«Ich bin jemand, der Wirtschaft etwas Wichtiges findet»
Von Verena Vonarburg. Aktualisiert am 22.06.2010 2 Kommentare
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Herr Matter, man kennt Sie nicht sehr gut. Was sind Sie für ein Mensch?
Ich bin jemand, der sehr lange schon Journalist ist, breite Interessen hat. Als Journalist habe ich vor allem im Informationsbereich gearbeitet. Es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag nur Zeitungen lese, Radio höre und Fernsehen schaue. Ich gehe sehr gern ins Kino, ins Konzert, und ich kaufe sehr gern ein und koche.
Sie haben in diesem Fall auch eine menschliche Seite. Es wird kolportiert, auf der sozialen Seite müssten Sie noch etwas zulegen.
Wenn das behauptet wird, dann wird etwas dran sein. Aber ich glaube, dass jene, die eng mit mir zusammengearbeitet haben, sich nie beklagt haben. Ich habe immer sehr gute und sehr intensive Beziehungen gehabt. Man kann mit mir streiten, ohne dass ich das jemandem nachtrage. Der Streit gehört in einem Unternehmen dazu, der konstruktive Streit, wo man um die besten Lösungen kämpft. Nach meiner Erfahrung waren solche intensive Diskussionen schon häufig die Grundlage für gute, freundschaftliche Beziehungen.
Warum sind Sie der richtige Mann für diesen Job?
Ich bringe grosse publizistische Erfahrung mit. Das ist wichtig in dieser Position. Ich habe aber auch eine grosse Managementerfahrung. Ich habe internationale Erfahrung. Ich kenne das Radio, und das Fernsehen fast noch besser, weil ich länger in meinem Leben Fernsehen gemacht habe. Das ist, denke ich, im Moment die richtige Kombination.
Wie stehen Sie zum neuen Generaldirektor Roger de Weck?
Wir kennen uns schon länger. Wir haben gerade, wenn es um journalistische Grundsatzfragen der Qualität in den Medien geht, sehr ähnliche Positionen. Wir beide finden es wichtig, dass Fernsehen und Radio in der Deutschschweiz eine grosse Informationsleistung erbringen, die richtigen relevanten Themen auswählen und diese Themen auch so bearbeiten, dass sie ein grosses Publikum verstehen kann.
De Weck ist von den Bürgerlichen als zu links kritisiert worden. Wo stehen Sie politisch?
Ich weiss nicht im Detail, wo die Position von Roger de Weck ist. Ich bin sicher jemand, der Wirtschaft etwas Wichtiges findet. Ich bin in diesem Sinn das, was man schlagwortartig einen liberalen Wirtschafter nennt.
Herr Matter, was ändert mit der Konvergenz konkret fürs Publikum?
Im ersten Jahr wird sich nicht sehr viel ändern. Wir müssen zuerst die Strukturen anpassen. Nachher werden wir mehr Recherchen haben, denn wir werden mehr Kapazitäten für Recherchen haben, mehr Kapazitäten für Hintergrundberichterstattung. Und wir können das alles dann auch im Rahmen des «added value» ins Internet stellen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.06.2010, 23:10 Uhr
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