Schweiz

Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Physiker

Ein Mitarbeiter des Kernforschungsinstituts Cern soll für die Terrororganisation al-Qaida spioniert haben. Er plante mutmasslich von Genf aus einen Anschlag in Frankreich.

Hier werden viele sensible Daten gelagert: Das Kernforschungsinstitut Cern in Genf.

Hier werden viele sensible Daten gelagert: Das Kernforschungsinstitut Cern in Genf. (Bild: Keystone)

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat im Zusammenhang mit dem in Frankreich verhafteten Cern-Physiker ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eröffnet. Dieses laufe wegen Verdachts der Unterstützung einer kriminellen Organisation.

Das Verfahren sei Ende Oktober eröffnet worden, bestätigte BA- Sprecherin Walburga Bur einen Artikel der «NZZ am Sonntag». Mit den Ermittlungen sollen «der rechtserhebliche Sachverhalt und die mutmassliche Täterschaft» festgestellt sowie Beweismittel sichergestellt werden.

Lehrbeauftragter an der ETH Lausanne

Bei ihren Ermittlungen stützt sich die BA auf Artikel 260 des Strafgesetzbuchs. Danach kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden, wer sich an einer Organisation beteiligt, die ein Gewaltverbrechen plant. Strafbar ist auch, wer ein Verbrechen im Ausland begeht, die Ausführung aber in der Schweiz plant.

Gegen den 32-jährigen Physiker ist wegen mutmasslicher Kontakte zum Terrornetz al-Qaida in Frankreich ein Verfahren eingeleitet worden. Der Mann hatte am Teilchenforschungszentrum CernN in Genf seit 2003 als externer Mitarbeiter gearbeitet. Er war zudem mit grosser Wahrscheinlichkeit an der ETH Lausanne Lehrbeauftragter.

Der verdächtige Franzose algerischer Abstammung soll laut den Ermittlern über das Internet mit al-Qaida in Nordafrika in Kontakt getreten sein. Er soll erwogen haben, mindestens einen Anschlag in Frankreich zu begehen. Dabei sei er noch in einem frühen Stadium gewesen und habe konkret noch nichts vorbereitet. (oku/sda/)

Erstellt: 08.11.2009, 12:48 Uhr

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