«Finaler Rettungsschuss» liess ihn nicht mehr los
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Sicherheit ist gewährleistet
Über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt wurde Reinhardt als Gesamteinsatzleiter am Davoser World Economic Forum (WEF). Eine Tätigkeit, die er als Bündner Polizeichef von Anfang an innehatte.
Die Sicherheit am WEF sei garantiert, sagte Regierungsrätin Barbara Janom Steiner gegenüber der «Südostschweiz». Das Bündner Polizeikorps werde interimistisch Oberstleutnant Robert Willi, der erste Stellvertreter des Kommandanten, führen. Die Gesamteinsatzleitung für das WEF sei Hauptmann Marcel Suter übertragen worden.
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Markus Reinhardt hat vermutlich Suizid begangen. (Quelle: Reuters)
Markus Reinhardt leitete über ein Vierteljahrhundert (1984-2010) die Geschicke der Kantonspolizei Graubünden mit rund 400 Angestellten. Jetzt ist er tot. Der langjährige Kommandant hat sich vermutlich das Leben genommen. Man hat ihn gestern Morgen leblos in seinem Zimmer im Kongresshotel gefunden. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat eine Untersuchung eingeleitet.
Freunde und Arbeitskollegen reagieren mit Bestürzung auf den Tod von Reinhardt. «Wir hatten keinerlei Anzeichen, die auf ein solches Ereignis hätten hindeuten können», sagte der Bündner Regierungspräsident Claudio Lardi zutiefst betroffen. Auch die Bündner Regierungsrätin Barbara Janom Steiner zeigte sich bestürzt: «Was sich hier ereignet hat, ist eine menschliche Tragödie. Sie können sich nicht vorstellen, wie mich die Meldung über den Tod von Markus Reinhardt getroffen hat.»
Der ehemalige Bündner Regierungsrat Peter Aliesch hat gestern Nachmittag vom Tod seines Kollegen erfahren. Im Interview mit Radio Grischa zeigte sich Aliesch schockiert, «wie wenn ein Familienmitglied gestorben wäre». Persönlich kannten sich Aliesch und Reinhardt, seit sie ungefähr 16 Jahre alt waren. «Man sieht nicht in Menschen hinein. Ich weiss nicht, was in ihm vorgegangen war. Nach aussen war er stets korrekt mit einer gefühlvollen Seite, die im privaten Bereich hervorkam. Aber ich masse mir nicht an, so kurz nach dieser traurigen Nachricht den Menschen Markus Reinhardt zu beurteilen.»
Alkoholprobleme?
Was ging in Markus Reinhardt vor? Hat die Polizei einen Abschiedsbrief gefunden? Die Behörden schweigen. Sie sagen aus Gründen der Pietät absolut nichts.
In Graubünden machten immer wieder Gerüchte die Runde, Reinhardt habe ein Alkoholproblem. Er sei mehrfach betrunken zur Arbeit erschienen. Gegenüber dem «Blick» sagt ein Informant: «Ich habe gehört, Reinhardt sei vor zwei Tagen in eine Polizeikontrolle geraten. Er sei betrunken am Steuer gesessen.»
«Finaler Rettungsschuss» machte ihm Sorgen
In den nationalen und internationalen Medien Erwähnung fand Reinhardt 1985 im Zusammenhang mit der Entführung von Axel Sven Springer, einem Enkel des deutschen Verlegers. Für Aufsehen sorgte aber vor allem sein Befehl im März 2000, einen Amokschützen auf dem Churer Rosenhügel mit einem finalen Rettungsschuss ausser Gefecht zu setzen.
In einem viel beachteten Prozess musste daraufhin die Frage der vorsätzlichen Tötung geklärt werden. Schliesslich wurde Reinhardt aber freigesprochen. Das Verfahren setzte ihm aber schwer zu. Seine Ehe ging in die Brüche und er zog von Chur nach Malans GR, wo er gemäss der Gemeindepräsidentin ein «sehr zurückgezogenes Leben» führte.
Der «finale Rettungsschuss» liess ihn nicht los. «Dieses Erlebnis hat ihn noch immer sehr belastet», sagt der langjährige Freund und CVP-Nationalrat Pius Segmüller zum «Blick». «Er hatte seither gewisse Sorgen. Am Ende war wohl alles zu viel für ihn.» (bru)
Erstellt: 28.01.2010, 09:13 Uhr
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