«Es herrscht wirklich Freude»
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 15.10.2010 6 Kommentare
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
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16:31 Uhr
Bernerzeitung.ch/Newsnet beendet den Live-Ticker. Sehen Sie hier, was unsere Reporter in Sedrun erlebt haben.
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16:19 Uhr: Zusammenfassung
Es ist vollbracht: Der Gotthard ist durchstochen
Der Weg für eine zentrale Verkehrsader zwischen Nord- und Südeuropa ist frei: Nach 17 Jahren Bauzeit frass sich ein gigantischer Bohrer namens Sissi heute durch die letzten eineinhalb Gesteinsmeter im nun längsten Tunnel der Welt.
Rund 200 Tunnelbauer, Politiker und Ehrengäste verfolgten gebannt den Durchstich der 57 Kilometer langen Röhre, durch die im Jahr 2017 der erste Zug rollen soll.
Der Schienentunnel sei «eines der größten Umweltprojekte des Kontinents», sagte Verkehrsminister Moritz Leuenberger, als um kurz nach 14:30 Uhr Bauarbeiter von beiden Seiten des Gotthard-Basistunnels unter großem Jubel aufeinander zugingen und einander die Hände schüttelten. Mit dem Tunnel trage die Schweiz ihren Teil zum Bau einer europäischen Infrastruktur bei. Den Verkehrsministern der Europäischen Union, die den Durchbruch bei einem Treffen in Luxemburg per Live-Übertragung mitverfolgten, dankte Leuenberger für ihre «warmen und herzlichen Worte».
Bereits der dritte Tunnel
Der «Mythos Gotthard» sei ein weiteres Mal gebrochen worden, erklärte Peter Füglistaler, Chef des Bundesamts für Verkehr. Durch den Berg gibt es bereits zwei weitere Durchbrüche - einen Schienentunnel vom Ende des 19. Jahrhunderts und einen Strassentunnel aus den 1970er Jahren.
Das verantwortliche Bauunternehmen Implenia dankte den rund 2500 an den Projekt beteiligten Arbeitern. «Wir haben nicht nur einen Tunnel gebaut, sondern Geschichte geschrieben», sagte Firmenchef Luzi Gruber. Mit einer Gedenkminute wurde an die acht bei den Bauarbeiten ums Leben gekommenen Arbeiter erinnert.
13 Millionen Kubikmeter Gestein
Bei den Bauarbeiten für den Gotthard-Basistunnel wurden rund 2000 Meter unter den Schweizer Alpen mit Bohrköpfen von 9,5 Metern Durchmesser etwa 13 Millionen Kubikmeter Gestein weggebrochen.
Kosten bis zu 19 Milliarden Franken
Ab dem Jahr 2017 sollen täglich bis zu 300 Züge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern durch den Tunnel fahren. Den Planungen zufolge soll sich die Fahrtzeit von Zürich ins norditalienische Mailand um eine Stunde verkürzen.
Die Kosten für das Mammutprojekt werden auf insgesamt rund 19 Milliarden Franken geschätzt. Der Gotthard-Basistunnel mit seinen 57 Kilometern Länge löst den 53,8 Kilometer langen Seikan-Eisenbahntunnel zwischen den japanischen Hauptinseln Honshu und Hokkaido als weltlängster Tunnel ab. (afp) -
16:12 Uhr
Roman Signer jagt Helme in die Luft
Zu Ehren der Mineure hat der Appenzeller Aktionskünstler Roman Signer in Sedrun 100 gelbe Helme mit Wasserdruck in die Luft gejagt. Sie verteilten sich überall auf dem Asphalt.
«Ich bin sehr froh, dass niemandem ein Helm auf den Kopf gefallen ist», sagte der Künstler nach der Aktion trocken.
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15:00 Uhr
Es wird gefeiert
Zu Füssen von Sissi wird gesungen und gefeiert. Inzwischen sind alle Mineure durch die Öffnung geklettert.
Sehen Sie hier, wie sich die Bevölkerung im Festzelt von Sedrun freut. -
14:47 Uhr
Leuenberger küsst Ogi
Der Bundesrat steht mit den Mineuren zu Füssen der Sissi. Er ruft nach Adolf Ogi: «Dölf Ogi soll herkommen», sagt er ins Mikrofon. «Dölf, ghörsch du mich?»
