Didier Burkhalter in der Höhle des Löwen

Aktualisiert am 15.01.2010

Erstmals seit Jahren wagt sich mit Didier Burkhalter wieder ein parteifremder Bundesrat an die traditionelle Albisgüetli-Tagung der SVP. Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtet live aus dem Schützenhaus.

Kann aus einer Position der Stärke vom Leder ziehen: Christoph Blocher, hier an der Albisgüetli-Tagung 2008

Kann aus einer Position der Stärke vom Leder ziehen: Christoph Blocher, hier an der Albisgüetli-Tagung 2008

«Wird er Christoph Blocher Paroli bieten?»: Innenminister Didier Burkhalter.

«Wird er Christoph Blocher Paroli bieten?»: Innenminister Didier Burkhalter.

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Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtet live

Bernerzeitung.ch/Newsnet ist an der Albisgüetli-Tagung heute Abend vor Ort. Ab 19 Uhr berichtet unser Reporter-Team während des ganzen Abends live über den Anlass.

Für Spannung ist gesorgt an der diesjährigen Albisgüetli-Tagung der Zürcher SVP, laut der Partei «der grösste und bedeutendste politische Anlass der Schweiz». Lange ist es her, seit ein parteifremder Bundesrat sich traute, im wie immer ausverkauften Schützenhaus gegen Hauptredner Christoph Blocher anzutreten.

Letztmals fand dieses Ereignis im Jahr 2002 statt. Damals referierte der frühere FDP-Bundespräsident Kaspar Villiger im Albisgüetli. Dieses Jahr war eigentlich Bundespräsidentin Doris Leuthard als Gastrednerin vorgesehen, die CVP-Politikerin sagte aber ab. Sie tat es damit gleich wie Pascal Couchepin (2003) und Joseph Deiss (2004), Micheline Calmy-Rey erhielt 2007 von der SVP Zürich nicht einmal eine Einladung. Dass Bundesräte nur ungern im Albisgüetli auf der Bühne stehen, ist verständlich: Wer will schon riskieren, von der SVP-Klientel mit Hohn und Spott belegt zu werden?

Dominanz Blochers ungebrochen

Zumal Christoph Blocher heute Abend aus einer Position der Stärke vom Leder ziehen kann. Parteiintern herrscht er derzeit unumstrittener denn je; nach einer Schwächephase vor einem Jahr sitzt er wieder fest im Parteisattel und diktiert die Agenda der SVP. Das gilt erst recht nach dem Minarettverbot: Mit diesem Sieg im Rücken dürfte es dem Alt-Bundesrat noch leichter fallen, gegen EU, Ausländer und Invalide zu Felde zu ziehen.

Immerhin: Allzu viel Anfeindungen hat Didier Burkhalter heute nicht zu befürchten. Noch bietet der neue welsche Innenminister kaum genügend Angriffsflächen, um als Zielscheibe für die SVP herhalten zu können. Auch scheint das Verhältnis zwischen SVP und FDP weniger angespannt als auch schon: Schliesslich war es die Volkspartei mit ihren Stimmen, welche Burkhalter im September den Wahlsieg ermöglicht hat.

(dvp)

Erstellt: 15.01.2010, 17:07 Uhr

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