«Ich zahle in der Schweiz freiwillig Steuern»

Fall EcclestoneDer Milliardär und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone spricht öffentlich kaum je über seine finanziellen Verhältnisse. Nun macht er eine Ausnahme. Der Grund: Die Gegner der Pauschalbesteuerung schlachten seine Steuersituation aus.

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Sie zahlen in der Schweiz nur Pauschalsteuern. Sind Sie privilegiert?
Bernie Ecclestone: Es stimmt nicht, dass ich meinen Wohnsitz in der Schweiz habe, um meine Steuern zu optimieren. Ich werde seit jeher nicht nur hier, sondern auch in England voll besteuert. Ich bin auch in London ansässig und dort unbeschränkt steuerpflichtig.

Das heisst, Sie zahlen auch in England Steuern?
Ja, ich zahle auch dort Steuern.

Wie viel?
Ich kann Ihnen sagen, dass ich in beiden Ländern viel Steuern bezahle.

Wie viel Ihrer Zeit verbringen Sie in der Schweiz?
Das ist nicht jedes Jahr gleich. Und es ist auch nicht so entscheidend. Den grössten Teil der Zeit – rund 70 bis 80 Prozent – bin ich nach wie vor weltweit geschäftlich unterwegs.

Gemäss dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien müssen Personen, die in beiden Ländern Wohnsitz haben, nur dort Steuern zahlen, wo ihr Lebensmittelpunkt ist. Warum zahlen Sie trotzdem in zwei Ländern?
Ich weiss, dass ich das Doppelbesteuerungsabkommen geltend machen könnte. Würde ich mich darauf berufen, müsste ich in der Schweiz keine Steuern zahlen.

Warum ist diese Sache für Sie so klar?
Mein steuerlicher Lebensmittelpunkt ist aufgrund meiner persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse eindeutig in London. Wenn ich vom Doppelbesteuerungsabkommen Gebrauch machen würde, würde ich in der Schweiz – trotz Wohnsitz hierzulande – lediglich als Ferienhausbesitzer besteuert.

Sie behaupten also, dass Sie in der Schweiz freiwillig Steuern zahlen?
Ich behaupte das nicht. Denn das ist so. Ich zahle in der Schweiz freiwillig und gerne Steuern.

Warum?
Ich zahle gerne hier Steuern, weil in der Schweiz die Steuern nicht verschwendet werden.

Es ist schwierig zu glauben, dass jemand in einem Land so ganz ohne Nutzen Steuern bezahlt, die er eigentlich nicht zahlen müsste. Warum tun Sie das?
Sehen Sie, ich habe in meiner zweiten Heimat, der Schweiz, auch anderswo Geld gegeben, ohne dies mit einem Nutzen zu verbinden.

Wo?
Ich habe den Bergbahnen Glacier 3000 rund 15 Millionen Franken gespendet und weitere 30 Millionen Franken dem Hotel Olden in Gstaad. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 30.10.2014, 09:20 Uhr)

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