Schliesslich kommt Ogi zu Leuenberger. Der alte und der neue Verkehrsminister umarmen und küssen sich auf die Wangen. Sie strahlen. Ogi: «Ich darf es ja nicht sagen, aber: Es herrscht wirklich Freude!»
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14:44 Uhr
Grosse Freude zu Füssen von Sissi
Immer mehr Mineure treten durch die Öffnung, die Sissi hinterlassen hat. Sie sammeln sich vor der Tunnelbohrmaschine, trinken Champagner und schwingen die Fahnen ihrer Heimatländer.
Rechts und links der Öffnung wird ein Feuerwerk gezündet. -
14:39 Uhr:
Die heilige Barbara wird überreicht
Polier Hubert Bär tritt als Erster durch die Öffnung. Er trägt eine Statue der heiligen Barbara mit sich – und wird enorm gefeiert.
Fast neun Jahren trieb der österreichische Polier Bär mit seiner 17 Mann starken Schicht die Tunnelbohrmaschine Sissi durch den Gotthard. Als Maschinenführer Hans Gössnitzer auf Bärs Kommando die letzten 1,5 Meter Fels durchbohrte, machte er damit den Weg frei von Erstfeld nach Bodio. Harald Bachmann, der als Schlosser und Ersatzfräsenfahrer zu Bärs Team gehört, war mit dabei.
Viele Österreicher im Tunnel
Ein Anreiz für die schwere Arbeit - täglich neun Stunden ohne Tageslicht, dafür 30 Grad Hitze und über 50 Prozent Luftfeuchtigkeit im Stollen - ist das Geld. Die Tunnelbauer verdienen in der Schweiz etwa ein Drittel mehr als in Deutschland oder Österreich: monatlich etwa 8000 Franken.
An der Riesenbaustelle haben zahlreiche österreichische Tunnelbauer mitgewirkt. Von den rund 2000 Beschäftigten am Gotthard-Basistunnel kommt ein Viertel aus Österreich - die meisten von ihnen aus dem Mölltal in Kärnten. -
14:30 Uhr: Das Video vom Durchbruch
Der Fels fällt:
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14:26 Uhr
Moritz Leuenberger nach Luxemburg: «Mir sind die Tränen gekommen»
Auch der Bundesrat bemerkt, wie weit entfernt die Worte der EU-Minister angesichts des hoch emotionalen Moments im Fels wirken.
«Sie sprechen vom Politischen. Ich muss Ihnen gestehen, im Moment sind wir hier vor allem emotional gerührt», beginnt er seine Kurzrede nach Luxemburg. «Ich muss Ihnen sagen, mir sind die Tränen gekommen.»
«Ich hoffe natürlich, dass dieser Tunnel bald viele Brüder haben wird in den Alpen...und dass diese Brüder genährt werden durch eine Lastwagen-Maut.»
«Schade, dass Sie nicht hier sind – unterbrechen Sie Ihre Sitzung, schauen Sie weiterhin zu» -
14:22 Uhr
Die EU gratuliert aus der Ferne
Der EU-Verkehrskommissar Siim Kallas gratuliert der Schweiz zum neuen Gotthard-Tunnel.
Die Rede mutet sehr trocken und weit entfernt an angesichts der grossen Emotionen in den Tiefen des Felses. -
14:17 Uhr
Sissi ist durch – der Fels fällt
Die Tunnelbohrmaschine Sissi erscheint auf der Sedruner Seite der Felswand. Sämtliche Gäste in Sedrun starren schweigend an die Wand – die mächtige Maschine frisst sich durch die Tunnelwand.
Leuenbergers Uvek freut sich: «Weltrekord am Gotthard» titelte es eine Medienmitteilung, die zeitgleich mit dem Durchschlag versandt wird. «Der längste Eisenbahntunnel der Welt wird Realität. 30 Kilometer vom Südportal und 27 Kilometer vom Nordportal entfernt fand am 15. Oktober 2010 in der Oströhre der erste Hauptdurchschlag am Gotthard statt: Die Tunnelbohrmaschine durchbrach von Faido her kommend (...) die letzten Meter Fels auf dem Weg nach Sedrun.» -
14:08 Uhr: Risse in der Wand
Erste Risse in der Wand
Die Ingenieure in Sedrun schauen besorgt auf die Tunnelwand. Es erscheinen erste Risse in der Wand. Man ist besorgt, dass die Wand zu früh bricht.
