Es steht schlecht um die AHV – Defizit von 2,3 Milliarden Franken

Die AHV hat ihre Rechnung 2008 mit einem Defizit von 2,3 Milliarden Franken abgeschlossen - dies nach mehreren Jahren mit Gewinnen. Ăśber zwei Millionen Menschen kamen in den Genuss von Renten.

2,1 Millionen Menschen beziehen eine AHV-Rente: Eine ältere Frau beim Paradeplatz, Zürich.

2,1 Millionen Menschen beziehen eine AHV-Rente: Eine ältere Frau beim Paradeplatz, Zürich.
Bild: Keystone

Wie aus der AHV-Statistik des Bundesamtes fĂĽr Sozialversicherungen hervorgeht, gab die AHV 2008 33,9 Milliarden Franken aus, gleichzeitig nahm sie 31,6 Milliarden ein.

Bei den Ausgaben machten die Renten den Löwenanteil - 97,5 Prozent - aus. Der Rest floss grösstenteils in die Hilflosenentschädigungen und an Hilfsorganisationen für betagte Menschen.

Bei den Einnahmen stammten 84 Prozent aus Beiträgen von Versicherten und Arbeitgebern. 21 Prozent steuerte der Bund bei, 7,5 Prozent die Mehrwertsteuer und 1,4 Prozent die Spielbankensteuern.

Verluste auf Anlagen

Erstmals seit 2002 hatte die AHV wieder ein negatives Betriebsergebnis von 2,3 Milliarden Franken. In den vorangegangenen Jahren konnte sie jeweils ein Plus von 1,5 bis 2,7 Milliarden verbuchen.

Das negative Betriebsergebnis ist unter anderem auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten zurückzuführen. Diese führten insbesondere infolge des veränderten Kapitalwertes zu einem Gesamtverlust auf den Anlagen von 4,7 Milliarden Franken, schreibt das BSV.

Damit waren Ende 2008 38,4 Milliarden Franken im AHV- Ausgleichsfonds (Vorjahr: 40,6 Milliarden), das entspricht 113,2 Prozent der jährlichen Ausgaben. Im Gesamtbetrag des AHV-Ausgleichsfonds inbegriffen ist allerdings ein Verlustvortrag aus der IV im Umfang von 12,8 Milliarden Franken.

Die Invalidenversicherung belastet die AHV-Rechnung seit Jahren. Ein Ziel der IV-Zusatzfinanzierung, ĂĽber die am 27. September abgestimmt wird, ist eine Sanierung der Invalidenversicherung und somit eine Entlastung der AHV.

Ăśber 2 Millionen Menschen profitieren von AHV-Renten

Im Januar 2009 erhielten 1'875'600 Personen Altersrenten und 114'800 Personen Witwen- oder Witwerrenten. Zählt man alle Mitglieder der betroffenen Familien zusammen, so kamen 2'099'100 Menschen in den Genuss von Renten.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der AHV-Rentenbezüger um 3 Prozent (+61'700) zu. Mehr als die Hälfte des Zuwachses entfiel auf AHV-Renten, die im Ausland entrichtet werden.

Die AHV ist in hohem Masse abhängig von der demographischen Entwicklung. Heute finanzieren knapp vier Personen im erwerbsfähigen Alter eine Person im Rentenalter. Bis 2050 werden nur noch zwei Erwerbs-Personen auf eine Person im Rentenalter kommen.

Abgesehen von vereinzelten Massnahmen, wie die Anpassung des Beitragssatzes, des Rentenalters oder des Mehrwertsteuersatzes, wird kĂĽnftig vor allem die wirtschaftliche Entwicklung eine entscheidende Rolle fĂĽr die AHV-Rechnung spielen, urteilt das BSV.

Einzelrente knapp 2000 Franken

Die durchschnittliche monatliche Altersrente für Einzelpersonen belief sich für Frauen auf 1971 Franken und für Männer auf 1980 Franken. Für Ehepaare, bei denen beide Partner rentenberechtigt waren, betrug der Gesamtbetrag im Schnitt 3280 Franken, wobei diese Renten in 86 Prozent der Fälle plafoniert waren.

