Entführungs-Alarmsystem kommt noch dieses Jahr
Bund und Kantone wollen noch vor Ende dieses Jahres ein landesweites Alarmsystem für Entführungen Minderjähriger einrichten. Darauf haben sich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren in Bern geeinigt. Geplant ist eine Vereinbarung zwischen Bund und Kantonen. Dies gehe schneller als der Erlass eines Bundesgesetzes, sagte die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro nach der Frühjahrsversammlung der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD).
Laut de Quattro war für 2010 der Bericht einer Arbeitsgruppe erwartet worden. Insbesondere der Fall Lucie - obwohl keine eigentliche Entführung - habe nun den Druck erhöht. Wie de Quattro in Erinnerung rief, hat der Ständerat eine Motion angenommen, welche die rasche Einrichtung eines Alarmsystems verlangt.
Keine automatischen Alarmierungen
Das System werde sich in einer ersten Phase auf die Entführung von Minderjährigen beschränken und nicht für Vermisstenanzeigen gelten, sagte de Quattro. Eine automatische Alarmierung sei nicht vorgesehen. Vielmehr müsse situativ entschieden werden. Ein Kriterium sei, dass für das Opfer Gefahr an Leib und Leben bestehe.
Alarmiert werden könne vorab über Radio und Fernsehen, per SMS und MMS, mit Plakaten über der Autobahn sowie mit Affichen in Zügen, in Bahnhöfen und im übrigen öffentlichen Raum. Dafür müssten die SRG, die Telefongesellschaften, die Transportunternehmen und andere Partner gewonnen werden. Für die Meldungen aus dem Publikum sollen nach Auskunft de Quattros Hotlines mit einer Zentrale pro Sprachregion eingerichtet werden. Von diesen Zentralen aus gingen die Meldungen in ein Backoffice zur Triage und zur Koordination unter den zuständigen Behörden. (vin/sda)
Erstellt: 02.04.2009, 18:24 Uhr
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