Facebook-Ausrutscher von Medienchef der SVP Steffisburg
Aktualisiert am 18.12.2012 260 Kommentare
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Ueli Tobler, SVP Steffisburg. (Bild: zvg)
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Ein Politiker der SVP Steffisburg ist über eine unüberlegte Äusserung in Sozialen Medien im Internet gestolpert. Das Stadtberner SVP-Schwergewicht Thomas Fuchs hatte sich zuvor auf seiner Facebook-Seite kritisch zum Entscheid geäussert, an Supermarktkassen das Gratisabgeben von Plastiksäckli zu verbieten. Ueli Tobler liess sich darauf zu folgendem Kommentar auf Fuchs’ Facebook-Seite hinreissen: «Ich empfehle dringend, jedem/jeder Einzelnen dieser linken Saubande einen speziell dichten Plastiksack zu schenken und diesen dann ihm/ihr ganz schnell über den Kopf zu stülpen und mit einem langen Kabelbinder festzuzurren.» Bei dieser Aufforderung liess Tobler es nicht bewenden: «So wäre erstens der Spass von kurzer Dauer und der Schaden verhältnismässig gering, und ausserdem hielten sich die Kosten für den Staatshaushalt in Grenzen. Ich würde mich sogar an einer Spendenaktion unter dem Titel ‹Jedes Plastiksäckli zählt› mit einem namhaften Betrag solidarisch zeigen.»
«Jenseits von Gut und Böse»
«Ich verstehe, dass Leute wegen des Entscheids genervt sind», erklärte Thomas Fuchs auf Anfrage. «Der Kommentar von Ueli Tobler ist aber jenseits von Gut und Böse», stellt er klar. Er distanziere sich davon. Hansrudolf Marti, Präsident der SVP Steffisburg, sagte gestern zum Ausrutscher des Mannes, der als Medienverantwortlicher der Partei amtet: «So was geht nicht. Die SVP Steffisburg distanziert sich auf jede Art und Weise von derartigen Äusserungen.» Der Parteivorstand werde das Thema heute Mittwochabend besprechen und entscheiden, ob Tobler als Funktionär noch tragbar sei. Ueli Tobler selber sagte gestern: «Die Äusserung war nicht die geschickteste, und ich würde den Beitrag nicht mehr so formulieren.» Bezüglich seiner Zukunft in der Partei verweist auch er auf das anstehende klärende Gespräch im Vorstand. Gleichzeitig wies Tobler darauf hin, dass er in der Diskussion nicht der Einzige gewesen sei, der markige Worte gebraucht habe. In der Tat wurde sein Beitrag, den er übrigens bereits wieder gelöscht hat, sofort heftig beantwortet. «Wie würden Sie es finden, wenn Ihnen ein Linker sagen würde, er würde Sie am liebsten mit dem Sturmgewehr erschiessen, weil Sie es nicht verbieten lassen wollen? Lächerlich, nicht wahr? Jetzt wissen Sie, was Sie sind. Lächerlich», schrieb etwa User Roland Baumann.
Juristische Folgen?
Rechtsanwalt Andreas Meili, spezialisiert auf Medien- und Kommunikationsrecht, betont, dass Toblers Äusserung unter Umständen juristische Folgen haben könnte: «Denkbar ist eine Strafbarkeit nach Artikel 259 des Strafgesetzbuches – dem Tatbestand der ‹öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit›», sagt er – schränkt aber ein: «Man muss sich in diesem konkreten Fall fragen, wie eindringlich und suggestiv die Aufforderung zur Gewalt tatsächlich ist. Es handelt sich um einen Grenzfall. Da der Tatbestand nicht exakt bestimmt ist, kommt es auf die Auslegung des Richters an.» Doch er hält auch fest: «Es handelt sich hier um ein Offizialdelikt. Das heisst, ein Staatsanwalt könnte von Amtes wegen gegen Tobler ermitteln.» Dass Diskussionen auf seiner Facebook-Seite manchmal aus dem Ruder zu laufen drohen, weiss Thomas Fuchs. «Ich durchkämme die Postings jeweils am Abend.» Zitate dieser Art lösche er und informiere die Autoren, dass sie dies doch bitte lassen sollen. «Viele sind sich gar nicht bewusst, dass ihre Nachrichten nicht nur für mich sichtbar sind.» Überbewerten will Fuchs den Beitrag allerdings nicht. «Es wäre falsch, wegen einer Aussage auf das ganze Leistungsverhalten einer Person zu schliessen.» Aber: «Wer sich so im Ton vergreift, muss aber anschliessend auch Grösse zeigen», so Fuchs. Ueli Tobler erreichte 2010 bei den Wahlen in den Grossen Gemeinderat den 11. Platz auf der 14-köpfigen SVP-Liste.
( maz/toc/js)
Erstellt: 18.12.2012, 19:35 Uhr
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260 Kommentare
In Anlehnung an Gerhard Bronner:
Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und SVP.
Man kann intelligent und SVP sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und SVP sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man nicht SVP
Es vergeht kaum ein Tag, an dem das nicht auf's neue bewiesen wird.
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