Geklaute Bankdaten: «Schweiz steht mit dem Rücken zur Wand»

In einem deutschen Interview erklärt der ehemalige Schweizer Preisüberwacher, Rudolf Strahm, warum die Schweiz so aggressiv auf das Vorgehen von Deutschland im Steuerstreit reagiert.

Das Bankgeheimnis werde überschätzt: Ehemaliger Schweizer Preisüberwacher Rudolf Strahm

Das Bankgeheimnis werde überschätzt: Ehemaliger Schweizer Preisüberwacher Rudolf Strahm
Bild: Keystone

Ob sich die Schweiz dem Steuerdruck aus dem Ausland weiter widersetzen könne, fragt «Spiegel Online» den Schweizer Wirtschaftsexperten Rudolf Strahm in einem Interview. Dieser antwortet, dass die Schweiz mit den USA, mit Italien, mit Frankreich und mit Deutschland im Streit liege und dass sich bald Brüssel einschalten werde.

Die Schweiz stehe faktisch mit dem Rücken zur Wand und habe im Moment eine schwache Führung. Das Image des Landes in der Welt leide jeden Tag mehr. Doch in der Bevölkerung und in Teilen der bürgerlichen Elite finde, was das Bankgeheimnis angehe, ein Umdenken statt. Trotzdem befinde sich die bürgerlichen Elite der Schweiz in einem schmerzhaften Anpassungsprozess an die neue Realität. Dabei entstünden Aggressionen.

Das Bankgeheimnis sei von dieser Elite jahrzehntelang als Mythos gepflegt und mit der Schweizer Identität verschmolzen worden, es habe als wesentlicher Teil des Schweizer Sonderfalls gegolten. Dadurch sei eine kulturelle Dominanz der Bankenlobby, die das Denken in dieser Frage kolonialisiert habe, entstanden.

Bankgeheimnis wird überschätzt

Dabei werde die Bedeutung des Bankgeheimnisses massiv überschätzt, so Strahm gegenüber «Spiegel online». Die Schweiz sei in Wahrheit nicht einfach wegen der Banken so reich, sondern wegen der starken Verankerung der Industrie- und Dienstleistungsfirmen, in denen dank eines guten Berufsbildungssystems teure Präzisionsarbeit geleistet werde.

Die Banken hätten vor der Krise einen Anteil von neun Prozent an der Gesamtwirtschaftsleistung der Schweiz gehabt. Insgesamt nur 3,2 Prozent aller Beschäftigten arbeiten bei Banken. Und von den 330 registrierten Banken in der Schweiz seien nur 30 bis 40 in der aktiven Akquisition ausländischer Privatkundengelder tätig, darunter die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, die 14 Privatbanken und etwa zwei Dutzend Niederlassungen ausländischer Banken.

Das bedeute, es falle den Schweizern nicht aus wirtschaftlichen Gründen schwer, das Bankgeheimnis abzuschaffen, sondern es gehe vielmehr um eine Frage der Identität, stellt Spiegel online fest. Es sei ein Mythos und der sei eng verbunden mit dem Bild, das die Schweiz im Zweiten Weltkrieg von sich selbst entworfen habe: ein abgeschotteter, neutraler Sonderfall. Deswegen falle es der Schweiz so schwer, sich davon zu lösen.

(tan)

Erstellt: 08.02.2010, 20:48 Uhr

44 KOMMENTARE

Luzia Keller

09.02.2010, 16:38 Uhr

@ Hans-Rudolf Zürcher: ja, leider ist es genau so! Ohne diese Parteispenden in Millionenhöhe könnten die bürgerlichen Parteien ihre Plakatkampagnen kaum finanzieren und den einfachen Bürger manipulieren. Wenn mit gleich langen Ellen gemessen wird, dann erst ist Politik demokratisch zu verstehen, vorher eine Farce! @ oliver keller: selten so gelacht heute als über Ihr kurzes träfes Statement!


