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Die Freunde der FDP bleiben den Banken treu

Von David Schaffner. Aktualisiert am 17.02.2010

Sein Vorgänger trat wegen der Nähe zum Finanzplatz ab. Doch auch der neue Interimspräsident der FDP-Freunde, Andreas Schmid, ist ein Mann der Banken.

Seine Nähe zum Finanzplatz Schweiz ist unbestritten: Andreas Schmid.

Seine Nähe zum Finanzplatz Schweiz ist unbestritten: Andreas Schmid.
Bild: Keystone

Es war ein Konflikt, wie ihn die Schweizer Wirtschaft in dieser Heftigkeit nur selten erlebt hatte: Im Frühling 2006 brach im Dach des mächtigsten Wirtschaftsverbandes Economiesuisse ein offener Streit zwischen den Banken und der Pharma auf der einen und der Industrie und den Baumeistern auf der anderen Seite aus. In der Mitte stand der designierte Verbandspräsident Andreas Schmid, der als Wunschkandidat der Banker unter massiven Beschuss geriet und das Feld räumen musste, bevor er die neue Stelle antreten konnte.

Parlamentarier auffällig neutral

Ausgerechnet dieser verhinderte Economiesuisse-Mann und Finanzplatzvertreter übernimmt im Förderverein Freunde der FDP nun jene Funktion, die der frühere UBS-CEO Peter Wuffli wegen seiner problematischen Nähe zum Bankenplatz vor wenigen Tagen aufgegeben hat: Schmid tritt ad interim das Präsidium an und steht dem wohl wichtigsten Spendeorgan der FDP mindestens bis zum Herbst vor. Dann findet die offizielle Wahl des neuen Präsidenten statt. Ob Schmid als Wunschkandidat gilt, wollte gestern im Freisinn niemand sagen. Schmid war bisher Vizepräsident der Freunde der FDP.

Viele Mitglieder der FDP-Bundeshausfraktion äussern sich auffällig neutral über Schmid. Schliesslich hat die Partei den Rücktritt Wufflis begrüsst, der als ehemaliger UBS-Chef die Nähe der Partei zum Finanzplatz und zur gestrauchelten Grossbank verkörpert hatte. Schmid wurde diese Nähe bereits bei der Economiesuisse zum Verhängnis: Industrie-Vertreter um FDP-Nationalrat Johann Schneider-Ammann sowie Bauherren um FDP-Nationalrat Werner Messmer zeigten sich damals verärgert, weil Schmid als Ziehsohn des früheren Credit-Suisse-Präsidenten Walter Kielholz galt. Sie fürchteten, dass Schmid die Anliegen von Industrie und Bau zu wenig berücksichtigen würde. Der Machtkampf ging zu Ungunsten der Banken aus: Anstelle von Schmid wurde der frühere FDP-Nationalrat Gerold Bührer Präsident.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.02.2010, 04:00 Uhr

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