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Bundespersonal: Kader profitiert erneut am stärksten

Von Gregor Poletti. Aktualisiert am 15.10.2009

Der Bundesrat passt die Sparbeiträge des Bundespersonals an die zweite Säule an. Trotzdem bewegt sich die Gesamtsumme des Bundes nach wie vor an der unteren Grenze der möglichen Beitragsspanne.

Barbara Schaerer, Direktorin des Personalamtes (EPA)

Barbara Schaerer, Direktorin des Personalamtes (EPA) (Bild: Keystone)

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Seit dem Primatwechsel bei der Pensionskasse des Bundes (Publica) im Jahre 2008 zahlen die über 45-Jährigen überdurchschnittlich hohe Sparbeiträge. Dies soll nach dem Willen des Bundesrates auf Anfang Jahr geändert werden. So müssen über 45-jährige Bundesangestellte künftig einen geringeren Beitrag an die Pensionskasse leisten als bisher, währenddessen sich der Arbeitgeber Bund stärker engagiert (Überparität). Der Bundesrat hat gestern die entsprechende Änderung des Vorsorgereglements genehmigt.

Besonders stark gelitten

Besonders stark von dieser Erhöhung profitieren die kurz vor der Pension stehenden Bundesangestellten in den hohen Lohnklassen (siehe Tabelle). Dass vor allem die gut Verdienenden in diesen Genuss kommen, erklärt Barbara Schaerer, Direktorin des Eidgenössischen Personalamtes (EPA), damit, dass diese in der Vergangenheit besonders stark unter dem Primatwechsel gelitten hätten. Trotz Einführung der Überparität bleiben die Beitragssätze in den obersten Lohnklassen am höchsten.

Erneute Bevorzugung

Weniger Freude an der Anpassung hat Hans Müller, Sekretär des Personalverbandes des Bundes (PVB): «Mit der Bevorzugung des oberen Kaders wird Vorsorgepolitik mit Personalpolitik vermischt.» Seiner Meinung nach hätte man den frei werdenden Betrag gleichmässiger verteilen müssen, damit auch Angestellte in den unteren Lohnklassen profitieren könnten. «Es ist stossend, dass das obere Kader erneut überproportional profitiert», ärgert sich Müller.

Bereits auf den 1.Januar 2009 wurden Reallohnerhöhungen von 2,5 Prozent für das mittlere und 5 Prozent für das oberste Kader gewährt. Sollte ein Lohnproblem beim Kader bestehen, müsste dies über die Lohnpolitik und nicht über die Vorsorgepolitik korrigiert werden. Vom Arbeitgeber Bund erwartet Müller weitere Schritte zur Entlastung der hohen Beiträge, auch für die unteren Besoldungsklassen. Wenn der Wille vorhanden ist, gibt es noch viel Spielraum für Beitragsverbesserungen, die gesetzlichen Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft, ist Müller überzeugt. Er wird dieses Anliegen auch bei den Gesprächen mit Bundespräsident Hans-Rudolf Merz im November einbringen.

30 Millionen Franken

Für die Einführung der Überparität setzt der Bund rund 30 Millionen Franken ein. Dieser Betrag belastet das Budget des Staates jedoch nicht. «Weil die Risikoprämie mit 3,9 Prozent relativ hoch angesetzt war, kann Publica diese nun auf 3 Prozent senken», betont Schaerer auf Anfrage. Der so freigesetzte Betrag wird dazu genutzt, die Anpassung der Sparbeiträge zu finanzieren.

Zwingend war, dass der Arbeitgeber Bund den frei werdenden Betrag wieder zu Gunsten des Bundespersonals für die Pensionskasse einsetzt. Dazu ist er nämlich per Gesetz verpflichtet. Laut dem Bundespersonalgesetz muss er für sein Personal 11,0 bis 13,5 Prozent der versicherten Lohnsumme an die Pensionskasse leisten. Unter Berücksichtigung der beschlossenen Anpassungen liegt dieser Prozentsatz nun aber lediglich etwas über 11 Prozent. Schaerer geht allerdings davon aus, dass sich dieser Prozentsatz systembedingt in den nächsten Jahren noch leicht nach oben bewegen wird. Für Müller wäre ein höherer Prozentsatz durchaus anstrebenswert, schliesslich bewege sich der Bund damit an der unteren Grenze des Zulässigen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 15.10.2009, 07:29 Uhr

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