Pat Sulzberger

09.02.2010, 15:35 Uhr

@Gion Saram: ich hoffen ja nicht, dass Sie tatsächlich denken, dass der Staat nicht weiss, was sich auf Ihrem Konto so tut. Eine 'kleine' Unstimmigkeit und schon tanzen Sie mit Ihren Unterlagen beim Steueramt oder bei den Untersuchungsbehörden an. Es stimmt schon, dass das Bankkundengeheimnis Sinn macht, denn Sie können die Konti des Untersuchungsrichters nicht einsehen!


Peter Jenzer

09.02.2010, 14:12 Uhr

Nicht ganz richtig Herr Strahm. Dank dem Parteiprogramm gewisser linksintellektueller Parteigenossen steht die Schweiz mit dem Rücken zur Wand. Um den Traum einer blütenweissen, europhilen Gutmenscheninsel zu verwirklichen nehmen sie die Rolle des Steigbügelhalters gerne war.


Ruedi Lais

09.02.2010, 12:04 Uhr

Eine treffende, vom politischen Tagesgeschäft im Bundeshaus wohltuend unabhängige Analyse eines Sozialdemokraten! Dass die Blog-Freunde von der SVP nun schweigen, spricht für Ruedi Strahms Argumentation. Ich wünsche mir, dass seine Texte via Zirkulationsmappen der Bundesräte und Parteipräsidenten zu einem politischen Neubeginn führen.


Hans-Rudolf Zürcher

09.02.2010, 10:52 Uhr

@Bär: Die Banken haben mit ihrem missionierendem Bankgeheimnis-Kult unsere Kritikfähigkeit eingeschläfert. Die Bürgerlichen haben pro Jahr ca. 1 Million Parteispende erhalten und waren das Mundwerk der Banken. Wir müssen uns aus dem Schatten der heiligen Kuh, dem Bankgeheimnis, befreien. Das Volk hat am meisten verloren, die Banken schreiben schon wieder Gewinn.


Peter Müller

09.02.2010, 10:33 Uhr

Das Bankgeheimnis bzw die feinsinnige Trennung zwischen Hinterziehung und Betrug betrifft in starkem Ausmass die Steuerpolitik der umliegenden EU-Länder. Laut SF ECO beträgt dieses Ausmass satte 800 Mrd Franken Schwarzgeld. Nun ist es so, dass die absolute Mehrheit aller Europäischen Länder dies nicht mehr billigen möchte. Wie ist das jetzt mit der Demokratie und den Mehrheitsverhältnissen?


Stefan Nidderer

09.02.2010, 10:11 Uhr

Auf den Punkt gebracht, Herr Strahm. Befreien wir uns endlich aus der Geiselhaft der Banken! Wir haben mehr zu bieten als Steuerhinterzieher zu decken.


Gion Saram

09.02.2010, 10:10 Uhr

@Rainer Burri. Sie bringen die Sache auf den Punkt. Es wird Zeit den Banken klar zu machen das ihre Interessen nicht mit denen der Schweiz parallel laufen. Uebrigens sind ja die grössten Nutzniesser des Bankgeheimnisses die Auslandsbanken. Das BG Geheimnis für Einheimische muss aber beibehalten werden, es ist ein Schutzmassnahme gegen einen immer gierigeren Staat.


Heinz Köhli

09.02.2010, 10:06 Uhr

Was Liechtenstein und England gemacht haben, wird die Schweiz wohl auch tun. Auch danach haben wir einen Vorteil bezüglich einer (noch) geringeren Staatsquote und damit einer (noch) geringeren Steuerlast. Hier müssen wir weiter ansetzen. Steuersatz für CH-Holdings auf Holdings der EU und weitere Senkung der Unternehmenssteuern. Ansonsten wird es auch dort unangenehm.


manuel schweizer

09.02.2010, 10:06 Uhr

@manuel bär: Ich bin arbeitsloser Banker. Wie viel Borniertheit verträgt die CH? Anstatt für unser Land Lösungsansätze zu suchen, poltern Sie - wie von der SVP vorgegeben - mit Links/Rechts Kategorien. Dank SVP und den Bürgerlichen haben wir die UBS retten müssen und die Banken haben massiv Geld und Reputation verloren. Sogar Ihr Chef, Blocher, sieht das ein. Schade, dass sie es nicht sehen.


