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Der Gambler will auch rauchen

Von René Lenzin. Aktualisiert am 28.10.2009

Das Rauchverbot lässt die Erträge der Spielcasinos um bis zu 20 Prozent einbrechen. Nun verlangt ihr Verband eine Ausnahmeregelung.

Rauchen schadet dem Geschäft: Spieler im Casino Lugano.

Rauchen schadet dem Geschäft: Spieler im Casino Lugano.
Bild: Keystone

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Im letzten Jahr ging der Bruttogewinn der Schweizer Spielcasinos erstmals zurück. Für den Casinoverband, dem 17 der 19 konzessionierten Spielhäuser angehören, ist klar, woran das liegt: am Rauchverbot, das immer mehr Kantone einführen. «Mit dem Rauchverbot gehen die Bruttospielerträge um bis zu 20 Prozent zurück», sagt Marc Friedrich, der Geschäftsführer des Casinoverbands. Zum gleichen Schluss ist auch die Eidgenössische Spielbankenkommission gelangt: «Dieser Rückgang lässt sich hauptsächlich mit der aktuellen Konjunkturlage sowie den in gewissen Kantonen eingeführten Rauchverboten erklären», schreibt sie in ihrem Jahresbericht.

Das wollen die Casinos nicht länger hinnehmen. Sie fordern, dass der Bund beim Rauchverbot eine pauschale Ausnahmeregelung erlässt. Anlass bietet die Verordnung zum nationalen Antirauchergesetz, welche die Verwaltung derzeit erarbeitet. «Die bisherigen Entwürfe sind viel zu restriktiv», sagt Friedrich. Eine Ausnahme für Casinos rechtfertige sich, weil diese nicht öffentliche Räume seien wie Restaurants, sondern Zutrittsbeschränkungen unterlägen.

Lungenliga ist gegen Ausnahme

Setzt sich der Verband mit seiner Forderung durch, wäre das Rauchen am Roulettetisch nicht automatisch überall erlaubt. Das Bundesgesetz sieht nämlich vor, dass die Kantone strengere Regelungen erlassen dürfen. Friedrich ist sich daher bewusst, dass der Verband mit einer Bundesregelung zumindest in gewissen Kantonen noch nichts gewonnen hätte.

Geht es nach der Lungenliga, sollen die Spielbanken in der Raucherfrage überhaupt nichts gewinnen. «Wir sind gegen eine Ausnahme für Casinos», sagt Simon Küffer, der bei der Lungenliga für Tabakfragen zuständig ist und als Sprecher der Allianz «Schutz vor Passivrauchen» amtet. Diese Allianz will mit einer Volksinitiative einen wirksamen und einheitlichen Schutz vor Passivrauchen durchsetzen. Nach fünf Monaten seien bereits zwei Drittel der benötigten Unterschriften zusammen, sagt Küffer. Die Allianz wolle die Initiative so schnell wie möglich einreichen.

Ziel des Volksbegehrens ist es, Raucherbetriebe und bediente Fumoirs zu verbieten, wie sie heute laut Bundesgesetz zulässig sind. Hingegen sollen unbediente Raucherräume erlaubt bleiben - auch in Casinos, wie Küffer festhält. Acht Kantone haben Gesetze erlassen, die mit der Initiative vereinbar wären. Die anderen Kantone haben noch kein Gesetz oder lassen bediente Raucherbereiche zu - müssten also ihre Bestimmungen nach einem Ja zur Initiative anpassen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.10.2009, 07:19 Uhr

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