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«Die Unterhaltsfrage wird dadurch weniger polarisieren»

Von Peter Meier. Aktualisiert am 18.11.2011

Markus Theunert, Präsident des Schweizer Dachverbandes Männer.ch, spricht über die vorgeschlagene Lösung beim elterlichen Sorgerecht und die kommenden Probleme bei der Revision des Unterhalts.

Markus Theunert, Präsident von Männer.ch. (Bild: Stefan Anderegg)

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Herr Theunert, sind Sie zufrieden mit der bundesrätlichen Lösung des gemeinsamen Sorgerechts?
Markus Theunert: Es ist eine ausgewogene, zukunftsfähige Vorlage. Wenn sie das Parlament so verabschiedet, bin ich zufrieden.

Zweifeln Sie daran?
Eigentlich nicht. Auch wenn es sicherlich noch weitere Überzeugungsarbeit braucht: Die Einsicht, dass das heutige Gesetz einseitig ist, hat sich in meiner Wahrnehmung auf breiter Ebene durchgesetzt. Die Revision vollzieht die gesellschaftliche Entwicklung nach und schafft die Voraussetzungen für den einvernehmlichen Dialog und die elterliche Kooperation.

Mit dem Sorgerecht eng verknüpft ist die Frage des Unterhalts. Auch hier ist eine Revision in Arbeit. Hätten Sie es begrüsst, wenn beide Vorlagen zugleich gekommen wären?
Nein, wir waren von Anfang an dafür, die beiden Fragen nacheinander zu lösen, weil sie komplex und emotional aufgeladen sind. Mit der Entkoppelung der beiden Fragen konnte eine weitere Verzögerung beim Sorgerecht verhindert werden. In einem zweiten Schritt sind jetzt die finanziellen Fragen zu klären.

Begünstigt dabei der Vorschlag des gemeinsamen Sorgerechts auch eine einvernehmliche Lösung bei der Unterhaltsrevision?
Ich denke, dass es die Fronten aufweichen wird, wenn das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall gesetzlich verankert ist. Die Unterhaltsfrage wird dadurch weniger polarisieren. Das erhöht die Chance für einen sachlichen Dialog und eine einvernehmliche Lösung .

Wie müsste die aussehen?
Es ist nicht an uns, eine Lösung zu präsentieren. Aber wir anerkennen, dass es beim Unterhalt Probleme gibt – und bieten Hand dafür, sie zu lösen.

Eines der Hauptprobleme ist die einseitige Mankoübertragung – das heisst: Wenn das Einkommen nicht für zwei Haushalte ausreicht, muss heute in der Regel die betreuende Mutter Sozialhilfe beanspruchen.
Das stimmt, das ist ein Problem und muss gelöst werden. Aber wir vertreten natürlich auch die Interessen der Männer und Väter– und sagen daher zugleich: Hände weg vom letzten Hemd. Denn es ist ebenso unhaltbar, den Vätern von ihrem hart erarbeiteten Lohn weniger als das Existenzminimum zu lassen.

Das bedeutet also: Sie befürworten nicht vorbehaltlos, dass diese einseitige Benachteiligung der Mütter wegfällt?
Wir sind bereit, eine Lösung zu suchen, die nicht mehr die heutigen ungerechten Folgen hat.

Das heisst?
Besonders stossend ist die einseitige Rückerstattungspflicht: Eine betreuende Mutter, die Sozialhilfe beanspruchen muss, muss dieses Geld nach heutiger Regelung zurückerstatten, wenn sie später zu Vermögen kommt. Das darf nicht sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.11.2011, 11:33 Uhr

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