Dieter Wundrig

09.02.2010, 09:52 Uhr

Recht hat er und auch noch Mut,dieser Herr Strahm, aber wohl ein Nestbeschmutzer. Dagegen ein aufrechter Heimatschützer der Herr Köppel, einstudierte und immer gleiche Sätze in jeder Fernsehsendung, schon eher peinlich und unglaubwürdig.Man muss sich ja wirklich fragen,weshalb für Ausländer Steuerhinterziehung und Steuerbetrug zwei Stiefel sind.Für den Inländer aber beides strafbar ist!


oliver keller

09.02.2010, 08:49 Uhr

@Manuel Bär: jaja, Sie sind eben von der EU umzingelt, ergeben Sie sich! Strahm hat völlig Recht mit seinem Statement, so kanns nicht weitergehen!


Eugen Boller

09.02.2010, 08:45 Uhr

Endlich einmal ein realer Ansatz zum Thema! Wir wollen frei sein, ein einig Volk, heisst es in der Verfassung. Freiheit hat jedoch auch mit Verantwortung zu tun. Der Fall des Bankgeheimnis ist eine klare Chance, uns ein wenig aus der Versklavung des Kapitalismus zu befreien wie auch die Glaubwürdigkeit gegenüber der globalen Armut wieder zu erlangen. Nicht nur Verlust, sondern auch Chancen sehen!


Manuel Bär

09.02.2010, 08:37 Uhr

Holt Euch doch schnell noch den Bodenmann aus der Mottenkiste, dann habt Ihr einen weiteren Wendehals, der nach Preisgabe des KUNDEN-Bankgeheimnisses schreit. Die Linken wollen uns in die EU verkaufen, nothing else. Deshalb der Wunsch nach dem gläsernernem Bürger, Abschaffung der Volksabstimmungen und des KUNDEN-BG. Die Rechnung dafür wird Euch dann im 2011 präsentiert, rote Mitbürger...


Fred Büchi

09.02.2010, 08:32 Uhr

In diesem Land - Strahm nennt das leider nicht - dreht sich viel um Begriffe, deren Ursprung nicht mehr bekannt ist, weil Geschichte keine Rolle zu spielen scheint. Das war bei den Holocaust-Geldern und vielen andern Fällen genau so. Das Problem scheint darin zu liegen, dass eine starke Identität fehlt, die mit Mythen nicht zu erreichen ist. Deshalb auch das Risiko des völligen Scheiterns.


Andreas D. Meier

09.02.2010, 08:18 Uhr

Da kann man Rudolf Strahm nur zustimmen. Für die Schweiz bzw. die Grossbanken wird die Luft immer dünner. Dümmliche, verbale Kraftmeiereien aus dem rechten Lager helfen nicht weiter! Die Schweiz muss sich von den Mythen "Bankgeheimnis" und "Sonderfall" endlich trennen. Es richt muffig, der Aktivdienst ist endgültig vorbei, lüften wir (endlich) kräftig durch, das belebt die Hirnzellen!


Schober Erik

09.02.2010, 07:46 Uhr

@ Roland Moser: Die Schweiz muss nur nachfragen und wird gewiss Auskünfte erhalten. Die dt. Steuerbehörden verfügen aufgrund gesetzlicher Vorschriften über alle Daten Schweizer Kontoinhaber und dt. Banken erstellen ebenfalls eine Jahresbescheinigung für´s Steueramt.. Da aber dummerweise das Prinzip "Quid pro quo" gilt, hat noch nie jemand von CH-Seite nachgefragt. Seltsam, oder?


