Brand im Simplontunnel betrifft bis zu 14'000 Pfingst-Fahrgäste
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 11.06.2011 2 Kommentare
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Nach dem Brand des Güterzuges rauchte es im Simplontunnel gestern noch immer. Der Rauch stellt sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr der Bahn vor grosse Probleme. So hatte sich die ursprüngliche Hoffnung der SBB zerschlagen, die Röhre 1 gestern wieder öffnen zu können. «Noch immer sind Glutnester vorhanden, die Rauchentwicklung ist sehr stark», sagte SBB-Sprecher Daniel Ginsig. Da die Simplonröhren durch Querstollen miteinander verbunden sind und sich der Rauch so in beiden Röhren ausbreitet, ist auch der ansonsten unbeschädigte Tunnel nicht befahrbar.
Busse zusammengezogen
Sollten beide Röhren über Pfingsten geschlossen bleiben, würden täglich 74 Güterzüge und rund 70 Züge des Regional- und Fernverkehrs ausfallen, erklärt Ginsig. Bei einer konservativen Schätzung (ohne Pendler) von 50 Fahrgästen pro Zug müssten rund 14'000 Passagiere, die an Pfingsten über den Simplon reisen wollten, auf Alternativrouten ausweichen. Einerseits werden weiterhin aus der ganzen Schweiz Busse zusammengezogen, die die Zugpassagiere über die mittlerweile wieder geöffnete Passstrasse bringen sollen, was allerdings mit zweimaligem Umsteigen und einer Verlängerung der Reisezeit von rund zwei Stunden verbunden ist. Andererseits haben die SBB an der Gotthardstrecke Züge verlängert, wenn es möglich war, und versuchen, «den einen oder anderen Zug zusätzlich verkehren zu lassen», sagt Ginsig. Doch der Fahrplan auf der Gotthardstrecke sei bereits sehr dicht, allzu viel zusätzliche Kapazität könne dort nicht bereitgestellt werden. So hofft man auf eine «natürliche Entlastung», wie es in einer Mitteilung der SBB hiess. Will heissen: Man hofft, dass Fahrgäste ganz auf die Reise in den Süden verzichten, und zeigt sich kulant. «Falls jemand eine bereits bezahlte Reise auf der Simplonroute aufgrund der vorauszusehenden Schwierigkeiten nicht antreten möchte, soll er sich mit dem gelösten Billett am Schalter melden», sagt Ginsig.
Hitze an Achse als Ursache?
Während die Unfalluntersuchungsteams aus der Schweiz und Italien gestern wegen der starken Rauch- und Hitzeentwicklung mit ihrer Arbeit noch nicht beginnen konnten, spekuliert man in Bahnkennerkreisen bereits über mögliche Ursachen. «Sehr wahrscheinlich ist ein sogenannter Heissläufer für den Brand verantwortlich», sagt Kurt Schreiber, Präsident von Pro Bahn Schweiz. «So kann an den Achsen eine enorme Hitze und auch ein Brand entstehen, wenn die Nasslager, in denen sie liegen, nicht mehr mit Öl versorgt werden», erklärt Schreiber.
Schäden «sehr gross»
Neben Stahl und Keramik, die zunächst als Ladungsmaterial gemeldet wurden, sind laut BLS-Sprecher Michael Blum auch Elektrohaushaltgeräte, viele Kühlschränke sowie Pasta und Wein geladen gewesen. Jedoch kein Gefahrengut, wie die BLS versichert, die den Transport von Novara (I) nach Rostock (D) für die DB Schenker Rail hätte durchführen sollen. Die zwei Lokomotiven der BLS sowie 5 der 15 Güterwagen konnten unbeschädigt aus dem Tunnel gerettet werden. «Die Schäden am Material können wir noch nicht beziffern», sagt Blum, die BLS sei jedoch versichert. Der BLS-Lokomotivführer hatte sich unverletzt in einen Sicherheitsraum retten können.
Welche Schäden am Tunnel entstanden sind, ist noch nicht abschätzbar. Laut SBB-Sprecher Ginsig sind diese aber sicher «sehr gross». Schotter, Tunnelgewölbe, Gleise, Fahrleitungen und Verkabelungen dürften allesamt beschädigt sein. Eine Prognose, wie lange der Tunnel geschlossen bleiben muss, wagt Ginsig nicht. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.06.2011, 06:25 Uhr
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2 Kommentare
Und wer trug die Wartungsverantwortung für diesen heissgelaufenen Anhänger? Italien? Schon wieder kostenintensive Folgeschäden der EU-Euphorie, wo Nichtmitglieder als einzige die technokratisch verordneten Regeln einhalten, sofern diese nicht gerade mal wieder erneut geändert werden, je nach Bedarf und Machtzuwachseignung. Kippt die leere Machtanmassungen Brüssels. Antworten
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