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«Die ganze SP trägt die Schuld»

Von Pascal Tischhauser. Aktualisiert am 09.03.2009 51 Kommentare

Parteipräsident Christian Levrat erklärt, weshalb die SP bei den Wahlen im Aargau und in Solothurn eine Niederlage erlitten hat. Das Problem sei nicht er selber, sagt er.

SP- Parteipräsident Christian Levrat.

SP- Parteipräsident Christian Levrat. (Bild: Keystone)

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Herr Levrat, die SP hat im Aargau und in Solothurn massiv verloren. Weshalb?
Ja, es bringt nichts, das schönzureden. Das sind schwere Niederlagen. Aber wir haben in den letzten Wochen auch Erfolge verbucht: Wir haben im Wallis gewonnen, wir haben in Zürich bei den Stadtratswahlen gut abgeschnitten und wir haben in Yverdon wieder eine linke Mehrheit übernommen. Aber im Aargau und in Solothurn haben wir die Leute nicht an die Urne gebracht. Die tiefe Stimmbeteiligung erklärt den Unterschied zwischen den Umfragewerten und den Ergebnissen. Das macht mir Sorgen, denn traditionell ist die Linke stark in der Mobilisierung. Vielleicht müssen wir wieder lernen, von Tür zu Tür zu gehen.

Haben Sie gedacht, die SP würde von der Krise profitieren?
Ich habe weder gedacht, dass die Krise uns helfen könnte, noch dass sie uns schaden würde. Aber unsere Antworten auf die Krise werden uns helfen, denn die SP ist die einzige Partei, die konkrete Lösungen auf den Tisch legt. Das merken politisch interessierte Kreise, aber bei der breiten Bevölkerung wird das noch nicht wahrgenommen. Das braucht Zeit. Es ist nicht so, dass alles, was wir im Bundeshaus besprechen, gleich in der Bevölkerung aufgenommen wird.

Die SP verliert ihre Sitze an die Grünen und Grünliberalen. Was machen die besser?
Sie haben aus den Nationalratswahlen 2007 ein etwas besseres Image. Davon profitieren sie noch. Das ändert sich aber, da wir bereits im Herbst Lösungen zur Finanzkrise angeboten haben, die jetzt schon in Umsetzung sind. Ich habe immer gesagt, 2008 und 2009 würden schwierige Jahre. Doch ab 2010 wird es besser für uns, so dass wir 2011 bei den Nationalratswahlen gewinnen werden.

Das schlechte Abschneiden hängt also nicht mit Ihnen als Parteipräsident zusammen?
Diesen Eindruck habe ich nicht. Es ist auch das erste Mal, dass ich eine solche Frage beantworten muss.

Sind Sie als Romand in der Deutschschweiz noch zu wenig bekannt?
Möglich. Durch die Medienteilung, die es durch die Sprachgrenze gibt, bin ich mit einem Rückstand gestartet. Diesen habe ich aber aufgeholt, wie die Umfragen zeigen.

Wenn es nicht an Ihnen liegt, sind dann Ihre Kantonalpolitiker Schuld?
Nein, die Schuld trägt die ganze SP. Es ist das eine, die Spitze der Partei neu auszurichten, Themen neu zu definieren und emotionaler aufzutreten. Es dauert aber, bis das zu den einzelnen Parteimitgliedern gedrungen ist und zu den Wählerinnen und Wählern übergeht. Schuldzuweisungen sind da fehl am Platz.

Aber konkret. Wie reagieren Sie jetzt auf die Wahlschlappe?
Natürlich werden wir mit den betroffenen Kantonalsektionen sprechen. Und wir werden die Wahlkämpfe intern gemeinsam analysieren. Es macht keinen Sinn, dies öffentlich zu tun. (NEWS)

Erstellt: 09.03.2009, 22:15 Uhr

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51 Kommentare

Georg Klein

09.03.2009, 23:39 Uhr
Melden

"unsere Antworten auf die Krise werden uns helfen, denn die SP ist die einzige Partei, die konkrete Lösungen auf den Tisch legt." Wer so bescheiden ist, kann nur Recht haben. Vielleicht ein Glück für die SP, dass ihre "konkreten Lösungen" nicht einer Prüfung unterworfen werden, wo dann herauskommen würde, ob sie wirklich Lösungen gewesen wären ... oder auch doch nicht. Antworten


Elmar Hutter

09.03.2009, 22:35 Uhr
Melden

Die SPS wird heute von vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als linksliberale, elitäre Partei von vielfach akademisch gebildeten Schweizerinnen und Schweizern begriffen, die die "Bodenfassung" verloren hat. Typisch dafür ist u.a Wortwahl und Schreibweise, die ein "Gewöhnlicher" schwer versteht. Ausserdem nimmt die SPS die Aengste und Existenzsorgen vieler MitbürgerInnen zu wenig ernst. Antworten



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