«Ein Verbot der Burka finde ich selbstverständlich»
Interview: Michael Marti. Aktualisiert am 02.12.2009 217 Kommentare
Alice Schwarzer, 66, ist seit über 30 Jahren Deutschlands einflussreichste Feministin. 1975 veröffentlichte sie den Bestseller «Der kleine Unterschied - und seine grosse Folgen». 1977 gründete Schwarzer die feministische Zeitschrift «Emma», deren Chefredaktorin und Verlegerin sie bis heute ist. Schwarzer ist eine frühe und unerschrockene Warnerin vor dem Islamismus, in dem sie den «Faschismus des 21. Jahrhunderts» erkennt. (Bild: Keystone)
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Frau Schwarzer, das Schweizer Volk entschied am vergangenen Wochenende, den Bau weiterer Minarette zu verbieten. War dieser Entscheid richtig?
Alice Schwarzer: So weit konnte es überhaupt nur kommen, weil alle Parteien in der Schweiz, von links bis rechts, das berechtigte Unbehagen der Menschen über die fortschreitende Islamisierung ignorieren. Ich persönlich finde das Verbot der Minarette heikel – die Debatte über deren Funktion jedoch richtig.
Denken Sie, dass dem Schweizer Verbot eine Signalwirkung zukommt? Dass in weiteren europäischen Ländern ähnliche Schritte zu erwarten sind?
Der politisierte Islam unterscheidet nicht zwischen Staat und Religion, er entrechtet nicht nur die Frauen und agitiert offensiv. Das ist auch und vor allem für die Mehrheit der MuslimInnen ein Problem. Ich gehe also davon aus, dass die Stimmung in Deutschland ganz ähnlich ist wie die in der Schweiz. Doch auch hierzulande ist eine kritische Debatte über diese Entwicklung leider weitgehend tabuisiert. Was sich rächt, wie wir sehen. Denn dann schlägt die Stunde der Populisten.
Sie nennen den Islamismus, also den fundamentalistischen Islam, den «Faschismus des 21. Jahrhunderts». Sollen weitere Verbote erlassen werden: ein Burka-Verbot? Oder ein Verbot von Kopftüchern in Schulen oder am Arbeitsplatz?
Der Kampf beginnt bei der Akzeptanz der Demokratie und ungeschränkter Menschenrechte für alle. Das Verbot der Burka in unseren Ländern finde ich selbstverständlich, es ist schon tragisch genug, dass die Frauen in den islamistischen Ländern sie tragen müssen. Und was das Kopftuch für Schülerinnen angeht: Dessen Verbot, also Freiheit für alle Schülerinnen wenigstens in der Schule, hat die Zeitschrift «Emma» gerade in einer Titelgeschichte gefordert.
Gemäss demoskopischen Analysen waren es vor allem die Frauen, die zu dem deutlichen Ergebnis beitrugen. Muss eine westeuropäische Frau sich tatsächlich durch den Islam bedroht fühlen?
Nein, europäische Frauen müssen sich nicht vom Islam bedroht fühlen. Der ist Glaubenssache. Aber alle Frauen, Europäerinnen wie Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis, müssen sich von diesen selbstgerechten, fanatischen Islamisten bedroht fühlen – beziehungsweise sind diese bereits im Iran, in Afghanistan oder manchmal auch mitten unter uns.
Viele Schweizer Muslime, auch sogenannt gut integrierte, fühlen sich durch das Verbot zurückgesetzt, wenn nicht beleidigt. Verstehen Sie diese Muslime?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass aufgeklärte, fortschrittliche muslimische Menschen sich durch die Schweizer Debatte «beleidigt» fühlen – sie werden eher erleichtert sein. Das Beleidigtsein scheint eher Angelegenheit der Fanatiker zu sein. Und die Angst davor ist vor allem eine Sorge der Wirtschaft, weil das die guten Geschäfte mit den islamistischen Unrechtsstaaten belastet. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.12.2009, 11:35 Uhr
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217 Kommentare
Ich hoffe schon sehr, dass in 10 Jahren weniger Kopftuchträgerinnen zu sehen sind. Deshalb sollte man diese Kleidungsstücke möglichst vom Arbeitsplatz verbannen und in öffentlichen Aemtern wie Schulen, Spitälern ganz verbieten. Es braucht diesen Gegendruck (Kopftuch=keine Berufsperspektive) um dem eigentlichen Druck des Ehemannes , Vaters oder Bruders entgegenzutreten. Antworten






































