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«Bemannte Kampfjets sind in 20 Jahren Vergangenheit»

Interview: Matthias Chapman. Aktualisiert am 06.07.2011 127 Kommentare

Billig und immer ausgeklügelter: Die Zukunft der militärischen Lufthoheit gehört der Drohne. Warum die Schweiz trotzdem neue Kampfjets kauft und wie eine Übergangslösung aussieht, erklärt Strategieexperte Albert Stahel.

1/6 Die von den Amerikanern in Kriegsgebieten eingesetzte Drohne: Eine Predator auf einem Flugfeld in Arizona.
Bild: Reuters

   

Der modernste Jet mit Stealth-Technologie, danach kommt nichts mehr: Der F-35.

Schneller Kauf von Kampfjets laut Ueli Maurer nicht finanzierbar

Für Ueli Maurer ist die schnelle Beschaffung neuer Kampfjets «zu teuer». Der Verteidigungsminister reagierte damit auf den Vorschlag des Ständerats, die neuen Flieger bereits zwischen 2012 und 2015 zu beschaffen. Damit würde der Zeitplan ausgehebelt, sagte Maurer in einem Interview in der Mittwochsausgabe der Zeitung «Le Temps». Der Bundesrat hatte im August 2010 entschieden, den Ankauf neuer Kampfflugzeuge bis spätestens 2015 hinauszuschieben. Die ersten Maschinen würden dann im Jahr 2022 geliefert. Maurer rief in Erinnerung, dass das Geschäft Zeit in Anspruch nehme. Es müssten Verhandlungen mit dem Hersteller geführt, ein Kredit im Parlament bewilligt und ein allfälliger Finanzierungsfonds eingerichtet werden. Der VBS-Chef hofft nun, dass der Nationalrat «die Notwendigkeit, zuerst die langfristige Finanzierung der Armee zu sichern», erkennt. Der Bundesrat hatte den Kampfjet-Kauf aus finanzpolitischen Überlegungen aufgeschoben. (sda)

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Die Kampfdrohne Neuron

Die Kampfdrohne Neuron
Mit Schweizer Beteiligung wird am Fighter der Zukunft gearbeitet.

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Herr Stahel, sechs europäische Staaten, darunter die Schweiz, arbeiten an einer Kampfdrohne, der sogenannten Neuron. Was hat die Schweiz davon?
Was die Schweiz davon hat, ist noch nicht absehbar. Tatsache aber ist, dass bemannte Kampfjets bis in 20 Jahren der Vergangenheit angehören werden.

Woraus schliessen Sie das?
Die US-Luftwaffe setzt vermehrt auf das Prinzip Drohne. Der Bestand der MQ-9A Reaper, das ist die grosse Kampfdrohne, wird nächstes Jahr massiv erhöht. In Europa sehen wir zudem, dass es für die neuen Kampfjets, den französischen Rafale und den Eurofighter, keine Nachfolgeprojekte gibt. Das heisst, auch in Europa setzt man für die Zukunft auf die Drohnentechnologie. Der Kampfjet, der auf dem aktuellsten Stand der Stealth-Technologie ist, ist der amerikanische F-35. Die Zukunft gehört aber den Drohnen.

Warum setzt die Schweizer Luftwaffe noch immer auf Kampfjets?
Offenbar fehlt unserer Luftwaffe für die Zukunft ein Einsatzkonzept. Die Schweizer Luftwaffe wird aber den wirklichen Wechsel zur Drohnentechnologie mitmachen müssen. Dass dies bis jetzt nur teilweise geschehen ist – es gibt ein Drohnen-Programm – dafür könnten verschiedene Gründe massgebend sein. Einerseits werden sich Piloten dagegen wehren. Andererseits werden aber Firmen, die von Gegengeschäften bei der Kampflugzeugbeschaffung profitieren könnten, sich dagegen stellen.

Die Schweizer Luftwaffe stellt die Luftverteidigung sicher und ist für den Luftpolizeidienst verantwortlich. Eignen sich dafür Drohnen?
Drohnen werden künftig beide Aufgaben perfekt erfüllen.

Die Schweizer Luftwaffe will ihre Flotte durch bemannte Kampfjets ersetzen. Weil die Anschaffung zu teuer wird, ist sie immer wieder verschoben worden. Was würden Sie raten?
Es braucht eine Übergangslösung, bis man voll auf Drohnen setzen kann. Also müsste die Schweizer Luftwaffe jetzt den Tiger durch eine günstige Lösung ersetzen.

Denken Sie an die billigen Gripen von Saab?
Neben dem Kauf von Gripen-Kampfflugzeugen wäre die Beschaffung von F/A-18C/D-Occasionen denkbar.

Ist der finanzielle Aspekt auch das schlagende Argument für die Drohne?
Sicher auch. Die Amerikaner bezahlen für vier Reaper-Drohnen inklusive Sensoren etwas mehr als 50 Millionen Dollar. Preisstand 2007. Dazu kommt noch, dass die Logistik günstiger ist. Zum Vergleich: Die Schweizer Luftwaffe sieht mit gut 20 Kampfjets einen Preis von zwei bis vier Milliarden Franken vor.

Was spricht sonst noch für die Drohne?
Diese Fluggeräte werden ständig weiterentwickelt. Sie erhalten mehr Reichweite, können höher fliegen und sind immer besser ausgerüstet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird auch der Einsatz von Drohnen ab Flugzeugträgern erprobt.

Wer ist führend in der Drohnentechnologie?
Das sind bis jetzt die Amerikaner. Boeing ist vorne dabei. Aber wie wir jetzt sehen, kommen auch die Europäer mit der Neuron. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.07.2011, 17:29 Uhr

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127 Kommentare

Yves Arnold Schneider

06.07.2011, 11:09 Uhr
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Also wir sparen einige Milliarden CHF, behalten die Tiger für die wunderschönen Flugshows und kaufen einige Helikopter die auch Zivil (Unwetter, Rettungen usw) einsetzbar sind. Für die Spielchen dieser ewigen Buben aus dem rechten Lager reichen 10 Drohnen. Das gesparte Geld wird in Bildung und Forschung investiert. Es wäre so einfach, würden unsere Politiker anfangen vernetzt zu denken. Antworten


Roger Liechti

06.07.2011, 11:50 Uhr
Melden 45 Empfehlung

700 Panzer rosten irgendwo dahin, die waren mal fast neu und selten gebraucht nur damit sie nicht einrosten.
Man hat uns damals gesagt, dass sie dringend gebraucht werden.
Aufhören mit dem Schwachsinn Armee, die Geldvernichtungsmaschine. Geht doch ins Ausland als Söldner, die das Indianerlis spielen nicht sein lassen können.
Antworten



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