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Blocher desavouiert Hansjörg Walter

Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 20.12.2011 24 Kommentare

Christoph Blocher wird trotz immer lauter werdender Kritik aus der eigenen Partei nicht einfach aufgeben. Dies wurde am Montag im Talk mit Roger Schawinski klar. Blocher teilte kräftig aus. So sagte er, dass Ex-Bundesratskandidat Hansjörg Walter eigentlich kein richtiger SVPler sei.

Sie kreuzten gestern wieder einmal die Klingen:  Roger Schawinski und  SVP-Übervater Christoph Blocher.

Sie kreuzten gestern wieder einmal die Klingen: Roger Schawinski und SVP-Übervater Christoph Blocher.
Bild: SFR/zvg

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Christoph Blocher ist angeschlagen, aber er versucht der alte Kämpfer zu bleiben. Das bewies er am Montagabend im Gespräch mit Roger Schawinski im Schweizer Fernsehen. Kritik parierte Blocher mit Vorliebe, indem er selber austeilte. Er verteidigte seine Strategie und jene der Partei durch alle Böden. Zum Beispiel beim Thema «Gescheiterter Angriff der SVP aufs Stöckli». Schawinski hielt ihm vor, dass er mit grossen Worten angekündigt habe, er, Blocher, ziehe jetzt hoch zu Ross in den Krieg. Die Partei hat schliesslich keinen einzigen zusätzlichen Ständeratssitz erobern können. Blocher verteidigte die Niederlage, indem er beteuerte, es sei Strategie, auch dort anzutreten, wo es klar sei, dass man kaum Chancen habe. Dass zum Beispiel er selber als Ständeratskandidat in Zürich keine Chance gehabt habe, sei ihm von Anfang an klar gewesen.

Blocher bestritt, dass er in der eigenen Partei immer stärker unter Druck gerate. Er versuchte, den Spiess umzudrehen und die Sache als Märchen der Medien darzustellen. Einmal mehr warf er ihnen vor, im ganzen Land krampfhaft nach Kritikern innerhalb der Partei zu suchen. Blocher frotzelte: Er sage den Leuten seiner Partei jeweils, «wenn ihr nicht mehr in den Medien kommt, dann müsst ihr einfach etwas Schlechtes über mich sagen», dann komme man schnell wieder im Radio und Fernsehen.

Als Schawinski Blocher mit der Frage konfrontierte, ob ein Rückzug aus der Parteileitung nun nicht angezeigt wäre, sagte Blocher schon fast höhnisch: «Wenn man mich nicht mehr will, dann soll man mir das sagen.»

«Ich schade der Partei nicht»

Schawinski kam auch auf das Schlamassel der SVP bei den Bundesratswahlen von letzter Woche zu sprechen. Er hielt Blocher vor, dass Leute aus seiner Partei mittlerweile so verärgert seien, dass sie eine Kropfleerete fordern. Blocher konterte. Er selber habe als Erster diese Kropfleerete vorgeschlagen. Was wirklich stimmt, blieb offen.

Konfrontiert mit Zitaten besorgter SVPler, die zumindest verklausuliert bekundeten, dass Blocher der Partei in Zukunft schaden könnte, sagte Blocher schliesslich: «Sie müssen keine Angst haben, ich mache die Partei nicht kaputt.»

Walter kein richtiger SVPler

Deutliche Worte brauchte Blocher hingegen im Fall Zuppiger: «Zuppiger ist ein schwerer Unglücksfall.» Und: «Ich gebe zu, es ist nichts Schönes», in der Fraktion einen solchen Fall zu haben. Im Fall Zuppiger zeigte sich Blocher sogar selbstkritisch: «Vielleicht wäre es besser gewesen, wir hätten ihm von der Kandidatur abgeraten», antwortete er auf die Frage, warum die SVP-Spitze Zuppiger nominiert habe, obwohl sie Zuppigers Geschichte zumindest in Teilen gekannt hatten.

Schliesslich kam Schawinski auf Hansjörg Walter zu sprechen – den offiziellen Kandidaten der SVP bei den Bundesratswahlen von letzter Woche. SVP-Nationalrätin Nathalie Rickli (ZH) habe am Sonntag gesagt, Walter sei kein richtiger SVPler, hielt der Interviewer Blocher unter die Nase.

Blocher nahm den Ball auf. Er sagte, er sehe das genau gleich wie seine Parteikollegin Rickli, dass Walter kein richtiger SVPler sei. Der Grund, weshalb die SVP selber Walter dennoch als offiziellen Bundesratskandidaten vorgeschlagen hat: Der SVP sei es darum gegangen, die Konkordanz wiederherzustellen. Im Bestreben darum habe man schliesslich beschlossen, jenen Kandidaten zu präsentieren, den die anderen Parteien wollten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.12.2011, 08:19 Uhr

24

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24 Kommentare

Ulrich Scheidegger

20.12.2011, 08:33 Uhr
Melden 67 Empfehlung

In die Reihe mit dem Alter zunehmende negative Aspekte gehört auch der Starrsinn -und dieser wird bei Herrn Blocher ja immer je offensichtlicher. Von alleine hört dieser Mund Herr Blocher nicht auf zu reden -der Kopf zu denken aber schon. Antworten


Hans-Peter Haueter

20.12.2011, 10:37 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Einfach nur noch peinlich wie der abgewählte Bundesrat auftritt. Wenn er nicht bald zum Rücktritt gezwungn wird, dürfte sich die BDP über eine stattliche Zahl von Überläufern freuen. Es hat ja auch noch vernünftige SVPler. Antworten



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