Schweiz

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Blogs
  • Forum

Die SP lanciert Initiative für eine nationale Erbschaftssteuer

Aktualisiert am 25.06.2011 103 Kommentare

Die Sozialdemokraten wollen eine nationale Erbschaftssteuer für die ganz Reichen. Den steuerfreien Maximalbetrag für direkte Nachkommen haben sie ebenfalls bereits kommuniziert.

Setzt sich für eine einheitliche Erbschaftssteuer ein: SP-Fraktions-Chefin Ursula Wyss an einer Pressekonferenz im Mai 2011.

Setzt sich für eine einheitliche Erbschaftssteuer ein: SP-Fraktions-Chefin Ursula Wyss an einer Pressekonferenz im Mai 2011.
Bild: Reuters

Umfrage

Die SP will eine nationale Erbschaftssteuer einführen. Begrüssen Sie diese Forderung?

Ja, auf jeden Fall

 
32.1%

Ja, falls der steuerfreie Maximalbetrag 2 Millionen Franken beträgt

 
24.0%

Nein, auf keinen Fall

 
43.9%

1796 Stimmen


Artikel zum Thema

Stichworte

Blog

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die SP Schweiz macht sich für eine nationale Erbschaftssteuer stark. Die rund 150 Delegierten haben am Samstag an ihrer Versammlung in Olten SO einstimmig beschlossen, eine entsprechende Volksinitiative zusammen mit der EVP und den Grünen zu lancieren.

Die Erbschaftssteuer belaste weder den Konsum noch die Arbeit, sagte die Berner Nationalrätin Ursula Wyss, Präsidentin der SP-Bundeshausfraktion. Die Steuer nehme nur denen etwas weg, die nichts für ihren Reichtum geleistet hätten. Die Initiative wolle den Mittelstand explizit schonen.

Es sei ein Freibetrag von zwei Millionen Franken für direkte Nachkommen vorgesehen. Über 90 Prozent der Bevölkerung würden daher weiterhin keine Erbschaftssteuer entrichten müssen. Die Initiative würde nur zwei Prozent der Erbschaften erfassen. Der Ansatz für die Erbschafts- und Schenkungssteuer soll 20 Prozent betragen.

«Ungerechte Situation»

Wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe, sei das «gesellschaftlicher Sprengstoff». Die ungerechte Situation sei kein Naturgesetz, sondern von der bürgerlichen Mehrheit in diesem Land so gewollt, hielt Wyss fest. Eine Allianz aus EVP, Grünen, Gewerkschaften und kleineren Organisationen arbeitet bereits seit Monaten an der geplanten Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV». Das Begehren soll noch im Wahlherbst lanciert werden.

In fast allen Kantonen wurde die Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen seit Mitte der 1990er Jahre abgeschafft. Derzeit kennen nur noch die vier Kantone Appenzell-Innerrhoden, Solothurn, Neuenburg und Waadt diese Steuer.

Milliarden werden vererbt

Im vergangenen Jahr wurden laut SP in der Schweiz rund 40 Milliarden Franken vererbt. Mehr als die Hälfte der Summe sei an Millionäre gegangen. In den kommenden 30 Jahren würden rund 178'000 Personen voraussichtlich mindestens je eine Million Franken erben.

Die geplante Initiative sieht vor, dass zwei Drittel der zusätzlichen Steuereinnahmen in den Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) fliessen. Ein Drittel soll bei den Kantonen verbleiben, welche die Steuer veranlagen und einziehen sollen.

Levrat kritisiert FDP-Bundesräte

In seiner Rede zu Beginn der Versammlung forderte Parteipräsident Christian Levrat, die Politik müsse Rücksicht auf das Wohl der Mehrheit nehmen statt auf die Gewinne weniger. Damit griff der Freiburger Nationalrat den SP-Slogan für die Wahlen auf: «Für alle statt für wenige.»

Heftig kritisierte der Levrat die freisinnigen Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter «wegen ihrer Untätigkeit». Man bekomme den Eindruck, dass sich die beiden im Bundesrat einen Wettbewerb lieferten, wer am besten schweigen könne. Levrat verglich die beiden Bundesräte mit «sympathischen Clowns».

«Wir wollen einen Volkswirtschaftsminister, der unser Land und das allgemeine Interesse gegenüber der Wirtschaft vertritt», hielt er an die Adresse von Schneider-Ammann fest. Es sei genug der Passivität, des Abwartens und der Angst, die Märkte zu stören.

Sommaruga zu Asylpolitik und Bankgeheimnis

In einer lockeren Gesprächsrunde mit Kandierenden für den Nationalrat zeigte sich SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga überzeugt, «dass das Bankgeheimnis wahrscheinlich seinem Ende entgegensieht». Weiter bezeichnete die Justizministerin die Tatsache als «Skandal», dass in der Schweiz vielleicht 100'000 bis 200'000 Personen ohne aufenthaltsrechtlichen Status lebten. Sie lege den Fokus auf Arbeitgeber, die Sans-Papiers schwarz beschäftigen würden.

Die Frage, welche Instrumente sie ihren Kolleginnnen und Kollegen im Bundesrat zuweisen würde, liess die ausgebildete Pianistin offen. Auf Nachfrage, ob auch jemand eine Pauke spiele, sagte sie bloss: «Die Instrumente wechseln jeden Mittwoch.» (wid, jak/sda)

Erstellt: 25.06.2011, 13:28 Uhr

103

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

103 Kommentare

Sylvia Keller

25.06.2011, 15:41 Uhr
Melden 140 Empfehlung 0

Bin für eine Erbschaftssteuer für Kaviar-Cüpli Sozis und Banksters wie Marcel Ospel & Co. Nur da ist dringend Handlungsbedarf! Antworten


Hans Meier

25.06.2011, 14:01 Uhr
Melden 139 Empfehlung 0

Schon WIEDER so ein Mist der Linken. Die Obergrenze soll natürlich die Neider zu einem JA mobilisieren. Ihr SP-ler habt einfach keine Ideen mehr, was die Schweiz weiterbringen könnte. Ständiger Versuch, die Schweizer gegeneinander aufzuhetzen: Arm gegen wohlhabend, Stadt gegen Land (mind. im Kt. Bern), krank gegen gesund, Kapitalismus gegen euren Kommunismus, Mieter gegen Hauseigentümer usw. usf. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

"Tanz dich frei" - sind Sie dabei?





Genusswelt

Besuchen Sie unsere Genusswelt und entdecken Sie die Welt des Genuss!

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Gratis für Abonnenten und Abonnentinnen

1:0 für Ihre Unabhängigkeit! Wo immer Sie sind: Blättern Sie virtuell durch Ihre BZ Berner Zeitung. Lesen Sie unser ePaper.