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Blocher will Investmentbanking verbieten

Aktualisiert am 18.09.2011 100 Kommentare

Nach dem UBS-Debakel fordert der SVP-Vizepräsident, dass sich die Geschäftsbanken auf ihr Stammgeschäft beschränken. Nun zeichnet sich eine Allianz zwischen SVP und SP gegen das Risikogeschäft ab.

Kämpft für ein Trennbankensystem: Der SVP-Vizepräsident Christoph Blocher während einem Parteitag im Juni in Delemont.

Kämpft für ein Trennbankensystem: Der SVP-Vizepräsident Christoph Blocher während einem Parteitag im Juni in Delemont.
Bild: Reuters

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Nach dem Debakel der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) meldet sich der ehemalige SVP-Bundesrat Christoph Blocher in einem Interview der «SonntagsZeitung» zu Wort. Er verlangt, dass sich die Schweizer Geschäftsbanken auf ihr Stammgeschäft im Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung, Hypothekenfinanzierung und Geschäftskredite, konzentrieren.

«Es muss ernsthaft geprüft werden, ob man den Geschäftsbanken das Investmentbanking verbieten sollte», sagte der SVP-Strategiechef gegenüber der «SonntagsZeitung». Wer so gross sei, dass ihn der Staat retten müsse, dürfe das Investmentbanking nicht im Verbund betreiben.

Selbstständig und unabhängig

Neben dem Verkauf steht für Blocher auch eine Aufteilung der Grossbanken in verschiedene Geschäftsbereiche zur Debatte. «Sowohl bei einem Verbot wie auch bei einer Aufteilung darf es keine direkten rechtlichen und finanziellen Verbindungen geben. Die ausgegliederten Banken müssen selbstständig und unabhängig sein», sagte er im Interview.

Hinter Blochers radikaler Forderung steht der Fakt, dass die von ihm und seiner Partei gerne gesehene Aufteilung der Grossbanken in verschiedene Geschäftsbereiche im Parlament bisher chancenlos war.

Eine Allianz mit der SP

«Wenn die Aufteilung politisch nicht durchkommt, wird man den Bundesrat beauftragen müssen, ein Verbot zu prüfen», kündigt Blocher an. Konkret hiesse das, dass sich die SVP nach der aktuellen Debatte im Parlament über die «Too big to fail»-Vorlage für ein Verbot engagieren würde.

Dann zeichnet sich eine Allianz mit der SP ab, die am Freitag ebenfalls ein Verbot gefordert hatte. SP-Chef Christian Levrat und Blocher zeigen sich beide bereit für ein gemeinsames Vorgehen. (wid)

Erstellt: 18.09.2011, 07:27 Uhr

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100 Kommentare

Ursula Badertscher

18.09.2011, 07:57 Uhr
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Das wären die ersten vernünftigen Worte, die ich je aus dem Mund von Blocher gehört habe.
Stünden nicht die Wahlen vor der Türe, würde man ihm dieses Lippenbekenntnis zum Glass-Steagall Act vielleicht sogar abnehmen, statt es nur als billige PR-Masche zur Anbiederung beim erzürnten Stimmvolk abzutun.
Wahrscheinlicher ist: SVP ist und bleibt $VP...
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Thomas Muster

18.09.2011, 09:44 Uhr
Melden 152 Empfehlung

Ein schwarzer Tag für die Blocher-Basher - sie sind gleicher Meinung wie ihr Hassobjekt! Sehr amüsant!
Ohne Scheuklappen würden sie sogar anerkennen müssen, dass er schon seit langem das Problem des "too-big-to-fail" ernsthaft angehen möchte (Hayek-Levrat-Blocher).
Und nicht vergessen, dieser Mann hat uns fast im Alleingang vor dem ganzen EU/Euro-Debakel bewahrt.
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