Die Genfer Polizeifotos von Hannibal Qadhafi
Aktualisiert am 04.09.2009 33 Kommentare
Diese Wunde soll Hannibal Qadhafi einem seiner Hausangestellten zugefügt haben (Ausriss: Tribune de Genève).
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Verletzung des Amtsgeheimnisses
Die Fotos haben auch den Genfer Staatsanwalt Daniel Zappelli auf den Plan gerufen. «Ich werde eine Untersuchung gegen Unbekannt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses eröffnen», sagte Zappelli auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er verstehe nicht, wieso die Zeitung gerade jetzt diese Fotos veröffentliche. Zappelli schloss bei gleicher Gelegenheit aus, dass die pikanten Unterlagen aus dem Justizgebäude stammen. Portraits von vorne und von der Seite seien niemals Teil von Justizunterlagen. Auch die Polizei zweifelt daran, dass das Leck bei ihr liegt. «Wir verbreiten keine solche Bilder», sagte ein Mediensprecher der Genfer Polizei. Polizeibilder seien farbig. Die Bilder in der Zeitung sind dagegen schwarz-weiss.
Die Schwarz-Weiss-Aufnahmen zeigen das Gesicht des Sohnes des libyschen Herrschers Moammar al-Qadhafi von vorne, respektive von der Seite. Nach Angaben der Zeitung wurden die Bilder anlässlich dessen Verhaftung am 15. Juli 2008 gemacht.
Der Chefredaktor von «Tribune de Genève», Pierre Ruetschi, rechtfertigte am Freitag auf Anfrage die Veröffentlichung der Bilder. Die Frage, wie gross die Erniedrigung bei der Verhaftung gewesen sei, spiele inzwischen eine grosse Rolle in der Affäre, sagte er. Die Fotos seien ein Informationselement, um mehr über die Umstände der Verhaftung zu erfahren. Sie könnten damit einen wichtigen Beitrag zur Diskussion leisten.
Erstmals seit 40 Jahren ein Qadhafi hinter Gitter
In dem Bericht unterstrich der Leiter des Zentrums für arabische Studien in Genf, Hasni Abidi, dass es die Verhaftung des Sohns von Oberst Qadhafi gewesen sei, die den Zorn Libyens provoziert habe. Ihm zu Folge ist es während 40 Jahren der Herrschaft das erste Mal gewesen, dass ein Angehöriger des Qadhafi-Clans eine Nacht im Gefängnis verbracht habe.
Unterdessen geht das Warten auf die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer weiter. Sie sind wegen angeblicher Verstösse gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen inhaftiert worden. Es handelt sich offensichtlich um eine der Retorsionsmassnahmen des Qadhafi-Regimes nach der vorübergehenden Verhaftung von Hannibal Qadhafi und seiner Ehefrau. (oku/ap)
Erstellt: 04.09.2009, 19:00 Uhr
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33 Kommentare
Mit diesen Polizeiaufnahmen nun veroeffentlicht, werden die Schweizer nun den Zorn des Lybischen Fuehrers besonders spueren. Keine Sensibilitaet im Lande der UNO und des Roten Kreuzes. Bern schlaeft, Tripolis ist hellwach. Vergisst nicht mit dieser Angelegenheit ist das Ansehen in ganz Afrika der Schweiz gesunken. Aber eben Afrika ist nicht wichtig fuer die Schweiz. Antworten
Der Informationsgehalt der Bilder ist ja geradezu enorm. Hannibal sieht aus wie jemand, der von 25 Polizisten aus dem Schlaf gerissen wurde, und die Brust kann ich nicht zuordnen. Könnte auch eine Sport- oder Unfallverletzung sein. Muss ja eine enorme Stange oder Peitsche gewesen sein, die einen solch breiten Streifen hinterlässt. Hat man überhaupt eine "Tatwaffe" sicherstellen können? Antworten
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