In der Gruppe der BezĂĽger, die alleine eine Rente bezogen, erhielten ein Drittel mit 2280 Franken pro Monat die Maximalrente. Bei den Ehepaaren erhielten 63 Prozent den Maximalbetrag von 3420 Franken. (bru/sda)

Erstellt: 10.08.2009, 12:20 Uhr

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29 KOMMENTARE

peter mani

08.01.2010, 10:17 Uhr

Die AHV schreibt Defizite. Was nun? Beiträge erhöhen, Rentenalter erhöhen? Warum kann man nicht beispielsweise die Renten, die ins Ausland überwiesen werden, kaufkraftbereinigt ausbezahlen. Rentner haben in gewissen Ländern wesentlich weniger hohe Lebenskosten als hier in der Schweiz und leben mit der Rente, die hier zu Ergänzungsleisstungen berechtigt, dort in Saus und Braus.


Walter Krauer

08.01.2010, 03:14 Uhr

Dass die AHV in der Verfassung eingetragen ist das scheinen nur wenige Bürger zu wissen. Das sichert den Rentnern auch in schwierigen Zeiten ein minimales Einkommen. Auch die getätigten Anlagen müssen mündelsicher angelegt werden. Sollte kein Ausgleich in der Bilanz stattfinden sind zusätzliche Steuern zu erheben. Trotz alle dem wird den Bürgern immer Unsicherheit dieser Rente vorgetäuscht


ruth leemann

14.10.2009, 13:55 Uhr

Die Schweizer-AHV-Gelder wurden an den Börsen verzockkt - nun soll das Schweizervolk diese Finanzkrise ausbaden - das ist die reine Warheit - alles andere ist Poltik-Lüge.


Roland Rawyler

30.09.2009, 09:42 Uhr

Aha, da haben wir es jetzt schwarz auf weiss : Mit den 5 Milliarden nach der Abstimmung sind`s dann schon über 7 Milliarden, Bravo ! Ich mache mir mit 63 Jahren keine Sorgen, sorge mich aber ernstlich um meine Kinder erst recht um ev. Enkel ! Mein Verdacht : Das Volk lässt sich vom Bundesrat u. Parlament verarschen !!!


Ben MĂĽller

11.08.2009, 09:58 Uhr

Ich achte und akzeptiere die AHV als generationenübergreifendes Werk. Eines der grossen Probleme (der Geldabfluss Richtung IV) wurde bereits mehrfach erwähnt. Ein anderes Problem jedoch ist viel, viel grösser: immer höhere Renten (längere Lebensdauer) werden durch immer weniger Zahler finanziert. Ich habe keine Lösung für dieses Problem. Aber dauernd Beiträge erhöhen kanns wohl nicht sein...


susanne beerli

10.08.2009, 21:35 Uhr

"Das negative Betriebsergebnis ist unter anderem auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten zurückzuführen. Diese führten insbesondere infolge des veränderten Kapitalwertes zu einem Gesamtverlust auf den Anlagen von 4,7 Milliarden Franken." Mein Gott, was hat die AHV am Börsenkasino mit unserer Altersvorsorge zu suchen???


Rene Wetter

10.08.2009, 19:05 Uhr

Alle Jahre wieder: Da wollen sie uns wieder Feuer unter dem A* machen, damit wir allfälligen Abbauten eher zustimmen. Wir stecken in einer der schlimmsten Krise und praktisch jeder der Geld ausserhalb des traditionellen Sparbuchse angelegt hat weist beträchtliche Verluste auf. Im Vergleich zu vielen Ps gehts der AHV gut. Und, die, die glauben, dass sie bei PK eher die verspr.Rente bekommen, irren.


andi matata

10.08.2009, 18:51 Uhr

ALLEN pensionierten - die das Glück haben, noch arbeiten zu können und dürfen, sollten von ihrem Verdienst ab dem ersten Franken AHV Beiträge bezahlen, d.h. pro Fr 1000.00 ganze 55.00 Franken !!!


Hans Schmid

10.08.2009, 18:30 Uhr

Es würde keineswegs schlecht stehen um die AHV, wenn die korrupte Politik diese nicht seit Jahren zur Finanzierung der IV-Defizite misbrauchen würde! Die AHV ist ansonsten keineswegs ein Fehlkonstrukt, auch wenn wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nicht um eine Anpassung des Rentenalters nach oben und/oder Beitragserhöhungen herumkommen werden. Dies ist simple Demographie und Mathematik.


