Karin Keller-Sutter will in den Bundesrat
Aktualisiert am 19.08.2010 38 Kommentare
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Im Kanton St. Gallen haben am Donnerstag SP- Nationalrätin Hildegard Fässler und Regierungsrätin Karin Keller- Sutter ihre Bundesratskandidaturen angemeldet. Fässler sieht gute Chancen, auf ein SP-Zweierticket zu kommen.
Keller-Sutter gilt als Mitfavoritin bei der FDP. Die St. Galler Justizdirektorin wurde am Donnerstagabend von ihrer FDP- Kantonalpartei mit einer «Standing Ovation» als Bundesratskandidatin nominiert.
Die Politikerin betonte ihr «Bekenntnis zur Kollegialität». Sie wolle ihre zehnjährige Erfahrung aus der Kantonsregierung in die Bundespolitik einbringen, sagte die 46-jährige Justizdirektorin vor den FDP-Delegierten in Berneck SG.
Sie sei «bereit, auch heikle und schwierige Themen anzugehen». Die Keller-Sutter war schon vor der Rücktrittsankündigung von FDP- Bundesrat Hans-Rudolf Merz als mögliche Nachfolgerin genannt worden. Auch beim Rücktritt von Pascal Couchepin war ihr Name im Spiel, sie winkte damals allerdings ab.
Fässler: SP-Frau wird gewählt
Hildegard Fässler erklärte am Morgen vor den Medien, sie sehe einen allfälligen Zweikampf mit der Berner Ständerätin und Bundesratskandidatin Simonetta Sommaruga um den SP-Sitz als «Win-win- Situation». Die 59-jährige St. Gallerin nimmt an, «dass eine SP-Frau gewählt wird».
Vor dem Bundesratsamt und dem damit verbundenen Medienrummel habe sie Respekt, sagte Fässler. In der Landesregierung würde sie sich «für eine nachhaltige Politik einsetzen». Dazu gehörten die langfristige Sicherung der Sozialwerke, eine ökologische Steuerreform und der Einsatz für den Werkplatz Schweiz.
Zudem sei es nötig, den Service public zu stärken, sagte die studierte Naturwissenschafterin und Mathematiklehrerin. Fässler sieht sich nicht in erster Linie als Vertreterin der Ostschweiz.
Für die Zusammensetzung des Bundesrat sei die Kompetenz am wichtigsten. Mit 13 Jahren politischer Erfahrung in Bern bringe sie «eine gewisse Finanz- und Wirtschaftskompetenz» mit.
SVP: Giezendanner meldet sich
Bei der SVP, welche die frei werdenden Sitze beider Parteien angreifen will, tat sich am Donnerstag etwas auf dem bisher leeren Anwärter-Tableau: Der Aargauer Nationalrat Ulrich Giezendanner überlegt sich eine Bundesratskandidatur. Der 56-jährige Transportunternehmer will sich in den nächsten Tagen entscheiden.
Die SVP Aargau hatte ihn angefragt. Der Thurgauer Nationalrat Peter Spuhler hingegen erteilte seiner Partei eine Absage. «Ich persönlich stehe nicht zur Verfügung», sagte er im Interview mit «Radio Top».
Gleichzeitig kritisierte Spuhler seinen Parteikollegen Caspar Baader: Dessen Rückzug sei für die Partei überraschend erfolgt - es sei eigentlich klar gewesen, dass der Fraktionschef als Bundesratskandidat antreten werde.
Weitere Verzichte bei der FDP
Bei der FDP gaben am Donnerstag weitere Exponenten ihren Verzicht auf eine Bundesratskandidatur bekannt. Es waren das die Glarner Regierungsrätin Marianne Dürst und ihr Urner Amtskollege Josef Dittli.
Um die Nachfolge von Merz bewerben sich damit neben Keller-Sutter bisher die Nationalräte Johann Schneider-Ammann (BE), Ruedi Noser (ZH) und Ignazio Cassis (TI).
Seitens der SP stehen neben Fässler die Ständerätin Simonetta Sommaruga (BE) und die baselstädtische Regierungsrätin Eva Herzog in den Startlöchern für die Nachfolge von Moritz Leuenberger.
Zweier-Pakete aus den Kantonen
Mit Fässler und Keller-Sutter hat mit St. Gallen bereits der zweite Kanton nach Bern ein Zweier-Paket für die Wahlen in die Landesregierung vom 22. September angemeldet. In Bern treten Sommaruga und Schneider-Ammann an.
Im Kanton Zürich dürfte sich zum offiziellen FDP-Kandidaten Ruedi Noser noch SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr gesellen. Sie entscheidet am 26. August.
Im Kanton Basel-Stadt zeichnet sich die Konstellation von SP- Regierungsrätin Eva Herzog und FDP-Nationalrat Peter Malama ab. Malama dürfte seine Kandidatur am Freitag bekanntgeben. (oku/sda)
Erstellt: 19.08.2010, 15:04 Uhr
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38 Kommentare
Frau Keller-Sutter wäre die ideale FDP-Wahl: Sie würde im Bundesrat mehr als nur ihren Mann stellen. Es ist leider zu befürchten, dass sie zu stark, unabhängig und gradlinig ist, um von linken Parlamentarierinnen und von Mitte-links Männern, die schwachen Bundesräten den Vorzug geben, gewählt zu werden. Antworten
Respekt Frau Keller-Sutter oder Sutter-Keller oder wie denn? Ich finde, das mit den Doppelnamen sollte in der Politik abgeschafft werden. Oder dienen diese als Starthilfen, um allenfalls zu mehr Stimmen zu kommen. Bei Frau Widmer-Schlumpf hat es gewirkt! Antworten
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