«Haitianer in der Schweiz unter Schock»
Von Richard Diethelm. Aktualisiert am 15.01.2010
Carl-Alex Ridoré.
Artikel zum Thema
- Wenn die Erde zittert
- Die Schweiz hilft später
- «Ich habe von 30'000 bis 50'000 Toten gehört»
- Schweizer Hilfswerke suchen ihre Leute auf Haiti
- «Die Schweiz entscheidet heute um 17 Uhr»
- Cholera forderte in Haiti schon 7000 Tote
- Studie: UNO-Soldaten haben die Cholera eingeschleppt
- US-Bericht spricht von fünfmal weniger Opfern beim Erdbeben in Haiti
Stichworte
Als Oberamtmann ist Carl-Alex Ridoré im Freiburger Saane-Bezirk für die Sicherheit und den Schutz vor Naturereignissen zuständig. Der 1972 in der Schweiz geborene Sohn von Einwanderern aus Haiti unterhält gute Beziehungen zum Herkunftsland und zu den etwa 500 Haitianern in der Schweiz.
Herr Ridoré, haben Sie etwas von Ihren Verwandten in Haiti gehört?
Nein, leider nicht. Einer meiner Verwandten ist soeben von Nordamerika, wo ein grosser Teil meiner Familie lebt, nach Haiti zurückgekehrt. Auch von ihm habe ich noch keine Nachricht.
Wie ist die Stimmung in der haitianischen Diaspora?
Die Haitianer in der Schweiz stehen unter Schock. Das Land wird leider regelmässig von Katastrophen heimgesucht. Aber dieses Beben übertrifft angeblich alles. Das macht mir grosse Sorgen.
In Haiti häufen sich Naturkatastrophen und politische Krisen. Zieht Ihr Herkunftsland das Unglück an?
Diese Frage stelle ich mir seit 37 Jahren. Über die Ursachen der Naturkatastrophen wissen Klimatologen und Geologen besser Bescheid als ich. Die Folgen werden jedoch durch den schlechten Allgemeinzustand des Landes verstärkt. Bei jedem Besuch stellte ich betroffen fest, dass die nötige Infrastruktur entweder fehlt oder in einem miserablen Zustand ist. Hinzu kommt die verbreitete Armut in der Bevölkerung. Ganz zu schweigen von der politischen Lage im Land.
Kann dieses Erdbeben dazu führen, dass in Haiti erneut schwere politische Konflikte ausbrechen?
Es ist zu früh, um mich in Spekulationen über die Politik zu ergehen. Gegenwärtig fürchte ich vielmehr, dass wegen der schlechten Grundversorgung Epidemien ausbrechen. Das Risiko ist gross, falls es viele Tote gegeben hat und die Versorgung mit Trinkwasser und Strom zusammengebrochen ist.
Die Schweiz leistet in Haiti seit langer Zeit Entwicklungshilfe. 2006 startete sie ein humanitäres Sonderprogramm. Was kann sie jetzt tun?
Ich bin froh, dass die Schweiz und andere Länder sofort eine Helferequipe losgeschickt haben. Nach dieser ersten Phase der Nothilfe sollte es Ziel der herkömmlichen Entwicklungszusammenarbeit sein, die Infrastruktur in Haiti zu verbessern. Ein Spital zum Beispiel nützt wenig, wenn es keine Medikamente, keine Zufahrtsstrasse oder keinen Strom hat oder wenn es an einer guten Ausbildung des Personals mangelt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.01.2010, 13:26 Uhr
Schweiz
- 18:44Nach dem Kampfjet erhitzen die Militärvelos die Gemüter
- 15:25Hacker dringen in EDA-Computernetzwerk ein
- 12:32Kriminaltouristen rücken mit schwerem Geschütz vor
- 10:49So will Levrat ein Nein zu den Steuerabkommen erzwingen
- 08:32FDP-Präsident Müller will Gripen abschiessen
- 23:34Roger de Weck in der Kritik
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