15 Zentimeter sind inzwischen bereits abgetragen. «Bald wird etwas zu sehen sein», sagt Daniel Spörri, der die Bohrung auf der Sedruner Seite überwacht. -
14:05 Uhr: Sissi läuft
Die Tunnelbohrmaschine läuft – in einer halben Stunde fällt der Fels.
Schauen Sie hier, wie die Bevölkerung von Sedrun mitfiebert. -
14:00 Uhr: Sissi wird gestartet
Es geht los: Die Tunnelbohrmaschine wird gestartet
Von der Sedruner Seite wird auf die Seite in Faido gefunkt: «Alles klar?» «Maschine startklar.» «Verstanden, Maschine starten.»
Sissi beginnt zu bohren. Eine Mitarbeiterin markiert den Punkt, wo die Bohrmaschine ansetzen wird. -
13:55 Uhr: Im Tunnel
Die Priester segnen den Felsen. Sie beten gemeinsam mit den Gästen. «Gib, dass der Fortschritt der Wissenschaft dem Menschen zum Segen wird.»
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13:51 Uhr: Im Tunnel
Leuenberger wie immer rhetorisch brilliant: «Grosses haben wir gewagt, gemeinsam, Grosses haben wir geschaffen, gemeinsam, weil wir wissen: Der Berg ist gross, wir sind klein.»
Der Bundesrat schliesst und verlässt das Mikrofon. Es folgt die Segnung durch zwei Priester.
In neun Minuten wird die Tunnelbohrmaschine gestartet. -
13:43 Uhr: Im Tunnel
Moritz Leuenberger hält seine wohl wichtigste Rede
«Liebe Sissi, liebe Barbara» – der Bundesrat begrüsst nicht nur die im Stollen Anwesenden, sondern auch die Tunnelbohrmaschine auf der anderen Seite des Felses sowie die Heilige Barbara.
Leuenberger lobt die enorme Leistung, die die Schweiz erbracht hat. Die Neat sei ein typisches Beispiel dafür, dass das politische System der Schweiz funktioniere: Konflikte könnten konstruktiv gelöst werden.
«Der Berg ist gross, wir sind klein»
Auch Mahner habe es gegeben, so Leuenberger. Doch diese seien wichtig gewesen, denn zu Mut gehöre auch Grossmut. «Liebe Kritiker und Mahner, willkommen bei uns in der Festgemeinde.» -
13:37: Im Tunnel
«Ich ziehe meinen Helm vor Ihrer Leistung»
Renzo Simoni, Chef der Alptransit, übernimmt am Mikrofon. Auch er erweist den Bergarbeitern die Ehre. «Ich tue jetzt etwas, das man auf einer Baustelle nie tut. Aber ich übernehme hier und heute die Verantwortung dafür: Ich ziehe meinen Helm vor ihrer Leistung.»
Simoni verneigt sich in Richtung der Bergarbeiter. -
13:32 Uhr: Im Tunnel
Ehrung für die Mineure
«Diesen Menschen gehört dieser Erfolg», sagt Gruber – er ehrt die Mineure. «Dieser Tag wird als Pionierleistung in die Ingenieursgeschichte eingehen.»
Die Bergarbeiter scheinen den Tränen nahe. «Sie sind die Helden des heutigen Tages.» -
13:27 Uhr: Im Tunnel
«Wir haben Mut gebraucht»: Die Reden beginnen
Luzi Gruber, Mitglied der Implenia-Konzernleitung hält die erste Rede im Tunnel: Arbeiter, Unternehmer, Bauleitung und Politik hätten Mut gebraucht, um dieses Werk zu schaffen. Jetzt würden nur noch 1,50 Meter die beiden Seiten des Tunnels trennen. «Um 14 Uhr starten wir, es dauert eine halbe Stunde, dann ist das Werk vollbracht.»
Gruber begrüsst erst Bundesrat Moritz Leuenberger, dann die Mineure: Die Gäste applaudieren minutenlang. -
13:24 Uhr: Im Tunnel
Unten im Stollen: Theater und eine Miss
Inzwischen sind die meisten Ehrengäste unten im Tunnel eingetroffen: Sowohl in Sedrun als auch in Faido warten sie gespannt, bis der Fels zwischen ihnen fällt.
