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Helmpflicht hält Kinder vom Velofahren ab
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Es gibt kaum ein Thema, über das sich Velofahrer so erbittert streiten können wie über das Für und Wider von Fahrradhelmen. Eine amerikanische Studie zeigt auf, welche Folgen eine Helmpflicht für Kinder und Jugendliche hat.
Die Ergebnisse sind zweischneidig. Einerseits erreicht die Helmpflicht klar das Ziel, Velofahrer zum Tragen von Helmen zu animieren und sie dadurch bei Unfällen vor schweren Kopfverletzungen zu schützen. Andererseits gibt es aber beträchtliche Nebenwirkungen: Sich nur noch mit Helm auf den Drahtesel setzen zu dürfen, schreckt in einem erheblichen Ausmass vom Velofahren ab.
Die Forscher illustrieren dies an den tödlichen Unfällen: Die Wahrscheinlichkeit von schweren Schädel-Hirn-Traumata sinkt in den USA bei der Benutzung von Velohelmen um 85 Prozent. Doch diese Schutzwirkung ist nicht allein der Grund für den Rückgang der tödlichen Unfälle. Die Helmpflicht führte dazu, dass Kinder und Jugendliche deutlich weniger Fahrrad fuhren. Rund vier bis fünf Prozent liessen das Velo stehen.
Bund und Verein Pro Velo uneinig
Trotzdem will der Bund ein Helmobligatorium für Kinder bis 14 Jahren in der Schweiz einführen. «Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Sie müssen daher besonders geschützt werden», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Einen Rückgang befürchtet Rohrbach indes nicht. «Bereits heute fahren 70 Prozent der Kinder mit Helm. Mit diesem Vorschlag wollen wir die Sicherheit der jungen Velofahrer weiter verbessern», sagt er. Nächsten Sommer entscheidet das Parlament über das vom Bundesrat lancierte Verkehrssicherheitsprogramm Via Sicura.
Heute tragen 40 Prozent der Erwachsenen und 70 Prozent der Kinder in der Schweiz freiwillig einen Helm. «Damit sind wir offenbar nahe der Schmerzgrenze. Viel mehr Leute sind unserer Meinung nach nicht bereit einen Helm zu tragen», sagt Christoph Merkli vom Verein Pro Velo. «Sicherer werde das Velofahren durch ein Helmobligatorium ja nicht». Die Sicherheit könne dadurch gesteigert werden, dass mehr Velofahrer unterwegs sind. «Ein Obligatorium ist auch bei Kindern und Jugendlichen kontraproduktiv: Sie fahren dann einfach weniger Velo.» Laut Merkli ein Rückgang mit Folgen: «Fährt ein Kind nicht Velo, fährt es auch als Erwachsener nicht.» Deshalb setze Pro Velo auf Freiwilligkeit.
(Bernerzeitung.ch/Newsnetz)
Erstellt: 09.02.2010, 13:00 Uhr
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