«Den Ruf des Muezzins wird es hier nicht geben»

Aktualisiert am 17.11.2009 102 Kommentare

In einer Videobotschaft ruft Bundespräsident Hans-Rudolf Merz zu einem Nein bei Minarett-Initiative auf. Und erzählt von seiner Zeit in arabischen Ländern.

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz ruft in einem Video zur Ablehnung der Minarett-Initiative auf. Religiöse Symbole seien Ausdruck unserer vielfältigen Gesellschaft, sagt er in der am Dienstag auf der Seite des Finanzdepartements aufgeschalteten Botschaft. Den Ruf des Muezzins werde es in der Schweiz aber nicht geben.

Religiöse Toleranz habe Tradition in der Schweiz, sagt der Bundespräsident. Angehörige verschiedenster Religionen praktizierten ihren Glauben friedlich. «Wir leben eine multikulturelle, offene Schweiz», sagt Merz. Alle Glaubensrichtungen sollten ihren Glauben aktiv ausüben können, auch die Muslime. Die überwiegende Mehrheit der Muslime sei in der Schweiz gut integriert und respektiere die Gesellschaftsordnung. Viele von ihnen seien auch Schweizer Bürger.

Merz spricht zudem über persönliche Erfahrungen im arabischen Raum, wo er eine Gastfreundschaft erfahren habe, die er den muslimischen Mitbürgern auch hier bieten wolle. Er erinnere sich gut an die Minarette und an den Muezzin. «Es ist wie der Kirchturm mit seinen Glocken, der zum Gottesdienst ruft», sagt Merz. Auch in der Schweiz sollten die Muslime mit Minaretten ihren Glauben leben können: «Den Ruf des Muezzins wird es hier aber nicht geben». Merz hatte sich bereits bei früheren wichtigen Gelegenheiten per Video-Botschaft ans Volk gewandt, beispielsweise im Zusammenhang mit der Lockerung des Bankgeheimnisses oder der Abstimmung über die Personenfreizügigkeit. (sam/sda)

Erstellt: 17.11.2009, 11:34 Uhr

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102 Kommentare

Joel Wettstein

17.11.2009, 11:42 Uhr
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Kein Muezzin-Ruf? Wir bauen auch keine Kirchtürme mit Glocken, nur um diese dann nie zu Läuten. Man nennt das Salami-Taktik. Ich biete Herrn Merz persönlich eine Wette um ein Jahresgehalt an, dass bei Annahme dieser Vorlage spätestens in 5 Jahren auch Muezzin-Rufe folgen, entweder live oder über Lautsprecher wie in Deutschland. Na? Antworten


Walter Kuhn

17.11.2009, 11:50 Uhr
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Mit seiner Mulitkulti-Einstellung ist Merz in Libyen nicht weit gekommen. Die Leute dort haben eine andere, eine mittelalterlich-rückständige Kultur, die mit unserer nicht kompatibel ist. Da täuschen auch geschenkte Datteln des "Wüstensohns" nicht darüber hinweg, dass er verlogen und ein gewöhnlicher Geiselgangster und Erpresser ist, und im Grunde seiner Seele immer noch der alte Terrorfürst. Antworten



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