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Die japanischen Visionen des SBB-Chefs

Aktualisiert am 11.12.2011 95 Kommentare

In einem Interview gibt SBB-Chef Andreas Meyer einen Ausblick auf anstehende Veränderungen. Die Wiedereinführung kostenloser Toiletten ist nur eine davon.

Hat sich von Japan inspirieren lassen: SBB-CEO Andreas Meyer.

Hat sich von Japan inspirieren lassen: SBB-CEO Andreas Meyer.
Bild: Keystone

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Grosse Ankündigung ums kleine Geschäft: Die SBB werden in den Bahnhöfen wieder mehr Gratis-WC anbieten. Entsprechende Umbauarbeiten ab 2012 sind budgetiert. Dies sagt SBB-Chef Andreas Meyer in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Zahlreiche Passagiere würden in den Bahnhöfen die WC stehender Züge benutzen, weil die Bahnhof-Toiletten kostenpflichtig sind. Deshalb «werden wir wieder mehr öffentliche Toiletten gratis anbieten», verspricht Meyer. «Wir müssen aber noch mit Gemeinden und Städten über die Reinigung in jenen Bahnhöfen verhandeln, in denen wir kein eigenes Personal haben.»

Kommerzielle Nutzung stärken

Die SBB haben aber auch weitreichendere Pläne in den Bahnhöfen: Mit Japan als Vorbild will sie ihre Bahnhöfe stärker kommerziell nutzen. «Japanische Bahnhöfe enthalten ganze Warenhäuser. Damit nutzen sie die Passagierströme noch besser als wir für kommerzielle Interessen, um finanziell ein gesundes Eisenbahnunternehmen zu betreiben.»

In Japan gebe es in den Bahnhöfen auch grosse Begegnungsplätze. In Kyoto etwa diene eine riesige Treppe für Konzerte. «Aus Japan haben wir den Mut mitgenommen, diesen originellen Mix voranzutreiben, unsere Ideen haben noch einmal eine grössere Dimension angenommen», sagt Meyer.

In die Nase gebissen

Das härtere Vorgehen gegen Schwarzfahrer und Taschen auf den Sitzen mit Beginn des neuen Fahrplans verteidigt Meyer vehement. «Es geht auf keine Kuhhaut, was unsere Zugbegleiter teilweise erleben. Dieses Jahr wurde einem gar in die Nase gebissen.» «Wenn wir dann gezwungen sind, an den gesunden Menschenverstand und die gute Kinderstube zu appellieren, wird uns sofort eine Verbotskultur vorgeworfen», sagt Meyer.

Die SBB wollten mit dem Kampf gegen das Schwarzfahren verhindern, dass die Billettpreise noch stärker steigen. «Wir werden auf ein paar neuralgischen Strecken wie Winterthur-Zürich, Liestal-Basel oder Freiburg-Bern weniger Fahrgäste haben, die es darauf ankommen lassen.»

Dadurch erwarteten die SBB Mehreinnahmen im zweistelligen Millionenbereich. «In diesem Umfang müssen wir nicht Preiserhöhungen für unsere ehrlichen Kunden vornehmen», sagt der SBB-Chef. (ami/sda)

Erstellt: 11.12.2011, 10:55 Uhr

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95 Kommentare

Hansueli Meili

11.12.2011, 13:09 Uhr
Melden 63 Empfehlung

Ich bin schon in vielen Laendern der Welt mit dem Zug gefahren. Das was die SBB in der Schweiz bietet, ist nicht zu uebertreffen und wird nirgends nur annaehernd erreicht. Dies gilt fuer den ganzen OeV in der Schweiz. Ein riesen Komplimnet und Bravo fuer Eure Leistungen. Tragt Sorge zu diesem ausserordentlichen System. Antworten


Martin Kehl

11.12.2011, 12:12 Uhr
Melden 59 Empfehlung

In Japan gibt es keine Bussen für falsche/unzureichende Tickets. Erstens braucht man ein Ticket um überhaupt aufs Perron zu kommen und wenn man am Zielort wieder rauswill und aus versehen das falsche Ticket gekauft hat, kann man einfach nachzahlen. Man wird nicht schikaniert und als kriminell hingestellt nur weil man aus welchem Grund auch immer nicht das korrekte Ticket hat! Antworten



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