Bewegung im Steuerstreit mit Italien
Aktualisiert am 01.11.2011 8 Kommentare
Artikel zum Thema
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- «Die EU ist Mitglied der Schweiz geworden»
- Der Bundesrat reagiert auf Tremontis Äusserungen
- Tremonti bereitet Italien auf neue Sparmassnahmen vor
Das Auge der Steuer: Mit solchen Anlagen liess das römische Finanzministerium die Kennzeichen von italienischen Autos bei der Einreise in die Schweiz fotografieren. (Bild: Keystone )
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Wie die «Aargauer Zeitung» (Artikel online nicht verfügbar) in der Ausgabe vom Dienstag berichtet, haben sich die zuvor starren Fronten im Streit um den Umgang mit unversteuerten Geldern bei Schweizer Banken aufgeweicht. Das Blatt zitiert «gut unterrichtete Quellen» aus dem Finanzdepartement in Bern mit der Aussage, dass Eveline Widmer-Schlumpf in den vergangenen Wochen eine gute Verbindung zum italienischen Finanzminister Giulio Tremonti aufgebaut habe.
Ein wichtiger Faktor sei dabei gewesen, dass Widmer-Schlumpf Tremonti bei einem Treffen nicht auf Englisch, wie sonst üblich, sondern auf Italienisch angesprochen habe. Eine Abgeltungssteuer nach dem Vorbild der Vereinbarungen mit Deutschland oder Grossbritannien dürfte innerhalb kurzer Zeit schätzungsweise 20 bis 25 Milliarden Euro für die Staatskasse von Italien erbringen – eine Summe, auf die Italien laut dem Bericht nicht mehr verzichten kann.
«Das Eis ist gebrochen»
Weiter berichtet die «Aargauer Zeitung», dass Insider im Finanzdepartement damit rechnen, dass die Schweiz bis Ende November grosse Fortschritte im Streit mit Italien machen werde. Der offizielle Kommentar des Sprechers vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen klingt allerdings noch zurückhaltend: «Das Eis ist gebrochen», wird Mario Tuor zitiert. Es habe Treffen auf der Ebene der Verwaltung gegeben, doch Verhandlungen hätten noch nicht stattgefunden.
Noch vor wenigen Monaten hatte Tremonti bei einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel kritisiert, die Europäische Union habe sich beim Abkommen über die Zinsbesteuerung von der Schweiz über den Tisch ziehen lassen. Ausserdem hatte er sein Missfallen darüber geäussert, dass Einigungen wie das Abkommen der Schweiz mit Deutschland, das auch von der Opposition in Berlin scharf kritisiert wird, die Bemühungen der EU zur Einführung des automatischen Informationsaustausches hintertreiben.
(raa)
Erstellt: 01.11.2011, 11:05 Uhr
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8 Kommentare
Bewegung in die Angelegenheit zu bringen gelang in erster Linie der Tessiner Regierung. Diese hat einfach einmal die Quellensteuerbeträge zurückgehalten und sie eine Zeitlang nicht an Italien überwiesen. Der Erfolg wird natürlich jetzt Frau BR Widmer angedichtet. Sie ist aber eine Konsens (=Nachgeben) Politikerin - verfolgt also genau die gegenteilige Politik dessen was nun zum Durchbruch verhalf. Antworten
Es wäre ein schöner Erfolg zur rechten Zeit. Von Vorteil ist sicher die Sprachkompetenz von BR EWS. Es zeigt sich: Bundesräte ganz allgemein sollten in der Lage sein, nebst Englisch auch die 3 grössten Landessprachen (D-F-I) einwandfrei zu beherrschen! Denn das ist ein immenser Vorteil in unserer zunehmend vernetzten Welt. Stattdessen werden noch immer Herkunftskriterien (Kanton) betont. Ein Witz! Antworten
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