Bis zu 20 Prozent höhere Prämien – welche Kantone es am härtesten trifft

Aktualisiert am 25.05.2009

Schlechte Nachrichten vom Bundesamt für Gesundheit: Die Krankenkassenprämien 2010 dürften zwischen 3 bis 20 Prozent ansteigen. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Kantonen gross.

Kostenschub im Schweizer Gesundheitssystem: Der Blick in die Zukunft verheisst nichts Gutes.

Kostenschub im Schweizer Gesundheitssystem: Der Blick in die Zukunft verheisst nichts Gutes.
Bild: Keystone

Im Durchschnitt wäre eine Anhebung von 15 Prozent erforderlich, um die Reserven der Versicherer leicht anzuheben, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte.

Geringer Anstieg im Tessin

Am happigsten dürften die Prämienerhöhungen nach den Berechnungen des BAG in den Kantonen AR, BE, GL, OW und UR ausfallen, wo die Reserven der Kassen besonders tief sind. Mit überdurchschnittlichen Erhöhungen haben auch die Kantone AI, GR, LU, NW, SO, SZ und ZG zu rechnen.

Durchschnittlich dürften die Prämien in AG, BL, FR, SG, SH und VS ansteigen, unterdurchschnittlich in den Kantonen BS, GE, JU, TG, VD und ZH. Am geringsten werden die Prämienerhöhungen in Neuenburg und im Tessin ausfallen. Seitens der der einzelnen Versicherer werde es aber noch einmal grosse Differenzen geben, schreibt das BAG.

Der Zeitplan

Die Krankenversicherer haben nun bis Ende Juli Zeit, dem BAG ihre Prämienanträge zu unterbreiten. Ende September/Anfang Oktobber findet die Prämiengenehmigungs-Phase statt, wie BAG-Sprecher Daniel Dauwalder auf Anfrage sagte. Das Datum für die anschliessende Bekanntgabe der definitiven Prämien ist noch offen.

Die BAG-Mitteilung erfolgte im Anschluss von Gesprächen an einem zweiten Runden Tisch, zu dem sich Vertreter der Kantone und der grössten Krankenversicherer auf Einladung des BAG eingefunden hatten.

Mindestreservequote unterschritten

Das Bundesamt informierte die Teilnehmer dabei über seine Berechnungen. Die Reservequote der Krankenversicherer wird demnach Ende 2009 auf schätzungsweise rund 8,7 Prozent sinken. Damit wird die Mindestreservequote von 11,5 Prozent Ende 2009 unterschritten. Prämienerhöhungen von durchschnittlich 15 Prozent sind laut BAG erforderlich, wenn die Reservequote auf Ende 2010 leicht erhöht werden soll.

Nach wie vor gibt es grosse Unterschiede in den kantonalen Reservequoten. Das erklärt die grosse Bandbreite der zu erwartenen Prämienerhöhungen. Gesundheitsminister Pascal Couchepin möchte die Reserven bis 2012 angeglichen haben.

Finanzkrise belastet

Die Versicherer hatten die Kostensteigerung nach Feststellungen des BAG für 2008 und 2009 zu gering eingeschätzt und dementsprechend tiefe Prämien angesetzt. Zusätzlich belastet werde die finanzielle Situation der Versicherer durch die Finanzkrise. (cpm/vin/sda)

Erstellt: 25.05.2009, 19:19 Uhr

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