Im Norden, also in Sedrun, warten neben den Mineuren die politischen Ehrengäste. Bald spricht Bundesrat Moritz Leuenberger, ausserdem segnen zwei Bündner Priester den Tunnel. Im Süden in Faido warten die Mineure, ausserdem viele Ehrengäste aus dem Tessin – und eben Christa Rigozzi. -
13:17 Uhr: Im Tunnel
Pascale Bruderer: «Es ist sehr eindrücklich»
Zurück im Sedruner Teil des Stollens: SF-Moderatorin Sabine Dahinden spricht mit der Nationalratspräsidentin. Sie sei «sehr beeindruckt und dankbar» angesichts der Leistung, die hier erbracht worden sei.
«Es ist dies der Tag der Leute, die hier Tag für Tag gearbeitet haben», sagt die Nationalratspräsidentin.
Die politischen Fragen gelte es heute zu vergessen: «Wir dürfen heute einfach feiern.» -
13:12 Uhr: Im Tunnel / in Faido
Das Theater beginnt
Es hallen mythische Klänge durch den Stollen, in dem die Ehrengäste inzwischen eingetroffen sind. Mit zehn Beamern inszeniert Volker Hesse in der Tiefe ein Theater. «Es ist eine spezielle Akustik hier unten», sagt der Regisseur.
Rigozzi statt Theater
Nach wenigen Minuten zappt SF weg: Stattdessen seht man nun Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi, die auf der anderen Seite in Faido zu Besuch ist. «Die wohl schönste Tessinerin überhaupt» kommentiert SF-Moderator Gian-Duri Vincenz. Doch auch sie erscheint nur wenige Minuten auf dem Bildschirm. -
13:03 Uhr: Im Tunnel
SBB-Präsident: «Wir müssen noch lange warten»
Der Verwaltungsratspräsident der SBB, Ulrich Gygi, ist ebenfalls unten im Stollen. «Leider müssen wir noch lange warten», sagt er zu SF-Moderatorin Sabine Dahinden. Bis wirklich Züge durch den Tunnel fahren, geht es noch mindestens fünf Jahre.
Das sei natürlich für viele Leute schwierig nachzuvollziehen, so Gygi. «Aber das ist ein Bauchgefühl» – es gehe eben lange, bis alle technischen Einrichtungen ausgebaut sind. -
12:34 Uhr: Im Tunnel
Ogi und Dahinden im Tunnel
SF-Reporterin Sabine Dahinden ist mit Alt-Bundesrat Adolf Ogi im Berglift, der vom Stolleneingang in Sedrun hinunter in den Stollen führt. 12 Meter sinkt der Lift in der Sekunde.
«Es ist ein seltsames Gefühl», sagt Dahinden. Sie spüre den Druck in den Ohren. Und auch Ogi verzieht das Gesicht. Er fühle sich aber wohl im Gotthard. «Ich war noch nie so tief drin. Aber ich bin ein Bergler.» -
12:30 Uhr: Sedrun
Grossandrang vor dem Stollen
Hinunter in den Tunnel kommt man über einen Stolleneingang in Sedrun. Zu diesem Eingang wiederum führt ein Lift, der vom Dorfplatz Sedrun aus fährt.
Hier hat sich eine lange Schlange von Arbeitern und Medienleuten gebildet, wie die Reporter von Bernerzeitung.ch/Newsnet berichten. Insgesamt dürfen 150 Ehrengäste und 50 Journalisten in den Stollen. -
12:16 Uhr: Sedrun
Chilbi-Stimmung in Sedrun
Im Dorf verkaufen Marktfahrer ihre Leckereien, immer mehr Besucher kommen ins Dorf, wie die Reporter von Bernerzeitung.ch/Newsnet berichten.
Im grossen Festzelt auf dem für die Bevölkerung eingerichteten Festplatz werden Bündner Spezialitäten vorbereitet. Das Fest geht hier offiziell erst um 13 Uhr los. -
12:08 Uhr: Faido
Die Mineure warten in der Nähe der Tunnelbohrmaschine auf den grossen Moment in wenigen Stunden.