Dieter Wundrig

10.08.2009, 18:07 Uhr

@ Kurt Gsell-Völlig richtig Ihre Antwort! Ein günstig finanziertes Sozialwerk welches durch die IV geplündert wird.Was bezwecken gewisse Kreise,die AHV in den Boden stampfen und in die zweite Säule integrieren,damit man noch mehr plündern kann.Ehepartner werden ebenfalls betrogen mit der sogenannten Ehepartner AHV. CH-Bürger denkt an die Krankenkassen! Man will den Bürger ausziehen und plündern.


Beat Schlumpf

10.08.2009, 16:53 Uhr

Haben Sie gewusst, dass auch in-und ausländische Studenten, die über kein Einkommen verfügen, jährlich CHF 445.- AHV plus CHF 13.20 Verwaltungsgebühren bezahlen müssen? Somit haben auch ausländische Studenten später Anrecht auf AHV-Zahlungen.


Dieter Wundrak-Gunst

10.08.2009, 16:18 Uhr

Es versteht sich doch von selbst, dass auch eine AHV bei einer Krise Geld verliert. Vor allem, wenn ein Teil der Anlagepolitik auf Aktien und andere Finanzprodukte ausgerichtet ist. Nur ist hinzuzufügen, auch die AHV ist einem ständigen Wettbewerb der Performance unterworfen gewesen. Und es ging ja auch einige Zeit gut. Dies nur z.K. Niemand sagte da ein Wort, nur jetzt sind halt alle schlauer.


KURT GIROD

10.08.2009, 16:03 Uhr

Die Wirtschaftskrise steht und "faellt" u.A. mit der Kauflust der Konsumenten. Dabei spielt die Sicht in die Zukunft eine Rolle. Muss ich sparen, da ich vermutlich keine AHV mehr zur Verfuegung habe? Wenn ja, dann spare ich besser heute also erst morgen..... Der Staat unterstuetz Banken und Industrie. Wann aber die AHV ? Das koennte die Kauflust wieder anfachen!!


Hans Georg Nägeli

10.08.2009, 15:41 Uhr

Es steht eben nicht schlecht um die AHV.Hören sie endlich auf mit der periodischen Miesmacherei. Was wollen da gewisse hinterhältige Kreise eigentlich bezwecken und die " unabhängige" Presse bietet die Handlangerdienste.


David Elsasser

10.08.2009, 15:40 Uhr

@Wolf: Einfache Rechnung ja, aber man muss kein Genie sein um zu sehen, dass dieses "heisse Eisen" wesendlich komplexer ist! Stellen SIE (wenn Sie eine Firma hätten) einen 61 jährigen ein, der auf Jobsuche ist, in Hinblick auf Soz.Abgaben? In einer Zeit, wo sehr viele Mitarbeiter entlassen werden? Wenn ja, so ziehe ich den Hut!


Thomi Horath

10.08.2009, 15:29 Uhr

@Andreas Keller: Bin mir nicht sicher, ob das immer nur 1% Rendite war. Das Problem sind aber nicht die versteckten Gewinne, sondern die versteckten Verluste, die jetzt reinkommen. Nicht die IV ist der Absahner der AHV, sondern der "Finanzmarkt". "Das negative Betriebsergebnis ist unter anderem auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten zurückzuführen."


Wolf Felber

10.08.2009, 15:17 Uhr

Es geht nur so: Rentenalter rauf & Renten einfrieren und für sich nicht hinreichend reproduzierend Versicherte(2.1KInder)runter.Das ist simple Mathe auf Basis gut prognostizier. Bevölk.Entwicklung. Nur diese heisse Eisen packt kein Politiker an.Es bleibt nur wenig Zeit das zu tun, bevor die Rentner die Mehrheit stellen und das System unrettbar zerstört ist, den niemand gibt Pründe freiwillig auf.


Martin Waeber

10.08.2009, 15:11 Uhr

@Roger Münger. Die 2. Säule hat nichts mafiöses an sich. Dort sehe ich wenigstens, das ich wiederbekomme was ich eingezahlt habe.


Fernando Simon

10.08.2009, 14:03 Uhr

Die AHV ist ein Generationenvertrag und besteht aus solidarität. Durch dir Geburtenniedrigen Jahre kommen weniger Beitragszahler zusammen. Das war schon vor 50 Jahren abzusehen, aber.....! In solchen fällen muss man halt die Beiträge erhöhen. Das will aber keiner in der Politik. Nur durch Migration schafft man sich wieder andere Probleme. 67 oder mehr darf kein Ziel sein, Motto man sterbe vorher.


