Gebührenstreit in Andermatt
Von David Vonplon. Aktualisiert am 10.06.2011 7 Kommentare
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Alle Versuche, im Streit zwischen der Gemeinde Andermatt und ihren Ferienwohnungsbesitzern eine einvernehmliche Lösung zu finden, sind gescheitert. Nun sollen Richter über die umstrittene Beherbergungsgebühr in Andermatt urteilen. «Sobald die Rechnungen für die Abgabe eingetroffen sind, werden wir vor Verwaltungsgericht eine Beschwerde einreichen», sagt Ruedi Herger, Präsident der IG Zweitwohnungseigentümer Urserental, dem sich fast die Hälfte der 500 Zweitwohnungsbesitzer angeschlossen hat.
Vielfaches an Gebühren
Die Mitglieder der Interessengemeinschaft laufen Sturm, weil sie künftig ein Vielfaches an Gebühren zur Finanzierung der Tourismusregion Andermatt abliefern sollen. Bei einem Tarif von 20 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche beträgt die jährliche Gebühr für eine Ferienwohnung von durchschnittlicher Grösse zwischen 1500 und 2000 Franken. Kritiker sprechen von einer «Zwangsabgabe»: Sie mutmassen, dass die Andermatt Gotthard Tourismus GmbH mit den Geldern im Ausland Marketing für Sawiris’ Tourismusprojekt betreiben will. Die IG verlangt, die Beherbergungsgebühr für privat genutzte Wohnungen auf 9 Franken pro Quadratmeter zu senken. Das Angebot liegt jedoch unter der Schmerzgrenze der Gemeinde: Sie beharrt auf einem Tarif von mindestens 14 Franken.
«Willkürlich und ungesetzlich»
Ruedi Herger wird in diesen Tagen auch eine Aufsichtsbeschwerde beim Regierungsrat Uri deponieren. Im Schreiben, das dem TA vorliegt, fordert die IG vom Kanton, das neu eingeführte Gebührensystem umgehend einzustellen. Dieses sei «willkürlich und ungesetzlich». Zudem ersucht er den Regierungsrat, ein Disziplinarverfahren gegen die Mitglieder des Gemeinderats einzuleiten. Diese hätten Misswirtschaft betrieben und ihre Aufsichtspflicht über das Kurtaxenreglement sträflich vernachlässigt. Die Gemeinderäte hätten es zugelassen, dass 150 Ferienwohnungsbesitzer zuvor über Jahre hinweg keine Gebühren bezahlt hätten. Es könne doch nicht sein, dass die Zweitwohnungseigentümer im Urserental nun dafür bestraft würden, heisst es im Schreiben.
Andermatts Gemeindepräsident Roger Nager wollte zu den zum Teil happigen Vorwürfen der Zweitwohnungsbesitzer nicht Stellung nehmen. Stattdessen gab Tourismusfachmann Robert Wildhaber Antwort, der Andermatt bei der Tourismusfinanzierung berät. Dieser betont, dass bei einer drastischen Gebührensenkung einige Tourismusprojekte nicht umgesetzt werden könnten. So müssten die Zweitwohnungsbesitzer dann etwa auf den Gratisbus verzichten. «Ich denke nicht, dass dies im Sinne der Gäste ist», so Wildhaber.
Akzeptanz des Richters
Laut Benno Nager von Andermatt Gotthard Tourismus war gar nie vorgesehen, mit den Geldern Werbekampagnen im Ausland zu finanzieren. Er glaubt, dass es unter Umständen gar nicht schlecht sei, wenn nun ein Richter die Höhe der Gebühr festsetze. Vielleicht steige ja so die Akzeptanz bei den Zweitwohnungsbesitzern. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.06.2011, 21:22 Uhr
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7 Kommentare
Zuerst kommt Sawiri - dann die Gebührenerhöhungen zur Finanzierung dieses übertriebenen und m.E. klotzigen Ferienressort und zum Schluss wird dann aus Andermatt ein Sawirimatt mit einem Ehrenbürger aus Ägypten. Die Urner werden sich noch wundern, was in naher Zukunft auf sie zukommen wird. Sie werden eines Tages nicht nur auf den Gratisbus verzichten müssen, sondern...........warten wir's ab! Antworten
Die Tourismusbehörden schneiden sich schlussendlich ins eigene Fleisch: die vermieter von 2.Wohnungen werden dieses Geschenk ihren Mietern überwälzen. Heute grassiert ja in vielen Tourismusorte die Kurtaxen-Abzocke - es wäre wieder einmal an der Zeit, eine schweizweite Rangliste zu erstellen - der ausländische Kunde wird dankbar sein - der Franken ist schon genug hoch. Antworten
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