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Erste Windparks verzichten auf Subventionen

Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 11.01.2011

Die Nachfrage nach Windstrom in der Schweiz ist so gross, dass erste Windstromproduzenten auf die Subventionen vom Bund verzichten. Denn auf dem freien Markt können sie den Strom zu besseren Konditionen absetzen.

Erste Windstromproduzenten wollen auf Subventionen vom Bund verzichten.

Erste Windstromproduzenten wollen auf Subventionen vom Bund verzichten.
Bild: Keystone

Windenergie – ein Boom?

Lange Warteliste Wird Windenergie in den nächsten Jahren in der Schweiz einen regelrechten Boom erleben? Skeptiker werden nicht müde, zu behaupten, die Schweiz sei für Windenergie im grossen Stil nicht geeignet; das Land sei zu kleinräumig, und die Windverhältnisse seien zu schlecht. In der Tat harzt es mit dem Bau von Windturbinen in der Schweiz bislang. Viele seit Jahren geplante oder angekündigten Windparks wurden nicht oder jedenfalls bis jetzt noch nicht realisiert.

Gerade mal 28 Turbinen sind zurzeit in Betrieb. Erstaunlich ist hingegen die Zahl jener Stromproduzenten, die noch nicht gebaute Windturbinen bereits im Voraus beim Bund für Subventionen angemeldet haben. Es sind 390. Weitere 300 stehen auf einer Warteliste. Subventionen erhalten die Produzenten erst, wenn ihre Turbinen tatsächlich in Betrieb sind.

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Die Energiegenossenschaft Adev aus Liestal verzichtet freiwillig auf Subventionen für die Windenergie, die sie produziert. Das erstaunt auf den ersten Blick: Mit ihren beiden Windrädern stellt die Adev nämlich jährlich rund 7 Millionen Kilowattstunden Windstrom her. Pro Kilowattstunde könnte sie beim Bund 20 Rappen sogenannte kostendeckende Einspeisevergütungen (KEV) beantragen. KEV sind vom Bund bezahlte Subventionen für Ökostrom.

Bessere Bedingungen

Die Liestaler Windstromproduzenten verzichten aber auf die grosszügigen Subventionen, weil sie unter dem Strich mehr Geld verdienen, wenn sie ihren Strom auf dem freien Mark absetzen.

Die Adev verkauft ihren Strom dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ). Das EWZ kann den Ökostrom der Liestaler dann an Endkunden weiterverkaufen, die bereit sind, einen Aufpreis für sauberen Strom zu zahlen.

Mit dem EWZ hat die Adev laut deren Geschäftsführer Andreas Appenzeller einen Vertrag über zwanzig Jahre abgeschlossen. «Wir können den Windstrom dem EWZ zu besseren Konditionen verkaufen, als dies der Fall wäre, wenn wir den Strom unter allgemeinen Bedingungen ins Netz speisen und dafür Subventionen vom Bund erhalten», so Appenzeller.

Zurzeit sind laut Bundesamt für Energie in der Schweiz insgesamt 28 Strom produzierende Windturbinen in Betrieb. 12 davon bekommen Subventionen vom Bund. 12 weitere sind nicht subventionsberechtigt, weil sie bereits vor Einführung des Subventionssystems in Betrieb waren. Bei den vier verbleibenden – darunter sind jene zwei aus Liestal – ziehen es die Produzenten vor, den Strom auf dem freien Markt abzusetzen.

Markus Geissmann, Bereichsleiter Windenergie beim Bundesamt für Energie, bestätigt das Subventionsphänomen: «Windstrom ist relativ günstiger Ökostrom.» Deshalb sei die Nachfrage zurzeit gross. Die Produktionskosten für eine Kilowattstunde Solarstrom sind nach wie vor wesentlich höher als jene für Windstrom. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2011, 08:24 Uhr

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