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12:02 Uhr: Faido
«Sissi ist bereit»: Der zuständige Geologe im Stollen ist optimistisch, dass mit der Tunnelbohrmaschine alles gut laufen wird, wie er auf SF sagt. Gestern Abend habe man allerdings Sorgen gehabt – nach einer Panne mit einer Wasserpumpe stand der Tunnel knöcheltief unter Wasser.
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12:00 Uhr: Sedrun
Spott für Patrouille Suisse
Auf Twitter schreibt ragl@pumuggel: «Aus Kostengründen wurde nur ein Fesselballon mit Lautsprecheranlage über den nebel gefahren... ».
Verfolgen Sie hier sämtliche Einträge auf Twitter zum Thema Gotthard-Durchschlag. -
11:56 Uhr: Sedrun
Al Jazeera am Gotthard
Rund dreihundert Medienvertreter sind heute Morgen in Sedrun, wie die Nachrichtenagentur SDA meldet. Allein für die SRG stehen hundert Personen im Einsatz.
«Das Medieninteresse ist gewaltig», sagte Rahel Probst, Medienverantwortliche bei der Alptransit Gotthard. Von den übrigen 200 Journalisten werden sich gegen 150 in der Werkhalle in Sedrun einfinden, wo ein grosses Fest stattfindet.
Weltrekord als «bombastisches» Thema
Die anderen knapp 50 Journalisten dürfen mit weiteren geladenen Gästen in den Tunnel. Mehr als die Hälfte der Medienvertreter stammt gemäss Probst aus der Schweiz. Aus dem Ausland sind vor allem aus den angrenzenden europäischen Ländern Reporter angereist.
Dazu zählt auch Lena Teilkemeier, die für den Fernsehsender RTL seit Donnerstagabend berichtet. «Als Deutsche sind wir indirekt betroffen. Zudem ist ein Weltrekord immer ein bombastisches Thema», sagte Teilkemeier im Gespräch mit der SDA.
Zu den exotischsten Berichterstattern gehören japanische Journalisten sowie ein Vertreter des arabischen Senders Al Jazeera, der aus London anreiste. -
11:51 Uhr
Wie liegt der Gotthard-Tunnel: Sehen Sie hier die Graphik von Bauwerk und Region.
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11:37 Uhr: Sedrun
Die Patrouille Suisse fliegt!
Die Maschinen haben bereits abgehoben. Allerdings ist nichts zu sehen – zu dicht ist der Nebel. -
11:23 Uhr: Tessin
Tessiner mahnen an die Weiterführung der Neat im Süden
Für den Tessiner Umweltdirektor Marco Borradori ist der Durchschlag im Gotthard «bloss eine Etappe auf einem noch langen Weg», wie er am Freitag in einem Beitrag im «Corriere del Ticino» schrieb. Er pocht darauf, dass die Neat bis nach Chiasso fortgesetzt wird.
Konkret fordert Borradori eine unterirdische Streckenführung zwischen Lugano und Chiasso sowie eine Umfahrung des Hauptortes Bellinzona in einem Tunnel. Die Kosten für die Fertigstellung der Neat im Tessin werden auf acht Milliarden Franken geschätzt.
Dass diese Investitionen im Projekt Bahn 2030 nicht vorgesehen sind, sorgt im Tessin für viel böses Blut. Borradori appelliert daher an die Bundesbehörden, den Süden auch nach dem Durchschlag im Gotthard-Basistunnel nicht aus dem Blickfeld zu verlieren.
Niemand aus der Lombardei beim Durchschlag
Er wünscht sich zudem, dass sich die Schweiz der Wichtigkeit einer guten Beziehung zu Italien bewusst werde. Dass dies nicht immer der Fall ist, belegt die Tatsache, dass zur Durchschlagsfeier in Sedrun kein Vertreter der Region Lombardei eingeladen worden war.
Erst als Borradori bei Bundesrat Moritz Leuenberger intervenierte, erhielt Raffaele Cattaneo, der Umweltdirektor der Lombardei, ebenfalls eine Einladung.
Dieser Vorfall habe ihn sehr geärgert, sagte Borradori am Freitag in einem Interview mit dem «Giornale del Popolo». Dies zeige, dass für bestimmte Deutschschweizer die Neat in Erstfeld beginne und in Lugano aufhöre. -
11:10 Uhr: Sedrun
Die Ehrengäste treffen ein
In Sedrun trifft der Zug mit den Ehrengästen ein. Es steigen Bundesrat Moritz Leuenberger und EU-Botschafter Michael Reiterer aus.
