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Bern feiert den Lokaljournalismus

Von Christian Zeier. Aktualisiert am 09.04.2011

Im Berner Stadttheater wurde am Freitag der erste Schweizer Medienpreis für Lokaljournalismus vergeben. Der beste Artikel des Jahres beleuchtet die Armut im Aargau.

Strahlende Siegerin: Jury-Präsidentin Sylvia Egli  von Matt (rechts)  überreicht Sabine Kuster den ersten Preis in der Kategorie Print.

Strahlende Siegerin: Jury-Präsidentin Sylvia Egli von Matt (rechts) überreicht Sabine Kuster den ersten Preis in der Kategorie Print.
Bild: Keystone

Fotograf René Burri wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. (Bild: Keystone )

Fotopreis

Mit einer Aufnahme vom Zigarre rauchenden Che Guevara hat der 1933 in Zürich geborene Fotograf René Burri eine Ikone geschaffen. Gestern Abend erhielt er für die bewegenden Porträts und seine politischen Reportagen von Swiss Press Photo den Lifetime Achievement Award verliehen. 1969 sorgte Burri für Aufregung, als er in der Ausstellung «Die Deutschen» sowohl Aufnahmen aus Westdeutschland wie auch aus der DDR präsentierte. Burri lebt mit seiner Familie in Paris.stc

Er sei die Königsdisziplin des Journalismus – der schwierigste Job überhaupt innerhalb der Medienbranche. Bei der gestrigen Verleihung des Schweizer Medienpreises im Berner Stadttheater heimste die Sparte Lokaljournalismus eine Menge Lob ein.

Zum ersten Mal wurde der ehemalige «BZ-Lokaljournalismus-Preis» im Rahmen des neuen Schweizer Medienpreises vergeben. Die Ehre der ersten Preisträgerin in der Kategorie Print gebührt Sabine Kuster. Die Mitarbeiterin der Aargauer Zeitung hatte die Jury mit ihrer Artikelserie zum Thema «Armut im Aargau» überzeugt. Während eines ganzen Jahres hatte Kuster eine Sozialhilfe empfangende Familie begleitet und über deren Kampf mit dem Geld berichtet. Damit löste sie unter ihren Leserinnen und Lesern eine heftige Diskussion über Armut und Sozialhilfe in der Schweiz aus. «Die Reaktionen haben mich überrascht», sagte Sabine Kuster bei der Preisübergabe. «Einige wollten sofort spenden und andere kritisierten die Sozialhilfe aufs Ärgste.» In der Kategorie TV gewann Matthias Achermann mit seinem Beitrag über die gravierenden Sicherheitsmängel am Schützenfest in Aarau. In der Kategorie Radio setzte sich Stefan Kohler durch.

Ebenfalls verliehen wurde gestern der Schweizer Preis für Pressefotografie. Zum Besten des Jahres 2010 wählte die Jury ein Bild von Christian Lutz, welches im Rahmen einer Reportage in Nigeria entstanden war. Es zeigt die Gegensätze auf zwischen dem Elend der Armen und dem Reichtum des Erdölgeschäfts.

Der Medienpreis ist mit einer Preissumme von insgesamt 110'000 Franken die höchstdotierte Auszeichnung der Branche. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.04.2011, 08:37 Uhr

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