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Das Vertrauen in die Schweizer Regierung schwindet

Aktualisiert am 21.06.2009

Die Wirtschaftskrise kratzt offenbar auch am Ansehen des Bundesrats. Im jüngsten Politbarometer weisen die Regierungsmitglieder sinkende Werte auf – mit einer Ausnahme.

Imageproblem: Die Bundesräte auf dem offiziellen Gruppenbild.

Imageproblem: Die Bundesräte auf dem offiziellen Gruppenbild.
Bild: www.admin.ch

Die Isopublic-Umfrage bei 1200 Stimmberechtigten im Auftrag der «SonntagsZeitung» ergab bei den Mitgliedern des Bundesrats einen deutlichen Meinungsumschwung. War den Bundesratsmitgliedern in der Februar-Umfrage noch ein stärkerer Einfluss gewünscht worden, zeigt das Politbarometer nun nach unten.

Am steilsten war der Fall von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. Ihm wünschten nur noch 59 Prozent der Befragten, dass er eine wichtige politische Rolle spielt. Das sind 19 Punkte weniger als im Februar. 13 Punkte verlor auch Pascal Couchepin, dem nur ein Drittel der Befragten eine wichtige Rolle wünschen. Der abtretende Bundesrat trägt damit einmal mehr die rote Laterne und lag auch hinter fünf Parteipolitikern an zwölfter Stelle.

Drei Frauen in Führung – Zugewinn für Maurer

An der Spitze des Politbarometers blieben die drei Frauen in der Regierung. Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf wurden von 72 beziehungsweise 70 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle gewünscht. Bei Micheline Calmy-Rey waren es 63 Prozent. Innerhalb von vier Monaten büssten die drei Bundesrätinnen aber vier bis sechs Punkte ein.

Leicht zulegen konnte als einziges Regierungsmitglied Ueli Maurer, dessen Wert von 55 auf 57 Prozent stieg. Er lag damit knapp hinter Merz auf Platz 5 und um einen Punkt vor Moritz Leuenberger, der im Vergleich zum Februar vier Punkte verlor.

Merz: Kommunikationsschwäche eingestanden

Die Angst vor der Krise und dem Verlust von Tausenden von Stellen spiegle sich in dieser Umfrage, sagte Merz im Interview der «SonntagsZeitung». Zur Kehrtwende des Bundesrats beim Bankgeheimnis räumte der Finanzminister ein, dies hätte vielleicht besser kommuniziert werden müssen.

Leichter Gewinn für die SP

Geringfügige Verschiebungen ergab das jüngste Politbarometer bei der Stärke der Parteien. Im Gegensatz zum Trend bei den kantonalen Wahlen legte die SP auf 21,2 Prozent zu. Das sind 1,1 Punkte mehr als im Februar und 1,7 Punkte über dem Wert der Nationalratswahlen von 2007.

Stärkste Partei blieb die SVP mit 23,1 Prozent. Das sind 0,3 Punkte mehr als im Februar, aber immer noch 5,8 Punkte weniger als bei den Wahlen von 2007. Die FDP verharrte trotz Fusion mit den Liberalen praktisch unverändert bei 15,7 Prozent.

Die CVP folgt mit 14,4 Prozent, verglichen mit 15,2 Prozent im Februar und 14,5 Prozent 2007. Kaum verändert hat sich die Stärke der Grünen mit 9,7 Prozent, während BDP und Grünliberale weiter zulegten, auf 4,5 beziehungsweise 3,3 Prozent. (raa/ap)

Erstellt: 21.06.2009, 09:22 Uhr

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