installiert.(Luuszäpfe)
Gespart wird schliesslich auch im Gesundheitswesen – nicht eindringlichen Folgen:
Mechtsch Arztkeschte spaare,
lytsch am Telmed uff.
Die Ärzt wissen alles, und s git gar kai Puff.
Au Daarmspieglig biete d Teleärzt a.
Nur kunnts deert halt
uf d Greessi vom Heerer a. (D' Wyybuure)
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.02.2010, 04:00 Uhr
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