Leuenberger trägt passend zu den nostalgischen Bahnwagen eine Schiebermütze – und strahlt. -
11:03 Uhr: Sedrun
Die Patrouille Suisse wartet ab: Noch immer liegt Nebel über Sedrun.
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10:55 Uhr: Sedrun
Bibbern in Sedrun: Kann die Patrouille Suisse fliegen?
Noch immer liegt Hochnebel über Sedrun – auch wenn er sich inzwischen gelichtet hat. Noch immer ist unklar, ob die Spitzenpiloten der Patrouille um 11 Uhr abheben können. -
10:48 Uhr: Leuenberger zum Durchstich
Moritz Leuenberger in aktuellen Interviews
«Ich sehe es als Privileg, dass ich ein solches Projekt von Anfang bis Ende begleiten konnte. In den Nachbarländern macht ein Verkehrsminister den Spatenstich, und der Nach-Nach- Nachfolger kann dann das Band bei der Eröffnung durchschneiden.»
So wird der Infrastruktur-Minister heute Morgen im Winterthurer «Landboten» und der «Thurgauer Zeitung» zitiert.
Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagte Leuenberger: «Der neue Gotthard-Basistunnel ist ein gewaltiges Werk, politisch, demokratisch, technisch, auch bezüglich Finanzierung und Pünktlichkeit.» Lesen Sie hier das ganze Interview nach. -
10:46 Uhr: Luxemburg
In Luxemburg treffen sich in diesen Stunden die Verkehrsminister der EU. Die Bilder vom Gotthard-Durchschlag werden live übertragen.
Die Bedeutung des Tunnels für den ganzen Kontinent ist enorm. Im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnet äusserte der EU-Botschafter Michael Reiterer Bewunderung für die Bauleistung der Schweiz. -
10:42 Uhr: SF mit Tonproblemen
SF sendet von mehreren Orten gleichzeitig. Die Beiträge aus Erstfeld sind von doppeltem Ton begleitet – Moderator Mario Toriani entschuldigt sich für die Probleme. «Es ist für alle ein extraordinärer Einsatz», sagt Oliver Bono, der durch die Live-Sendung führt.
Insgesamt sind zehn Moderatoren für das Schweizer Fernsehen am Gotthard im Einsatz. Hinter den Kulissen arbeitet ein Vielfaches an Leuten. -
10:34 Uhr: Turnhalle Sedrun
Die Pressekonferenz in der Turnhalle Sedrun ist vorbei. Lesen Sie hier alle Informationen nach.
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10:26 Uhr: Bei den Mineuren
Der Glauben an die Tunnelheilige Barbara
SF spricht mit Mineuren im Tunnel und fragt sie nach der heiligen Barbara. Zitat: «Wenn die Schicht beginnt und endet, denke ich immer kurz an die Barbara und danke ihr.»
Lesen Sie hier auf Bernerzeitung.ch/Newsnet die Geschichte der heiligen Barbara nach. -
10:18 Uhr: Turnhalle Sedrun
Grosser Empfang für die Medien
Die Medien werden in der Turnhalle des Sedruner Schulhauses auf Romanisch begrüsst. Anwesend sind laut den Reportern von Bernerzeitung.ch/Newsnet um die 200 Journalisten.
«Der heutige Tag ist von grosser Bedeutung für Europa», beginnt Luzi Gruber, Verantwortlicher von Implenia, seine Rede.
Renzo Simoni, Geschäftsführer Gotthard AlpTransit, spricht über Rekorde und grosse Leistungen. «Heute Nachmittag besitzen wir einen weiteren Weltrekord», so Simoni stolz. -
10:00 Uhr: SF beginnt Sendung
Ab jetzt live am Gotthard: Das Schweizer Fernsehen beginnt seine Spezialsendung zum Durchschlag.
Bernerzeitung.ch/Newsnet bringt Ihnen die ganze Sendung an dieser Stelle mit Web-TV.