Reto Barandun

10.08.2009, 13:56 Uhr

@Abdul R. Furrer. Sie haben vollkommen recht! Die beiden Versicherungen haben zudem nichts miteinander zu tun. Diese hätte man nie zusammen führen dürfen, eine irreführende Verschachtelung! Bei der AHV werden zu dem Ehepaare gegenüber in Konkubinat lebenden extrem benachteiligt! Wieso eigentlich, vor dem Gesetz sind doch alle gleich, aber bei der Kasse nicht!


Andreas Keller

10.08.2009, 13:47 Uhr

Ăśber die Jahre 2005 bis 2008 habe die Anlagespezialisten fĂĽr den AHV-Ausgleichsfonds ziemlich genau eine Rendite von 1% erwirtschaftet. Damit ist nicht einmal die Teuerung ausgeglichen, simple Kassenobligationen haben ja mehr Ertrag. FĂĽr Anlagespezialisten scheint mir das ein mehr als dĂĽrftiges Resultat zu sein...


Ulrich Raumer

10.08.2009, 13:25 Uhr

Finanzmärkte ... Also spielen die Top Investmentbanker nicht nur mit dem Geld der Kunden sondern auch mit unserer AHV? Ein weiterer Grund die Finanzmärkte stark zu regulieren um die Verteilung von unten nach oben zu kontrollieren. (ist wohl etwas blauäugig, von stoppen zu reden, das wäre wohl sehr blauäugig).


Roger Münger-Jänsch

10.08.2009, 13:24 Uhr

Ich sag's immer wieder: Integriert endlich die versicherungsmafiöse spekulative 2. Säule in die AHV. Da kommt viel Geld in die AHV und mir wesentlich weniger unproduktiven Verwaltungkosten der Versicherungen und Finanzinstituten. Somit gäbe es automatisch mehr günstigen Wohnraum anstelle der überzahlten Eigentumswohnungen.


Kurt Gsell

10.08.2009, 12:51 Uhr

@ Peter Camenzind: Die Ergänzung von AHV als Umlageverfahren mit dem BVG in dem Ihre Beiträge direkt Ihrem Konto gutgeschrieben werden, ist etwas vom besten was Sie finden können und alles andere als ein "grundsätzliches Fehlkonstrukt". Das Problem ist, dass die AHV durch die IV geplündert wird. Hier haben die Politiker grosse Fehler gemacht und da muss eine Lösung gefunden werden.


Walter Kunz

10.08.2009, 12:40 Uhr

@Abdul R. Furrer. Sie haben das groĂźe Problem der AHV. richtig erkannt.


_Markus F. Baumgartner

10.08.2009, 12:39 Uhr

@Peter Camenzind, Sie sind auf dem Holzweg, diese Beiträge sind solidarisch. Auch wir haben kurz nach dem Jahre 1945 Beiträge bezahlt, die für Diejenigen bestimmt waren, die noch NIE und KEINE AHV bezahlt haben. Desswegen haben wir auch keinen Aufstand gemacht. Auch junge Leute, die 2-jährige Auslandaufenthalte machen zahlen ja keine Beiträge, also nicht so kleinlich !


Flavia Nodari

10.08.2009, 12:30 Uhr

Es geht nicht um jämmerliche Politiker, sondern um das Verstehen, was ein Generationenvertrag ist ! Selbstverständlich ist das Geld, welches ich heute einzahle, nicht für mich alleine gedacht, sondern für das Funktionieren einer demokratisch-sozial angelegten Gesellschaft ! Und die Wirtschaft ist wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluss !


Abdul R. Furrer

10.08.2009, 12:24 Uhr

Ohne die dauernde Quersubventionierung der maroden IV mit mittlerweile Milliarden von Franken wäre die AHV kerngesund. Die Politik muss endlich den Riegel schieben und aufhören AHV-Gelder in die äusserst betrugsanfällige IV zu pumpen !


Peter Camenzind

10.08.2009, 11:38 Uhr

Die AHV ist ein grundsätzliches Fehlkonstrukt: Das, was ich heute einzahle, kommt den heutigen Bezügern zu Gute und nicht unbedingt mir selber. Sobald sich die Politik in wirtschaftliche Zusammenhänge einschaltet, gerät das System aus den Fugen, und was dann folgt, ist ein pausenloses Flickwerk, das nichts bessert, sondern nur temporär beschönigt. Es fehlt der Mut zur Lösung! Jämmerliche Politiker





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