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«Ich sah Andrea Stauffacher. Da wollten wir kein Risiko eingehen»

Von Christoph Aebischer. Aktualisiert am 23.01.2012 27 Kommentare

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) ist zufrieden mit dem Polizeieinsatz vom Samstag. Die unbewilligte Demonstration im Keim zu ersticken, sei richtig gewesen.

1/27 Sicherheitsdirektor Reto Nause ist mit dem Polizeieinsatz vom Samstag zufrieden.
Bild: BZ

   

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Reto Nause, wohin steuert die Stadt mit solch massiven Polizeieinsätzen wie am Samstag?
Reto Nause: Jede Kundgebung wird als Einzelfall behandelt. Wir besprechen die Vorgehensweise im Vorfeld zusammen mit der Polizeidirektion und der Kantonspolizei. Am Samstag war es angezeigt, einen Demozug durch die Innenstadt zu verhindern.

Wieso?
Es wurde zu Gewalt aufgerufen, von der sich niemand distanzierte. Unser Versuch, am Freitag Kontakt mit den Organisatoren aufzunehmen, scheiterte. Von Beginn weg wurden dann Petarden gezündet. Ich sah von meinem Standort auf der Passerelle beim Bollwerk Andrea Stauffacher, die wegen Sprengstoffanschlägen verurteilte Öko-Aktivistin aus Zürich. Da wollten wir kein Risiko eingehen.

Welches Signal wollen Sie mit diesem Vorgehen aussenden? Nie mehr unbewilligte Demos und das Ende der Deeskalationsstrategie?
Nein. Es ging darum, Sachbeschädigung zu vermeiden und unbeteiligte Dritte zu schützen. Dieses Ziel hat die Polizei erreicht.

Die eine Seite lobt den Polizeieinsatz. Wenn man will, gehts doch!, sagen sie. Befürchten Sie Stunk von der anderen Seite?
Wir beobachten die Situation aufmerksam. Die Ausgangslage ist aber die: Hinter der Demo vom Samstag standen vor allem Kreise aus Zürich, nicht aus Bern.

153 Anzeigen. Sollen Demoteilnehmer kriminalisiert werden?
Die angezeigten Personen stammen zur Hauptsache aus dem Kessel beim Bollwerk. Bei der Heiliggeistkirche waren die Leute deutlich weniger militant. Sie wurden zwar kontrolliert, aber mehrheitlich an Ort und Stelle wieder freigelassen. Die Polizei bewies also Augenmass und verzeigte die Richtigen.

Dieser Einsatz kostete sicher gegen eine halbe Million Franken. Wie oft kann sich Bern einen solchen Aufwand leisten?
Die Zahl kommentiere ich nicht. Der Einsatz ist im Rahmen des Ressourcenvertrags, den die Stadt mit dem Kanton abgeschlossen hat, abgedeckt.

Sie befinden sich im Wahljahr und sind sicher froh über den glimpflichen Verlauf der Demo?
Ich bin immer froh, wenn es nicht zu Ausschreitungen kommt. Wir fahren mit der Einzelbeurteilung von Anlässen gut, denke ich. In den letzten Jahren kam es auf jeden Fall zu keinen grösseren Sachbeschädigungen mehr. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.01.2012, 08:56 Uhr

27

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27 Kommentare

Paul Gerber

23.01.2012, 09:51 Uhr
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BRAVO, Herr Nause!
Endlich haben Sie ein Zeichen gesetzt gegen die gewaltbereiten Chaoten aus dem rechtsfreien Raum Reitschule. Die Polizei darf dort nach einer Gewaltanwendung nicht eintreten, es sei denn, die Führung der Reitschule gebe ihr Einverständnis dazu, was sie aus verständlichen Gründen nie macht. Das hat die linke Stadtregierung mit der Reitschule so vertraglich geregelt.
Antworten


Gianni Weidmann

23.01.2012, 11:00 Uhr
Melden 54 Empfehlung

Endlich einmal richtig gemacht .Ich mag es nicht mehr höhren: "friedliche, gewaltfreie Demo" und nachher verbleiben enorme Schäden an Gebäuden und Infrastruktur und die Polizei rennt den Tätern hinterher. Vorher handeln und unterbinden, das wäre schon lange fällig gewesen. Weiter so und vorallem die "Vermummten" rigoros entfernen. Die vorherigen Aufrufe im Inernet sind Legitimation genug! Antworten




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