In den Notfall statt zum Hausarzt
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Wenn sie krank sind oder sich verletzt haben, wenden sich immer mehr Menschen direkt an die Notfallstation eines Spitals. Das Notfallzentrum des Inselspitals hat dieses Phänomen untersucht und am Sonntag seine Ergebnisse den Medien mitgeteilt. Unter die Lupe genommen wurden rund 10'000 sogenannte Walk-in-Patienten, die in den Notfall kamen und dort als nicht dringliche Fälle diagnostiziert wurden. Sie hatten also Beschwerden, von denen die meisten auch vom Hausarzt behandelt werden könnten.
Doch die Aufforderung, statt den Notfall den Hausarzt aufzusuchen, greift gemäss den Erkenntnissen des Inselspitals zu kurz, weil viele dieser Personen schlicht keinen Hausarzt haben. Aus der Insel-Studie gehen folgende Zahlen hervor: 17 Prozent der in der Studie erfassten Schweizer haben keinen Hausarzt. Bei den Ausländern sind es gar 43 Prozent.
Die Gründe
Vor allem bei den Ausländern sei das schweizerische Hausarztsystem zu wenig bekannt, teilt das Inselspital mit. In der Studie werden weitere Ursachen in Betracht gezogen. Möglicherweise bestehe ein Mangel an Hausärzten ausländischer Herkunft, welche auf die kulturellen Hintergründe der ausländischen Patienten eingehen könnten.
Möglich sei weiter, dass ausländische Patienten aus Angst, am Arbeitsplatz zu fehlen, nicht einen Hausarzt, sondern in Randzeiten eine Notfallstation aufsuchten. So zeigt sich, dass viele ausländische Patienten den Notfall nachts und am Abend aufsuchen. Diese Patienten müssten mit dem schweizerischen Hausarztsystem besser vertraut gemacht werden, denn bei leichteren Beschwerden könnten die Hausärzte in der Regel bessere und kostengünstigere Behandlungen anbieten als Notfallstationen von Spitälern, halten die Studienautoren fest.
Die Variante
Der Trend, dass viele Patienten direkt den Notfall aufsuchen, wird sich gemäss Heinz Zimmermann, Direktor und Chefarzt des Insel-Notfallzentrums, in Zukunft noch verstärken. Damit die Kosten nicht ins Uferlose wachsen, brauche es zentralisierte Notfallstationen mit wirklich ausgelasteter Infrastruktur.
Dass der Anteil der nicht dringlichen Walk-in-Fälle nur etwa 45 Prozent aller Fälle im Notfall des Inselspitals ausmache, hänge auch damit zusammen, dass das Inselspital schon vor einigen Jahren zusammen mit der Klinik Sonnenhof mitten in der Stadt Bern am Bubenbergplatz den City Notfall eingerichtet haben. Dort werden Patienten mit leichten Verletzungen oder Erkrankungen rasch und kostengünstig versorgt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.11.2010, 09:57 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






