Getuschel in den Hinterzimmern
Aktualisiert am 30.08.2010 14 Kommentare
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Seit letzter Woche treffen sich die Parteileitungen und Fraktionsspitzen zu bilateralen Gesprächen. Wer sich wann mit wem an den Tisch setzt und um was es dabei geht, bleibt geheim. Die Verantwortlichen hüllen sich in Schweigen.
«Dazu kann ich nichts sagen», lautet etwa die Auskunft von CVP- Generalsekretär Tim Frey. «Erste Gespräche haben stattgefunden, weitere folgen», ist alles, was sich Stefan Brupbacher von der FDP entlocken lässt.
SP-Generalsekretär Thomas Christen erklärt immerhin, dass es um «formelle und technische Fragen» gehe, etwa um den Zeitpunkt der Nominationen und den Fahrplan für die Hearings. «Es ist im Interesse aller, dass die Wahlen transparent und ordentlich über die Bühne gehen», sagte er.
Betont unaufgeregt
Dramatische oder unvorhergesehene Entwicklungen zeichneten sich nicht ab. «Es ist schliesslich nicht der Sinn solcher Gespräche, im Hinterzimmer irgendwelche Absprachen zu treffen», betonte Christen.
Etwas offener gibt sich Miriam Behrens, Generalsekretärin der Grünen: «Wir wollen ein klares Feedback auf unseren Anspruch, wir wollen wissen, wie unsere Chancen sind», sagte sie auf Anfrage. Die Grünen suchten das Gespräch mit allen grösseren Parteien ausser mit der SVP: «Das macht offensichtlich keinen Sinn.»
Bei der grössten Fraktion im Parlament stehen die bilateralen Gespräche mit SP, FDP und CVP diese Woche an, wie SVP- Generalsekretär Martin Baltisser sagte. Am Dienstag entscheidet die Parteileitung auch, wen sie der Fraktion als Kampfkandidaten vorschlagen will. Fünf Personen haben sich nach Angaben der Partei dafür zur Verfügung gestellt - um wen es sich handelt, gab die SVP allerdings nicht bekannt.
Nominationen stehen an
Bei der SP stehen derzeit vier Namen auf der Kandidatinnen-Liste. Am Montag um Mitternacht läuft die Frist für Anmeldungen ab. Er rechne aber nicht damit, dass es weitere Kandidaturen gebe, sagte Generalsekretär Christen.
Bereits am Mittwoch will die Geschäftsleitung die Hearings mit den Kandidatinnen durchführen und noch am gleichen Tag ihre Empfehlungen bekannt geben. Die Nominationen sollen dann am 14. September stattfinden.
Am gleichen Tag wollte ursprünglich auch die FDP-Fraktion beschliessen, wen sie ins Rennen um die Nachfolge von Hans-Rudolf Merz schickt. Der Entscheid fällt nun möglicherweise schon früher: Fraktionschefin Gabi Huber wolle vorschlagen, bereits an der Fraktionssitzung vom Freitag zu nominieren, bestätigte FDP-Sprecher Noé Blancpain eine Information der «Neuen Zürcher Zeitung». (bru/sda)
Erstellt: 30.08.2010, 22:49 Uhr
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