René Schumacher

09.02.2010, 07:23 Uhr

Eine bessere Analyse habe ich bis jetzt über unseren Mythos Bankgeheimnis noch nicht gelesen. Immer mehr Schweizer und Schweizerinnen erkennen, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Es darf nicht sein, dass eine kleine Geldelite uns mit so einem tödlichen Mythos hinters Licht führt. Danke Herr Strahm!


Roland Moser

09.02.2010, 06:16 Uhr

Im Ausland auf ausländischen Banken liegen auch einn paar Milliarden unversteuertes Vermögen und Einkommen von Schweizern mit Wohnsitz in der Schweiz. Wieso hat noch niemand Anstrengungen unternommen, dieses Geld zurückzuerhalten? Sind die DBA eine einseitige Sache? In D haben ca. 500'000 CH ein Konto zwecks Steuerbetrug. Wer liefert den CH-Steuerbehörden die Infos dazu? D? Wohl kaum. Hopp Merz!


Walter Krauer

09.02.2010, 02:44 Uhr

Man zahlt ja auch viel Geld auf Hinweise zur Auffindungen von anderen Kriminellen und das auch in der Schweiz.. ---- Oder bin ich falscher ?


Hans Gutscher

09.02.2010, 02:29 Uhr

Herzlichen Dank fuer diesen Artikel und die willkommenen Praezisionen von Rudolf Strahm. Endlich eine klare Analyse, die den Mythos Bankgeheimnis in's auch historisch richtige Licht stellt. Die Schweiz hat wahrlich bessere Werte und Leistungen anzubieten als Fluchtgelder zu horten und Steuerhinterziehern zu helfen. Ein Auslandschweizer, der hofft, dass sich die Schweiz zu ihren wahren Werten finde


Rainer Burri

09.02.2010, 02:27 Uhr

So, nun sollen die einst mächtigen Banken, die den Staat jahrelang auf Distanz hielten, die versalzene Suppe bitte endlich auch selbst auslöffeln! Sie waren sich der Risiken bewusst und streichen sich noch Heute satte Bonis ein. Rudolf Strahm schrieb mal DIE UBS IST NICHT DIE SCHWEIZ. Recht hat er!


Alfred Lager

09.02.2010, 00:10 Uhr

Ich frage mich schon lange, wofür das Bankgeheimnis gut ist, ausser zur Verschleierung von Schwarzgeld. Kann mir da mal jemand helfen?


Suzette Preiswerk da Mota Veiga

08.02.2010, 23:52 Uhr

Diese Analyse, wie die Schweizer sich mit ihrem Bankensystem identifizieren finde ich absolut zutreffend. Solange ein Land enorm hohe Steuersaetze ansetzt, werden die vermoegenden Buerger ihr Geld in Sicherheit bringen. Ist das Geld einmal nicht mehr in der Schweiz, sondern z.B. in Singapur, dann hat Deutschland keine Chancen so zu handeln wie es jetzt mit der Schweiz geschieht.


Jean PERRET

08.02.2010, 23:45 Uhr

Treffender könnte man "unser" Problem nicht beschreiben.... Rudolf Strahm sollte zur Pflichtlektüre werden... statt Tell und so ;-)


Peter Müller

08.02.2010, 23:18 Uhr

Das tönt ja alles plausibel. Aber der gute Herr Strahm hat leider das eine kleine Detail völlig vergessen zu erwähnen. Uns Schweizer ist unsere Privatsphäre wichtig! Dass die Deutschen, die ihre Leben schon wieder (ist ja nicht das erste Mal..!) einem Überwachungsstaat geopfert haben, keine Freude daran haben, dass wir nicht die gleichen Fehler machen, liegt wohl auf der Hand.