Gleichzeitig berichten unsere Reporter im parallel laufenden Reportagen-Ticker aus Sedrun: Von der Pressekonferenz im Sedruner Schulhaus, von der Ankunft der ersten Ehrengäste, von den letzten Vorbereitungen vor dem Durchschlag. -
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09:50 Uhr: Es geht los in Sedrun
Die Medien sammeln sich im Sedruner Schulhaus
In wenigen Minuten wenden sich die Verantwortlichen der Bauführerin Alp Transit Gotthard an die Journalisten aus aller Welt. Wie das Reporterteam von Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtet, wird im Saal englisch, französisch und japanisch gesprochen – viele ausländische Medienschaffende seien vor Ort. -
09:30 Uhr:
So berichtet Bernerzeitung.ch/Newsnet für Sie
Ob am Computer oder Smartphone: Mit Bernerzeitung.ch/Newsnet verpassen Sie nichts von diesem historischen Tag.
10:00 Uhr – Es geht los: Sie können den TV-Stream des Schweizer Fernsehens live an dieser Stelle mitverfolgen. Parallel dazu startet unser Newsteam den Liveticker. Ergänzt wird die Berichterstattung mit Stimmen zum Jahrhundertbauwerk.
Direkt vom Gotthard berichten ausserdem Reporterin Claudia Blumer und ihre Kollegen Matthias Chapman und Jan Derrer laufend mit aktuellen Bildern, Video-Interviews und Hintergründen.
14 bis 14.45 Uhr - Der Durchstich: Die Tunnelbohrmaschine Sissi bahnt sich den letzten Weg durch das Gestein bis zum Durchstich in Faido. Anschliessend richten sich die EU-Verkehrsminister per Liveschaltung an den Schweizer Amtskollegen Bundesrat Moritz Leuenberger.
Nach 15 Uhr – Die Reaktionen: Wir blicken auf den Tag zurück – mit Bildern, Stimmen und Hintergründen. Ausserdem werfen wir einen Blick ins Ausland und zeigen Ihnen die Reaktionen der Nachbarn zum Jahrhundert-Bauwerk. -
09:03 Uhr:
Menschen, die für den Tunnel ihr Leben liessen
Wenn heute das letzte Stück Fels im Gotthard fällt, gedenken die Mineure auch ihrer Kollegen, die im Tunnel gestorben sind. Lesen Sie hier die Geschichten der Verstorbenen. -
08:32 Uhr: Die Geschichte der Neat
Der Weg bis zum Durchstich im Herzstück der Neat war lang und steinig: Politiker und Arbeiter mussten Berge versetzen, bis die Maschinen endlich auffahren konnten. Lesen Sie hier die Geschichte des Jahrhundert-Projekts nach.
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08:10 Uhr: Sedrun wacht auf
Unsere Reporter berichten aus Sedrun: Noch liegt Hochnebel über dem Dorf. Die ersten Gäste sind bereits unterwegs aus dem Flachland.
Lesen Sie hier, wie sich das Dorf auf den grossen Tag vorbereitet. -
7:29 Uhr: Unsere Reporter vor Ort
Die drei Bernerzeitung.ch/Newsnet-Reporter Claudia Blumer, Matthias Chapman und Jan Derrer liefern heute laufend Video-Reportagen aus Sedrun.
Bereits in der Nacht trafen sie auf Menschen, die etwas zur Neat zu sagen haben – sehen Sie hier den Bericht vom mystischen Treffen auf dem Oberalp-Pass. -
Die Arbeiter klären im Führerstand der Tunnelbohrmaschine die letzten Details.
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06:10 Uhr
Der grosse Tag beginnt
Nach 17-jähriger Bauzeit ist es heute soweit: Mit dem Durchschlag am Gotthard-Basistunnel werden sich Mineure aus Faido und Sedrun am Nachmittag die Hand reichen können. Mit einer Länge von 57 km ist das Bauwerk der längste Eisenbahntunnel der Welt.
Auf den letzten Metern mussten die Mineure das Arbeitstempo der Tunnelbohrmaschine aus Sicherheitsgründen stark drosseln. Am heutigen Freitag müssen nun noch 1,5 Meter weggefräst werden, ehe der Durchschlag vollbracht ist.
Diesen historischen Moment verfolgen ab Mittag rund zweihundert geladene Gäste im Inneren des Tunnels mit eigenen Augen. Dazu zählt der noch amtierende Verkehrsminister Moritz Leuenberger.
Für ihn ist der Anlass das letzte Highlight seiner Amtszeit. Anwesend sein wird zudem Alt-Bundesrat Adolf Ogi . Der Neat-Pionier hatte den Durchschlag einst als «Schritt in Richtung einer ökologischeren Verkehrspolitik» bezeichnet.
