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Erster Kanton zwingt Hausbesitzer dazu, Solaranlagen zu bauen

Von Alan Cassidy . Aktualisiert am 13.04.2010 70 Kommentare

Radikale Förderung der Solarenergie in Basel-Stadt: Hauseigentümer müssen Solaranlagen auf bestehende Dächer stellen. Und das auch selber bezahlen.

Wird nicht alle Hausbesitzer freuen: Zwang zum kostspieligen Solardach.

Wird nicht alle Hausbesitzer freuen: Zwang zum kostspieligen Solardach.
Bild: Keystone

Der Kanton Basel-Stadt will auf seinem Gebiet verstärkt Solarenergie nutzen. Dazu hat das Amt für Umwelt und Energie (AUE) beim Institut für Umweltentscheidungen der ETH eine Studie in Auftrag gegeben, die als neues Planungsinstrument dienen soll. Die Studie soll bis Ende Jahr klären, welche Dächer sich in Basel am besten zur Gewinnung von Sonnenenergie eignen.

Hauseigentümer, deren Dächer aufgrund ihrer Ausrichtung und Neigung als besonders geeignet für Solarenergie eingestuft werden, müssen deshalb künftig eine Solaranlage auf ihr Dach bauen. Dazu werden sie verpflichtet, sobald an ihrem Gebäude ein «massgeblicher Umbau» vorgesehen sei, sagt Thomas Fisch, Leiter der Energiefachstelle im AUE, gegenüber der BaZ. Umsetzen will das AUE diesen Zwang auch auf geeigneten Hausdächern, die in Schutzzonen stehen. Ausgenommen sind Gebäude, die ans Fernwärmenetz angeschlossen sind.

1250 thermische Solaranlagen

Mit dieser Massnahme wird Basel-Stadt laut Fisch zum ersten Kanton, der den Bau von Solardächern auf bestehenden Häusern obligatorisch macht. Als Grundlage dient den Behörden die neue Energieverordnung. Diese schreibt vor, dass das Brauchwarmwasser in Wohnbauten, Schulen, Restaurants, Spitälern und ähnlichen Bauten zu mindestens fünfzig Prozent mit erneuerbarer Energie erwärmt werden muss.

Aufkommen müssen für den Umbau die Hauseigentümer. An den Kosten beteiligt sich der Kanton mit Subventionen aus der Stromförderabgabe. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Basel-Stadt 1250 thermische Solaranlagen auf freiwilliger Basis installiert. Diese Zahl will der Kanton mit dem Umrüstungszwang nochmals deutlich steigern.

Fragwürdige Investition

Schon heute sieht sich Basel-Stadt im Energiebereich als Vorzeigekanton. Wie jedoch ein der BaZ bekannter Fall zeigt, unterstützen die Behörden auch Anlagen, deren Effizienz fragwürdig ist. So richtete der Kanton Gelder aus an eine Solaranlage, die so montiert wurde, dass die Anlage nur die Hälfte der Leistung liefert, die der Unternehmer den Bauherren versprochen hatte. (Basler Zeitung)

Erstellt: 13.04.2010, 10:52 Uhr

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70 Kommentare

Armand Rochat

13.04.2010, 21:17 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Erstaunlich wenn man den Leuten indirekt Geld geben will motzen sie. Thermische Solaranlagen sind sehr kostengünstig und senken die Energiekosten massiv. Jeder ders nicht glaubt sollte sich mal darüber informiern. Andere Kantone könnten sich von Basel eine Scheibe abschneiden. Antworten


Jürg Hofer

13.04.2010, 12:55 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Darf ich der Korrektheit halber darauf hinweisen, dass in BS nicht Solaranlagen als solche vorgeschrieben sind. Vielmehr wird verlangt, dass das Warmwasser in neuen Gebäuden (bzw. bei Ersatz der Warmwassererzeugung) zu mind. 50 % mit erneuerbarer Energie gewärmt wird - und das kann nach Wahl des Eigentümers Fernwärme, Holz, Geothermie (Erdsonde) oder Sonnenenergie sein. BL kennt die gleiche Regel. Antworten




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