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Doppelt so viele Deutsche ohne Job

Von Verena Vonarburg, Bern. Aktualisiert am 03.05.2009 20 Kommentare

Im letzten Halbjahr hat sich die Zahl der arbeitslosen Deutschen in der Schweiz verdoppelt. Doch sie gelten als gut vermittelbar.

Die Zahl der Arbeitslosen steigt bei den Ausländern deutlicher an als bei den Schweizern. Ende März waren 6,9 Prozent aller erwerbstätigen Ausländer in der Schweiz arbeitslos. Ende September 2008 waren es noch 4,6 Prozent gewesen. Im selben Zeitraum stieg die Arbeitslosenquote bei den Schweizern von 1,8 auf 2,4 Prozent.

Massiver Anstieg der Arbeitslosenquote

Da seit der Personenfreizügigkeit mit der EU vor allem Deutsche in die Schweiz eingewandert sind, interessiert, wie sich deren Arbeitslosenquote entwickelt. Kürzlich vermeldete der Kanton Zürich, die Zahl der arbeitslosen Deutschen sei im März im Vergleich zum Vorjahr um 82 Prozent gestiegen. Dasselbe Bild zeigt sich gesamtschweizerisch: Die Zahl der Deutschen ohne Arbeit hat sich von August des letzten Jahres bis Ende März nahezu verdoppelt (von 2685 auf 5213). Deren Arbeitslosenquote stieg von 2,0 auf 3,6 Prozent. Bei den Franzosen beträgt sie 5,3 und bei den Italienern 4,3 Prozent. Weit mehr fallen die Portugiesen (7,1 Prozent) und Leute aus dem Balkan (8,4 Prozent) ins Gewicht.

Die Deutschen seien zahlenmässig nur «minimal über dem Durchschnitt», sagt Rita Baldegger, Sprecherin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Da sie in der Regel gut ausgebildet seien, gälten sie generell auch als gut vermittelbar. «Sie sind an sich keine Risikogruppe.» Ganz im Gegensatz zu den Portugiesen und Menschen aus dem Balkan, die oft auch schlecht ausgebildet sind.

Zahlen werden nicht freigegeben

Angaben nach Nationalitäten publiziert das Seco erst seit einem halben Jahr, weil die Politik und die Medien danach verlangten. Das Seco publiziert diese Zahlen nicht von sich aus, sondern gibt sie auf Anfrage bekannt, sagt Baldegger. Auch gewisse Kantone wie der Aargau sind nicht bereit, nach Nationalitäten aufgeschlüsselte Zahlen zu publizieren. Es sei «heikel, wenn wir uns auf gewisse Nationalitäten fokussieren», sagt Guido Pfister vom Aargauer Amt für Wirtschaft.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.05.2009, 22:43 Uhr

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20 Kommentare

Ronnie König

04.05.2009, 09:15 Uhr
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Zuerst wird ein Schweizer mit mässiger Bildung auf die Strasse gestellt. Dann stellt man den besseren Schwätzer ein, einen Deutschen. Der Schweizer kostet nun und ist unproduktiv. Der Deutsche verliert den Job und mit gleicher Quali wie der Schweizer kriegt er nun keinen neuen Job. Nun kosten beide! War das der Sinn der Übung? Mir scheint so. Antworten


Marc Baumann

04.05.2009, 00:22 Uhr
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Für den Herr Pfister vom Aargauer Amt für Wirtschaft ist die Warheit also "heikel". Das ist für ihn offensichtlich Grund genug sie unter Verschluss zu halten. Ich glaube die Schweizer haben die Nase mehr und mehr voll von Politikern, Bürokraten und Medien, welche die Dinge so beschreiben wie sie sie gerne hätten, und nicht so wie sie tatsächlich sind. Antworten



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