Kein Aufatmen in Mühleberg
Von Jan Derrer. Aktualisiert am 05.07.2011 61 Kommentare
AKW Mühleberg, Wohlensee-Staudamm
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Mühleberg ist abgeschaltet – vorläufig. Die Besitzerin BKW verspricht, die Sicherheit zu verstärken. Markus Kühni ist jedoch skeptisch. Bei privaten Recherchen entdeckte er zusammen mit seinen Mitstreitern vom Verein Fokus Anti-Atom schon im Vorfeld des Abstimmungkampfs um Mühleberg II Sicherheitsmängel.
Kühni stellte fest, dass das Notkühlsystem des Atomkraftwerks Mühleberg ungenügend gesichert ist. Sollte der nahgelegene Wohlensee-Staudamm brechen, würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Notkühlung versagen. Vorgesehen wäre nämlich, dass der Aare im Notfall Wasser zur Kühlung der Brennstäbe entnommen wird. Es besteht jedoch das Risiko, dass die dafür vorgesehenen Rohre bei einem Dammbruch verstopft würden.
«Es braucht offenbar nicht einmal einen Dammbruch, um die Rohre zu verstopfen», betont Kühni. «Das ETH-Gutachten, das letzte Woche zur Abschaltung von Mühleberg führte, zeigt, dass auch ein extremes Hochwasser die Rohre verstopfen könnte.» Im Video (siehe oben) zeigt Kühni die Sicherheitsrisiken vor Ort.
Sicherheitserhöhung ist ungenügend
Markus Kühni suchte seit Anfang 2011 den Kontakt zur BKW, der Betreiberin des Atomkraftwerks Mühleberg, und zum Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). Darauf empfing ihn das Ensi Anfang März, also noch vor Fukushima, zu einem zweistündigen Gespräch. «Es fehlte aber die Zeit, konkretere Fragen zu klären.» Darauf verfasste er einen Bericht zur Problematik eines allfälligen Dammbruches. Jedoch reagierte weder die BKW noch das Ensi.
Im Rahmen der Sicherheitsverstärkungen wird die BKW in Mühleberg unter anderem eine zweite Notkühlung bauen. Diese Massnahme ist aber gemäss Kühni wenig einleuchtend: «Die alternative Wasserfassung ist nur wenige Meter oberhalb der bestehenden Wasserfassungsröhren geplant und erst noch im Uferbereich. Wir können nicht nachvollziehen, warum sie bei einer Flut weniger verstopft werden soll als die bestehende Rohre.»
Über den Abfall zur Sicherheit
Was treibt Markus Kühni an? Warum opfert er seine Freizeit für aufwendige Recherchen zur Sicherheit von Mühleberg? «Als die Diskussion um neue Atomkraftwerke wieder losging, fühlte ich mich dafür verantwortlich, etwas dagegen zu unternehmen.» Zunächst beschäftigten ihn vor allem das Problem der nuklearen Abfälle, doch dann vertiefte er sich in Sicherheitsfragen. «Als Technischer Informatiker fühle ich mich in der Risikoanalytik zu Hause».
Nach Fukushima intensivierte der selbständige Informatiker aus Bern seine Nachforschungen. Unter anderem analysierte er den japanischen Unfallbericht zu Fukushima. Der Bericht ist für die Schweiz relevant, da Mühleberg denselben Reaktortyp besitzt wie Fukushima. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.07.2011, 21:11 Uhr
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61 Kommentare
Gut, dass Herr Kühni weiter Druck macht! Vor den SR-Wahlen und Fukushima habe ich mich aus dem gleichen Grund exponiert. Als ehemaliger FW-Kdt. weiss ich wie unberechenbar und verschmutzt Hochwasser sind. Alles wird verstopft, beschädigt. Pumpen kavitieren. Sandteile verursachen grossen Abrieb. Will man Mühleberg sicher kühlen können, muss Murtenseewasser gegumpt werden!- Macht das noch Sinn? nein Antworten
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