Markus Altdorfer

08.02.2010, 23:16 Uhr

Ich muss Herrn Strahm rechtgeben. Seine Meinung trifft den Nagel auf den Kopf!


rolf neff

08.02.2010, 23:11 Uhr

Gratulation an Herrn Strahm.Banklobbysten haben das Bankgeheimnis zu ihren Gunsten instrumentalisiert und pervertiert,obwohl die Mehrheit der Bevoelkerung gegen den Schutz von auslaendischen Steuerfluechtlingen ist.Die Schweizer Banken sind besser wie ihr Ruf und koennen sich auf dem Weltmarkt auch ohne dieses ominoese Vehikel behaupten.Die Schweiz braucht ein besseres Image im Ausland.Jetzt.


Jürg Hodel

08.02.2010, 23:06 Uhr

Ich habe den Artikel von Herrn Strahm mit wohlwollen gelesen. Vor vierzig Jahren verglich ich einige Banken mit den Schweizersöldnern des späten Mittelalters (die ersten ersetzten die zweiten). Ob die Schweiz mit dem Rücken zur Wand steht kann ich nicht beurteilen ; denke aber, dass der Datenklau ein Segen für die Schweiz ist und ein Problem für Deutschland ("Die Zeit", frei zitiert).


Bruno Froehlich

08.02.2010, 22:45 Uhr

Klare Worte, eine Analyse, die ich persoenlich unterschreibe. Mein seit 2o Jahren Gastland Griechenland demonstriert eben jetzt was Mythos und zwielichtige Politik bewirken. In der CH hat das Volk durch Mitbestimmung die Chance Veraenderung mitzutragen. Die Griechen sind verzweifelt und suchen ihr Heil im Streik. Zeit fuer die neue Identitaet CH in veraendert Umfeld.


Liliane Waldner

08.02.2010, 22:37 Uhr

Wegen dem Bankgeheimnis hat die Schweiz mit der EU kein Dienstleistungsabkommen geschlossen. Weil das Bankgeheimnis nicht mehr glaubwürdig ist, wäre es am besten, die Schweiz würde mit der EU in der Steuerfrage rasch eine Lösung finden und im Gegenzug freier Marktzugang für Banken und Versicherungen in der EU einhandeln. Dies würde volkswirtschaftlich mehr bringen als der tote Gaul Bankgeheimnis.


Yves Schneider

08.02.2010, 22:36 Uhr

Holocaust-Gelder vor gut 10 Jahren brachte die Schweiz, Banken und Versicherungen in die gleiche Situation. Nach langem abstreiten, mauern und einem riesigen Vertrauensverlust wurde klein beigegeben und Mia. bezahlt. Es waren die gleichen Kreise wie Heute, sie haben nichts gelernt. Schafft klare Verhältnisse, deklariert die Gelder und legt den Kunden nahe zu informieren, nur so sind wir glaubhaft


Urs Gautschi

08.02.2010, 22:16 Uhr

Tja... mit dem Rücken zur Wand. Ja, das ist zutreffend. Aber nicht die Schweiz! Sondern die Banken und ein paar Steuerhinterzieher. Warum sich also so aufregen? Dem mittelständischen Bürger kann was abgeht doch nur Recht sein. Noch was an die degenerierten Herren in der Politik: Wie wäre es mal zu reagieren so nach dem Motto: Angriff ist die Beste Verteidigung? Die Anderen haben auch Dreck am Hut!


Ernst Christen

08.02.2010, 22:15 Uhr

Auf den Punkt genau! So ist es, ich sage das schon seit 30 Jahren, danke Rudolf!


Jürg Fankhauser

08.02.2010, 22:11 Uhr

Alle reden vom Datenklau aber keiner ist betroffen. Wir wissen nichts von Strafanzeigen und über Recherchen einer Staatsanwaltschaft Der Gesamtbundesrat im Reduit und ohne einheitlichen Auftritt. Eine neue Hysteriewelle oder eine Jagd auf Phantomas? Dafür wimmelt es in unserem Land von Wendehälsen. Was wäre aus der Schweiz geworden, wenn die Anpasser 1933 Oberhand gewonnen hätten?