Eröffnet wird der Festakt nach Plan um 12.30 Uhr mit der Gotthard- Sinfonie. Für diese musikalische Inszenierung ist der deutsche Theaterregisseur Volker Hesse verantwortlich.
Frühere Eröffnung möglich
Der Gotthard-Basistunnel ist ein Werk der Superlative. Er ist 57 Kilometer lang und in ihm sollen über 228 Kilometer Schiene sowie 190'000 Betonschwellen verlegt werden. Eröffnet werden könnte der Bahntunnel möglicherweise bereits Ende 2016.
Das wäre ein Jahr früher als geplant. Dereinst werden täglich 300 Personen- und Güterzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/ h unter den Alpen hindurch brausen. Die Reise von Zürich nach Mailand dauert damit noch zwei Stunden und vierzig Minuten.
Schwindelerregend sind auch die Kosten des Baus. Die Prognosen für den Gotthard-Basistunnel liegen heute bei 9,8 Milliarden Franken, für die gesamte Gotthard-Achse sogar bei 12,2 Milliarden Franken - knapp 5 Milliarden über dem ursprünglich veranschlagten Preis.
Grundsatzentscheid 1992 gefällt
Der Gotthard-Basistunnel ist ein Teil der Neuen Eisenbahn- Alpentransversale (Neat). Ihr Ziel ist es, den Schwerverkehr von der Strasse auf die Scheine zu verlagern. Der Grundsatzentscheid für den Bau der Neat fiel am 27. September 1992. Damals legten 63,6 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten ein Ja zum Projekt in die Urne.
Ein Jahr später, am 22. September 1993, begannen die Bauarbeiten für den Gotthard-Basistunnel in Polmengo TI mit einem Sondierstollen. Ende November 1998 wurde an der Urne auch der Bundesbeschluss über Bau und Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs (FinöV) mit 63,5 Prozent Ja angenommen. Zur FinöV gehört auch die Neat-Finanzierung.
Die Neat wird insgesamt gegen 20 Milliarden Franken kosten. Ausser dem Gotthard-Basistunnel wird auch der Ceneri-Tunnel im Tessin gebaut. Dieser soll 2019 fertig sein. Die Auslastung des seit Sommer 2007 in Betrieb stehenden Lötschberg-Basistunnels liegt im Durchschnitt bei fast 80 Prozent. -
06:00 Uhr
So berichtet Bernerzeitung.ch/Newsnet für Sie
Ob am Computer oder Smartphone: Mit Bernerzeitung.ch/Newsnet verpassen Sie nichts von diesem historischen Tag.
10:00 Uhr – Es geht los: Sie können den TV-Stream des Schweizer Fernsehens live an dieser Stelle mitverfolgen. Parallel dazu startet unser Newsteam den Liveticker. Ergänzt wird die Berichterstattung mit Stimmen zum Jahrhundertbauwerk.
Direkt vom Gotthard berichten ausserdem Reporterin Claudia Blumer und ihre Kollegen Matthias Chapman und Jan Derrer laufend mit aktuellen Bildern, Video-Interviews und Hintergründen.
14 bis 14.45 Uhr - Der Durchstich: Die Tunnelbohrmaschine Sissi bahnt sich den letzten Weg durch das Gestein bis zum Durchstich in Faido. Anschliessend richten sich die EU-Verkehrsminister per Liveschaltung an den Schweizer Amtskollegen Bundesrat Moritz Leuenberger.
Nach 15 Uhr – Die Reaktionen: Wir blicken auf den Tag zurück – mit Bildern, Stimmen und Hintergründen. Ausserdem werfen wir einen Blick ins Ausland und zeigen Ihnen die Reaktionen der Nachbarn zum Jahrhundert-Bauwerk.
Erstellt: 15.10.2010, 06:02 Uhr
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6 Kommentare
So, die Schweiz hat es vollbracht, und dies mit eigenen Mitteln. Jetzt hat unser Land wunderbare Trumpfkarten im Kampf gegen die EU und deren Drohungen. Jetzt braucht es aber noch eine mutige Regierung, welche die Trümpfe im richtigen Moment auch auszuspielen wagt. Unser weiblicher Bundesrat??? Antworten
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