Die Krise trifft die Jungen besonders hart

Aktualisiert am 07.08.2009 1 Kommentar

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli bei den Jugendlichen sprunghaft angestiegen. Laut Fachleuten könnte dürfte sich die Lage im kommenden Jahr noch verschlimmern.

Seit langem in der Debatte: Demonstration von Jugendlichen für mehr Bildungschancen im November 2005 in Zürich

Seit langem in der Debatte: Demonstration von Jugendlichen für mehr Bildungschancen im November 2005 in Zürich
Bild: Keystone

Ende Juli waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren 145'364 Personen als Arbeitslose registriert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gesamthaft von 3,6 auf 3,7 Prozent - doch junge Menschen von 15 bis 24 Jahren sind von der Zunahme stärker betroffen. Innert Monatsfrist erhöhte sich die Zahl der Jugendlichen ohne Job um 3229 auf 25'693 Betroffene. Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich damit von 4,1 auf 4,6 Prozent.

In den Sommermonaten steigt die Jugendarbeitslosigkeit jeweils wegen der Schul-, Lehr- und Studienabgänger, die neu auf den Arbeitsmarkt drängen. Sie haben es in der Rezession besonders schwer. So hat sich die Zahl der Jugendlichen ohne Job innerhalb eines Jahres um fast drei Viertel erhöht.

Weitere Steigerungen in Aussicht gestellt

Für das gesamte Jahr 2009 geht das Seco laut seiner Sprecherin Rita Baldegger bei den 15- bis 24-Jährigen von einer mittleren Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent oder rund 27'000 Betroffenen aus. Das wäre der höchste Stand seit 2005. Im kommenden Jahr müsse sogar mit 43'000 jungen Arbeitslosen oder einer Quote von 7,8 Prozent gerechnet werden, sagte die Sprecherin.

Noch kritischer ist die Situation bei der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen. Hier befürchtet das Seco dieses Jahr eine Zunahme der Quote auf 5,9 Prozent. 2010 dürften es durchschnittlich sogar 9,4 Prozent oder 32'000 Arbeitslose sein.

Gewerkschaften: Kritik an der Regierung

Baldegger erinnerte daran, dass der Bundesrat wegen dieser schlechten Aussichten die dritte Phase des Konjunkturstützungsprogramms besonders auf Massnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit ausgerichtet habe. Rückmeldungen der Kantone machten zudem deutlich, dass die Appelle von Wirtschaftsministerin Doris Leuthard zur Schaffung von Praktikumsstellen fruchteten.

Der Arbeitnehmerdachverband Travail Suisse und die Gewerkschaft Unia kritisieren den Bund unterdessen erneut. Es brauche jetzt dringend weitere Sofortmassnahmen, erklärte Travail Suisse und wiederholte die Forderung nach einem Ausbau der Kurzarbeit auf 24 Monate und der Erhöhung der Taggelder für Arbeitslose auf 520 Tage.

Zehn Milliarden für Konjunkturpaket gefordert

Unia verlangt vom Bundesrat ein beschäftigungswirksames Konjunkturpaket im Umfang von zehn Milliarden Franken. Bank-Ökonomen machten demgegenüber darauf aufmerksam, dass die Arbeitslosigkeit im internationalen Vergleich in der Schweiz trotz des erwarteten zusätzlichen Anstiegs auf relativ tiefem Niveau bleiben werde. (raa/ap)

Erstellt: 07.08.2009, 13:40 Uhr

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1 Kommentar

Marianne Gautschi

07.08.2009, 17:23 Uhr
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Wenn ich dann noch höre, dass das Pensionsalter auf 67 Jahre oder mehr ansteigen soll, kommt mir die Galle hoch. Das Gegenteil sollte gefordert werden, so könnten endlich die Jungen eine Stelle bekommen. Antworten



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