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Bewegender Appell an Ghadhafi

Aktualisiert am 26.11.2009

Der Bruder des in Libyen festgehaltenen Max Göldi äussert sich zur «schwierigen Situation» für seine Familie.

Moritz Göldi im Interview mit der «Rundschau» von SF.

«Wir warten seit 17 Monaten auf die Rückkehr von Max», so Moritz Göldi in einem Interview mit der «Rundschau» von SF. Er wolle einen Appell richten an Muammar al-Ghadhafi und den libyschen Staat, dass sein Bruder in einem humanitären Akt zurückreisen dürfe. Er wisse dass Grosszügigkeit und Gastfreundschaft in der libyschen Gesellschaft einen hohen Stellenwert hätten. «Wir appellieren an Muammar al-Ghadhafi und an die libysche Regierung, in einem humanitären Akt Rachid (Hamdani) und Max (Göldi) heimreisen zu lassen.»

Auf die Frage, wann er zum letzten Mal Kontakt zu seinem Bruder hatte, sagte Moritz Göldi: «Heute nach dem Mittagessen.» Seit sein Bruder zurück in der Botschaft sei, könne er immer mit ihm Kontakt halten. Ob via E-Mail, Handy oder Brief. Seinem Bruder gehe es aber schlecht, er habe Angst und leide unter Albträumen.

Lob für Arbeit des EDA

Wo genau sein Bruder in den Wochen ausserhalb der Schweizer Botschaft festgehalten wurde, wusste der Bruder nicht. Die beiden seien aber immer im selben Raum oder auf einem Gang gewesen. Sie seien immer alleine gewesen.

Positiv äusserte er sich über die Zusammenarbeit mit dem Aussendepartement. Seine Familie sei von Beginn weg vom EDA in allen Fragen einbezogen worden. Auch die Kritik an der Reise von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz könne er nicht nachvollziehen.

Kritik an Foto-Veröffentlichung

Ob die Veröffentlichung der Polizeifotos von Hannibal Ghadhafi die Ausreise verhindert habe, wisse er nicht. «Ich persönlich finde die Veröffentlichung der Fotos einen Skandal», so Moritz Göldi.

Rachid Hamdani und Max Göldi waren vor 17 Monaten als Reaktion auf die vorübergehende Festnahme des Ghadhafi-Sohnes Hannibal in Genf von den libyschen Behörden an der Ausreise aus dem nordafrikanischen Land gehindert worden.

In diesem Herbst waren sie während sieben Wochen an verschiedenen Orten isoliert worden. Nun soll ihnen der Prozess wegen Verletzung der libyschen Aufenthaltsbestimmungen gemacht werden. Zurzeit halten sie sich in der Schweizer Botschaft in Tripolis auf. (cpm)

Erstellt: 26.11.2009, 09:15 Uhr

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