Manuel Peer

08.02.2010, 21:43 Uhr

wie schön.Endlich mal klare Worte eines gescheiten Schweizers. Wir haben noch mehr von denen, nur haben die letzten Wochen immer die anderen geredet.


Beat Mäder

08.02.2010, 21:42 Uhr

Der Artikel spiegelt die Realität wider. Und, für 'normale' Schweizerbürger und Kontoinhaber wurde und wird das Bankgeheimnis vergleichbar einem Emmentaler angewendet. Uebrigens, ausgerechnet Tochtergesellschaften deutscher Banken in der Schweiz wenden ebenso 'erfolgreich' die Steuerhinterziehung an, schliessen die Augen, halten sich das 'Formular-A' davor und nehmen nicht deklarierte Gelder an.


Florian Lienhard

08.02.2010, 21:37 Uhr

Mit dem engstirnigen Festhalten an diesem Mythos hat sich die Schweiz in eine denkbar ungünstige Verhandlungsposition gebracht. Die Bürgerlichen haben mit ihrer Abblockstrategie unserer Wirtschaft nachhaltig geschadet, die langfristigen Folgen sind schwer abschätzbar. Die aktuellen Trotzreaktionen sind hoch peinlich und sollten endlich einer offenen EU-Diskussion weichen. Strahm hat absolut recht.


Björn Wasberg

08.02.2010, 21:25 Uhr

Danke Rudolf Strahm für diese Worte! Genau so müssten Bundesrat und Parlament (insbesondere die Exponenten der bürgerlichen Parteien) die Frage des Bankgeheimnisses überdenken! Es sollte genug Mut vorhanden sein, einen - nicht mal wirtschaftlich extrem relevanten - Mythos über Bord zu werfen und analog des Fürtstentums Liechtenstein die Steuer- und Bankenpolitik zu überdenken!


Klaus Grimmer

08.02.2010, 21:10 Uhr

Vielen Dank Herr Strahm, für Ihre unaufgeregte Analyse. Es ist beruhigend, dass es in unserem Land noch Köpfe gibt, die in der Hitze des Tagesgeschehens die Uebersicht bewahren.


Rolf Leemann

08.02.2010, 21:10 Uhr

Ich bin grundsätzlich der selben Meinung wie Herr Strahm. Aber muss sich jeder Schweizer unbedingt über die deutschen Printmedien profilieren? Lass uns die Probleme rasch im eigenen Land lösen. Solche Interviews sind Wasser auf die Mühle der deutschen Scharfmacher.


marc schneider

08.02.2010, 21:04 Uhr

Endlich jemand, der das Geheimnis des CH-Bankgeheimnisses lüftet. Es ist -wie Strahm richtig sagt- für uns CH primär ein emotionales und danach ein wirtschaftliches Problem. Die Banken haben Politik und Volk für Ihre Interessen derart manipuliert, dass wir - das Volk - die Notwendigkeit des Bankgeheimnisses verinnerlicht haben. Der notwendige operative Eingriff in die CH-Seele schmerzt.


Peter Spielmann

08.02.2010, 21:04 Uhr

Bravo Rudolf Strahm! Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!


Andreas Osswald

08.02.2010, 20:59 Uhr

Eine nüchterne, realistische Einschätzung der Situation mit dem Bankgeheimnis. Da aber in der direkten Demokratie meistens der Populismus dominiert und am lautesten schreit, wird es noch einige Zeit brauchen, bis sich die Schweizer Elite mit den Realitäten abfindet.





Meistgelesen in der Rubrik Schweiz

Emil Frey AG Autocenter Bern

Umfrage

Werden Sie bei Lidl einkaufen?

Ja, auf jeden Fall

Ich werde zumindest einmal reinschauen

Nein, sicher nicht


Schandflecken oder Denkmäler?




© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten